Führerschein selbst gebastelt

Polizei stellt bei Großkontrolle auf der B51 Kuriosität sicher

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Auf insgesamt fünf Stunden ausgelegt: Die Großkontrolle gestern an der B 51 in Fahrenhorst. Das Verkehrsaufkommen war dort auch wegen der Sperrung der B 6 extrem hoch – deshalb auch die Zahl der kontrollierten Fahrzeuge. 

Fahrenhorst - Von Anke Seidel. Der tierische Beifahrer auf der Rückbank bellt empörend: Polizeibeamte nehmen den Wagen seines Herrchens unter die Lupe. Bei der Großkontrolle an diesem nasskalten November-Abend haben sie den Besitzer des Pitbull-Mischlings aus dem Verkehr gezogen. Doch nicht für lange: Weil seine Papiere in Ordnung sind und die Beamten weder im Kofferraum noch im Auto selbst Verdächtiges entdecken, darf der Mann weiterfahren. Doch beim Check auf der B51 in Fahrenhorst entdecken die Beamten auch Kurioses – wie einen ausländischen Führerschein, der offensichtlich selbst gebastelt ist.

Den Parkplatz in Höhe des Rasthauses haben die Beamten in ein Kontrollzentrum verwandelt. Rund 30 Polizisten aus dem Landkreis, Beamte des Zolls und der Bereitschaftspolizei Oldenburg sind im Einsatz. Erfahrene Kollegen winken immer wieder Personenwagen aus Fahrtrichtung Bremen auf den Platz – darunter ein Auto mit fünf jungen Männern. „Bei ihnen haben wir zwei Joints gefunden, die wir eindeutig zuordnen konnten“, berichtet Polizei-Pressesprecher Thomas Gissing. Der Fahrer muss eine Urinprobe abgeben, deren Ergebnis nach einer halben Stunde vorliegt: „Beruhigend, dass der Fahrer clean war.“

Die meisten Autofahrer haben Verständnis für die Großkontrolle, mit der die Polizei bewusst in der dunklen Jahreszeit Einbrüchen vorbeugen will. Besonders typisches Werkzeug hat sie im Visier. Deshalb müssen die Autofahrer auch den Kofferraum öffnen. Vorsichtig stellt eine junge Autofahrerin ihre Abendeinkäufe auf den Asphalt, damit die Polizisten den Bereich um das Reserverad ausleuchten können.

Abgleich der Papiere dauert nur wenige Minuten

Auf der B 51 staut sich der Verkehr, weil die Geschwindigkeit im Kontrollbereich auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert ist. So können die Beamten noch genauer schauen, wen sie zur Kontrolle auf den Platz schicken wollen. „Die Entscheidung müssen sie mit Bauchgefühl treffen“, weiß Thomas Gissing. In Fahrtrichtung Bremen nutzen andere Polizisten einen Parkstreifen für ihre Überprüfungen.

Der Abgleich der Papiere dauert nur wenige Minuten, denn die Kontrollkräfte sind direkt mit der Zentrale verbunden. Schnell können sie feststellen, ob ein Autofahrer schon einmal wegen Einbruchsdiebstahls oder Drogenbesitzes aufgefallen ist. Alle registrierten Daten aus dieser Kontrolle können Ermittlern bei späteren Auswertungen wertvolle Dienste leisten. „Bei einer dieser Kontrollen hat man später beim Beifahrer eines Fahrzeugs eine Tatbeteiligung bei einem Einbruch im Raum Achim/Verden feststellen können“, erklärt Thomas Gissing diesen Effekt.

Großkontrolle der Polizei auf der B51

Sicherheitsgefühl der Bürger stärken

Das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken – auch das ist ein wichtiger Aspekt der Großkontrolle. Genau die scheint sich über die sozialen Netzwerke in Windeseile zu verbreiten. Darauf lassen die Handys schließen, die etliche Fahrer und Beifahrer im Stakkato bedienen, während sie auf den Abschluss der Auto-Überprüfung warten.

Der Beifahrer in einem Wagen mit polnischem Kennzeichen scheint zu schwitzen vor Unsicherheit. Dem Fahrer gibt ein Polizist auf Englisch zu verstehen, dass er einen Atemalkoholtest machen soll. Am Ende hören beide Insassen mit Erleichterung das Ergebnis: „It’s O.K.“

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