Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung zum B-Plan „Bremer Tor“

„Stoppen Sie diesen Bebauungsplan“

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Blick auf die Syker (l.) und die Bassumer Straße: Sind dort Bushaltestellen möglich, wo sich der Verkehr der Bremer Straße aufteilt und der Rückstau nicht so groß wäre?

Stuhr - Von Andreas Hapke. Mit der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung hat die geplante Verlegung der Bushaltestellen vom Zob hin zum Hotel Bremer Tor am Donnerstagabend den nächsten Schritt getan. Ihren Unmut über diesen Standort haben mehrere Bewohner im Ratssaal kundgetan – allen voran Mitglieder der Initiative „Brinkum in Fahrt“, für die Heinz Kolata und Rainer Mewe das Wort ergriffen. „Stoppen Sie diesen B-PLan“, lautete ihre Forderung.

Zuvor hatte Katja Jungeblut vom Büro Verkehrs- und Regionalplanung noch einmal sämtliche bisher angedachten Standorte für die Bushaltestellen erklärt – inklusive der Gründe, die aus ihrer Sicht gegen diese Alternativen und für das Bremer Tor sprechen. Dort sieht die Gemeinde einen Zob-Ersatz am besten aufgehoben. Um die neue Variante mit der Busspur inmitten zweier Parkplätze geht es im B-Plan „Bremer Tor“ (wir berichteten). Die Pkw-Stellflächen bildeten Puffer zum Hotel auf der einen und zur angrenzenden Wohnbebauung auf der anderen Seite, sagte Stadtplaner Christian Strauß. Jungeblut stellte heraus, dass für diese Lösung kein zusätzlicher Grunderwerb mehr notwendig sei. Dann hieß es Feuer frei für Anregungen und Bedenken.

Kolata stieß sich daran, dass die Gemeinde das Thema Haltestellen in einem losgelösten Verfahren behandeln will. Der Bereich Bremer Tor zähle „optisch“ zum Ortskern und müsse deshalb auch Bestandteil der Ortskerngestaltung sein. Das Vorgehen der Gemeinde widerspreche unter anderem dem Stuhrer Einzelhandels- und Zentrenkonzept von 2011, das eine Belebung und eine Anbindung der Syker und der Bassumer Straße vorsehe. „Mit dem Busbahnhof am Bremer Tor werden wir eine solche Anbindung blockieren“, sagte Kolata und fügte hinzu: „Diese Planung führt uns nicht in die Zukunft, sie verbaut uns die Zukunft.“ Stattdessen sollten Verantwortliche und Bürger gemeinsam an einem „generellen Masterplan“ für den gesamten Bereich schreiben. „Wir müssen diesen Schritt zurückgehen.“

Mewe setzte sich für die Verlegung der Haltestellen an die Bremer Straße ein, ohne zusätzliche Buchten. „Das ist überall in der Gemeinde so. Warum geht das nicht auch dort?“ Zumal es die Buslinie 55, die als einzige in Brinkum wenden müsse, nicht mehr gebe, wenn erst einmal die Straßenbahn fahre. „Wir können abwarten, bis die Linie 8 da ist, und dann überlegen, wohin mit dem Zob.“ Für die Durchgangslinien reichten Haltestellen.

„Rückstau nicht in

den Griff zu kriegen“

Gegen diese Lösung sprächen die hohen Verkehrszahlen, sagte Jungeblut. Schon bei einer Haltezeit von einer Minute würde sich der Verkehr auf der Bremer Straße auf 60 Meter stauen. „Das ist nicht in den Griff zu kriegen.“ Bereits jetzt bilde sich ein Rückstau wegen der Ampelanlage. Der werde länger, da die Haltezeit der Busse die Rotphase noch übertreffe.

„Fünf Busse in der Hauptverkehrszeit. Das wird ja ein Wahnsinnsstau“, so Mewe ironisch. Er schlug die Verlegung der Haltestellen hin zur Bassumer und Syker Straße vor. Auf diese beiden Adern verteile sich der Verkehr der Bremer Straße, der Rückstau sei deshalb nicht so lang. Der Gemeinde hielt Mewe vor, mit einer Busanlage am Bremer Tor auf den Erlös aus dem Verkauf dieser Fläche zu verzichten. Zuvor hatte bereits Kolata geschildert, dass er sich dort eine Atriumbebauung mit Geschäften und Wohnungen vorstellen könne.

Strauß entgegnete, dass es kein Potenzial für solche Gebäude gebe. Alle Stellflächen am Bremer Tor gehörten zum Hotel. „Sie müssten die Parkplätze dafür in die Höhe oder in die Tiefe bauen. Das sind zusätzliche Investitionen in sechsstelliger Höhe.“ Zur Einbeziehung des Bereichs Bremer Tor in die Ortskerngestaltung, wie von Kolata gefordert, merkte Strauß an, dass sich die Investitionen der Gemeinde für öffentliche Flächen schon im jetzigen Plangebiet auf einen zweistelligen Millionenbetrag beliefen.

Dagmar Bischof, wohnhaft an der Bassumer Straße, wies auf die Lärmbelästigung hin, die eine Busanlage am Bremer Tor für die Anwohner mit sich bringe. „Gemeinden wie Weyhe haben keinen Zob, warum dann ausgerechnet Brinkum?“, fragte sie. Für die Anregung einer Bürgerin, wegen der Reisebusse mit ihren 20 bis 40 Fahrgästen seien Haltestellen zu wenig und ein „kleiner Busbahnhof gut“, zeigte Bischof kein Verständnis: „Wir brauchen keine Plätze für Unternehmen wie Junker oder Wolters. Die haben ihre eigenen Betriebshöfe.“

Die Anregungen und Bedenken aus der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung fließen in die Beratung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt (AGU) ein, der sich im April zu seiner nächsten Sitzung trifft. Die vom Gremium empfohlene Planung liegt anschließend noch einmal öffentlich aus, bevor AGU und Rat sie endgültig auf den Weg bringen.

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