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Frühjahrs- und Gewerbemarkt in Stuhr abgesagt

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Von: Andreas Hapke

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Bürger bummeln auf dem Gewerbemarkt in Stuhr
Der Stuhrer Frühjahrs- und Gewerbemarkt ist ein Publikumsmagnet. Eine Neuauflage wird es allerdings frühestens im kommenden Jahr geben. © Jantje Ehlers

Aus für den Stuhrer Frühjahrs- und Gewerbemarkt: Wie die Brinkumer Interessengemeinschaft mitteilt, findet die für Ende April geplante Veranstaltung nicht statt. Bislang würden nur 80 Anmeldungen vorliegen. Vor allem auf dem Außengelände klafften noch große Lücken.

Stuhr – Die Entscheidung kommt etwas überraschend daher, ist aber unumstößlich: Der Stuhrer Frühjahrs- und Gewerbemarkt ist abgesagt. Wie die Brinkumer Interessengemeinschaft (Big) gestern per E-Mail mitgeteilt hat, hätten für die vom 22. bis 24. April geplante Veranstaltung auf dem Brinkumer Schützenplatz „trotz anstehender Coronalockerungen“ nicht genügend Anmeldungen vorgelegen. Die Entscheidung sei nach kontroverser Diskussion „leider“ so gefallen, sagt der erste Vorsitzende der Big, Lars Gudat.

Überraschend kommt die Absage deshalb, weil die Big nach anfangs verhaltenem Interesse über eine zufriedenstellende Resonanz seitens der Aussteller berichtet hatte. „Das war auch so. Wir waren guter Hoffnung, dass die Leute merken, dass es besser wird mit Corona und so ein ordentlicher Drive in die Anmeldungen kommt“, sagt Arne Budelmann, einer der beiden Marktmeister. Die zwischenzeitlich gute Entwicklung habe sich allerdings so nicht fortgesetzt.

Berichte in der Tagespresse hätten zwar zu weiteren Anmeldungen geführt, sagt Gudat. „Doch es gab auch immer wieder Absagen.“

Jürgen Schmidt, Marktmeister Nummer zwei, fügt hinzu: „Wir wollten die Aussteller rechtzeitig informieren, bevor sie sich weiter in die Vorbereitungen reinknien. Auch wir haben jetzt Klarheit.“ Laut Gudat sind die Absagen im Laufe des gestrigen Tages rausgegangen.

Nach Auskunft des Vorsitzenden lagen – Stand Dienstagabend – lediglich 80 Anmeldungen vor. „Das ist deutlich weniger als in den Vorjahren.“ An der Gewerbeschau 2019 etwa hätten insgesamt 130 Aussteller teilgenommen.

knappe Entscheidung für die Absage

Auf Anfrage der Kreiszeitung sprach Gudat gestern von einer „äußerst knappen Entscheidung“, er selbst bedauere die Absage sehr. Er wolle aber nicht öffentlich aufteilen, wer wie gestimmt habe. „Wir hätten natürlich sagen können: 80 Anmeldungen reichen uns zum jetzigen Zeitpunkt“, so Gudat. Doch insbesondere die Quote für den Außenbereich habe zu denken gegeben. „Da waren riesige Flächen frei.“

Gerade mal 40 Prozent der Kapazitäten seien auf dem Außengelände gebucht gewesen. Grund laut Gudat: Die Autohäuser Holtorf und Hinrichsen sind mit ihrem Angebot ins Zelt gezogen. „Was ich auch verstehen kann. Draußen ist es vor allem bei Regen schwierig.“ Und außer dem Autohaus Brandt, Reisemobile Frey und Dello habe es keine Interessenten aus der Autobranche für das Freigelände gegeben. „Da hätten wir noch ein, zwei Händler gebraucht.“ Gerade die Vermarktung dieser Flächen sei lukrativ.

Bei einem Blick auf den Lageplan fällt auch die überschaubare Auslastung von Zelt vier ins Auge, zumal drei der dort noch aufgeführten Aussteller abgesagt haben. „Vielleicht sollten wir künftig erst mal mit vier Zelten rangehen und auf fünf erweitern, je nach Anmeldezahlen“, erwägt Gudat.

Corona spielt keine große Rolle für Zurückhaltung

Die genauen Gründe für die Zurückhaltung der Aussteller kennen die Organisatoren nicht. Corona habe keine besonders große Rolle gespielt. Zwei, drei Firmen hätten angekündigt, nicht kommen zu wollen, falls für das Veranstaltungswochenende noch die Maskenpflicht gelte, sagt Gudat. „Die Corona-Einschränkungen laufen jetzt aus, aber ein bisschen Unsicherheit bleibt immer.“ Schmidt hat auch eine insgesamt betrübte Stimmung wegen der weltpolitischen Lage ausgemacht.

Gudat ging gestern davon aus, dass die Big nicht auf Kosten sitzenbleibt. Der mit Abstand teuerste Posten seien die Leihgebühren für die Zelte. Falls es zu einer Absage komme, die Zelte noch nicht aufgebaut seien und es einen Termin für eine Verlegung gebe, entstünden keine Ausgaben. So sei es mit dem Zeltverleih besprochen.

Überrascht zeigte sich auch Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier von der jüngsten Entwicklung. Er habe zwar gewusst, dass der Big-Vorstand am Dienstagabend „final“ zusammengesessen habe. „Ich bin aber davon ausgegangen, dass der Markt stattfindet. Wir waren als Gemeinde gerade dabei, unseren Stand zu planen.“

Wimmelmeier zeigt Verständnis für Absage des Marktes

Er finde die Absage sehr schade, sagt Wimmelmeier. „Ich kann es aber verstehen, wenn die Organisatoren die Befürchtung haben, dass sich die Veranstaltung wirtschaftlich nicht darstellen lässt. Man muss es verantworten können, deshalb ist die Entscheidung zu akzeptieren.“

Die Gewerbeschau hätte planmäßig 2022 stattgefunden, sie war bislang nicht von Corona betroffen. Nun soll es 2023 einen neuen Anlauf geben. „Dann ist auch insgesamt mehr Ruhe drin“, sagt Wimmelmeier.

Die Planungen dafür beginnen nach Auskunft von Schmidt im Sommer dieses Jahres. Dann werde er sich mit Arne Budelmann kurzschließen und potenzielle Aussteller ansprechen. „Wir werden auf die Anmeldungen für dieses Jahr zurückgreifen, aber auch Firmen kontaktieren, die 2019 dabei waren und die sich seitdem neu angesiedelt haben.“

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