Froschkönig, Karaoke und Problemlöser

Schüler stellen im MGH kreative Projekte vor

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Tobi und Leon (r.) erklären MGH-Leiterin Daniela Gräf, wie sie sich ihr Projekt für mehr Verständnis zwischen pubertären Teenagern und deren Eltern vorstellen.

Brinkum - Von Rainer Jysch. 16 Jugendliche aus drei Klassen des neunten Realschuljahrganges der KGS Brinkum waren am Freitag mit Lehrerin Heidrun Meier zu Gast im Brinkumer Mehrgenerationenhaus (MGH). „Die Schüler waren vor 14 Tagen im Rahmen des Wahlprofilkurses ‚Gesundheit und Soziales’ schon einmal hier, um die verschiedenen Angebote einer sozialen Einrichtung kennenzulernen“, berichtete Daniela Gräf, Leiterin des MGH, von dem Besuch der 14- bis 15-Jährigen. „In der Zwischenzeit haben sie eigene Projekte erarbeitet.“

Am Freitag ging es darum, die jeweiligen von Zweier-Teams erarbeiteten Vorschläge für künftige Veranstaltungen im MGH zu präsentieren. Anhand eines von den Schülern selbst entworfenen Flyers erklärten sie ihre Ideen, die sie in acht Doppelstunden entwickelt hatten. „Es gibt dafür auch Zensuren“, sagte Heidrun Meier.

„Jugendliche haben ab und zu Bedarf an Ruhe“

Gleich zweimal hatten sich Schüler mit der deutschen Geschichte auseinandergesetzt. Anhand von historischen Filmen und durch Ansprache von Zeitzeugen könnten sie sich vorstellen, Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit bei Kaffee und Kuchen Revue passieren zu lassen. Dabei möchten sie das Wissen um Weltkriege oder den Mauerbau vertiefen, um Diskussionen anzustoßen. Studenten und Geschichtsinteressierte seien die Zielgruppe. „Wir würden beim Aufbau helfen und den Service übernehmen“, sagten die Schüler ihre tatkräftige Unterstützung zu.

Als Problemlöser in Familienangelegenheiten stellten sich Tobi und Leon vor die Gruppe, um „eine Beratung über Pubertät und allgemeine Probleme“ zu präsentieren. „Es gibt viele Eltern, die ihre Töchter und Söhne nicht verstehen“, erklärte Leon den entscheidenden Punkt. Jugendliche hätten beispielsweise ab und zu einen Bedarf an Ruhe und wollten dann eben nichts mit der Familie unternehmen.

„Entspannungs-Café für jedermann“

„Die Eltern gehen einem dann auf die Nerven“, sehen sie die Notwendigkeit für 30-minütige Einzelgespräche mit Erziehungsberechtigten beziehungsweise Jugendlichen zur Wiederherstellung des Familienfriedens. „Vielleicht kommt es bei den Eltern besser an, wenn sie diese Bedürfnisse nicht von ihren eigenen Kindern, sondern von anderen Jugendlichen erklärt bekommen.“

Neben einem „Entspannungs-Café für jedermann“, einer Anlaufstelle zur Reparatur von defekten Mobiltelefonen, einem Seminar über Gebärdensprache und der Idee für einen Karaoke-Abend gab es auch Anregungen, die ausschließlich für Kinder gedacht sind. „Wir möchten eine Märchenstunde mit anschließendem Basteln vorschlagen“, berichteten Emely (15) und Klara (14) über ihre kreative Idee. „Das Angebot richtet sich an drei bis sechsjährige Kinder, die wir samstags hier in der Backstube ab 15 Uhr und ‚open end’ betreuen würden“, erklärten die beiden Teenager.

Fünf Euro für das Bastelmaterial müssten die maximal zehn Sprösslinge mitbringen, legten sie sich fest. „Ich glaube, sie haben sich das Märchen vom Froschkönig ausgesucht“, erinnerte sich Heidrun Meier.

„Diese Idee können wir konkret umsetzen“, zeigte sich Daniela Gräf begeistert von der Märchenstunde und stimmte sofort Termine mit Emely und Klara ab. Aber auch von den anderen Vorschlägen war sie sehr angetan und freute sich über die Kreativität der Jugendlichen sowie deren ernsthaften Ideen: „Die Schüler haben genau die Angebotslücken gefunden.“

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