Duo Volk & Knecht sorgt beim Publikum für reichlich Lachtränen

Frauenpower im Kulturforum

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Die Kölner Kabarettistinnen Nina Volk und Andrea Knecht nehmen in der KGS Leeste Castingshows, nachlassende Schönheit und die Abrechnung mit dem Verflossenen aufs Korn.

Leeste - Von Dagmar Voss. Castingshows und nachlassende Schönheit, Spätgebärenden-Ghettos und Abrechnungen mit Verflossenen hat das Duo Volk & Knecht am Samstagabend mit viel Ironie und auch schon mal ganz schön böse aufs Korn genommen. „Grüße aus dem Fettnapf“ lautete das Programm.

Die Kölner Kabarettistinnen Nina Volk und Andrea Knecht agierten mit viel Komik und Chaos, hatten auch herrliche Gesangseinlagen im Gepäck, die aber nur aus der Ferne schön oder romantisch klangen. Bei genauem Hinhören wurden einige bekannte Interpreten und deren besondere Auftritte hochgenommen. Lustig oder frivol, urkomisch oder nachdenklich und manchmal im Dialog mit ihren Zuschauern – „der kulturellen Speerspitze Weyhes“ –agierte unterhaltsame Frauenpower auf der Bühne des Kulturforums der KGS – da kam keine Langeweile auf.

Knochentrocken, satirisch und mitreißend grotesk vor allem der rote Faden, der sich durch den Abend zog: Die diversen Castingshows der Republik, bei denen man als Normalfrau eh nicht mithalten kann. Denn dazu muss frau bauch- und hirnfrei sein und eine XXS-Bulimiefigur haben.

Dann doch lieber ein Tanz- und Gesangsstück vorführen, dachten sich die beiden und präsentierten eine 80er-Ballade für alle Mädels, die einsam sind. Starker Wind und das gesungene „Oh Babe, verlass mich nicht“, ein gelber Schleier und ein Ventilator sollten die Hauptrollen spielen. Nur dass der Ventilator unterwegs seinen Geist aufgab – tatsächlich und so gar nicht vorgesehen – und so die komische Performance noch verstärkte.

Zu Klamauk und Satire gesellten sich Soul und Gospel – vor allem, als Nina Volk in die Pianotasten hämmerte. Gedacht war das Ganze als Anmache auf der Suche nach Mister Right. Denn Sängerinnen sind bestimmt begehrte Objekte, wenn sie sich entsprechend weiblich gebären. Also wirbelte sie über den Flügel und deckte gesanglich erstaunlich viele Oktaven ab.

Mit dem alten Volkslied „Im Frühtau zu Berge“, für Comedy-Parodie-Zwecke herrlich schräg verändert, begeisterten die beiden Ladys ebenfalls ihr Publikum. Da sangen nachgeahmt Rosenstolz eher jodelnd, Wendler zum Brüllen komisch mit Brusttoupet und Xavier Naidoo interpretierte „Dieser Wald wird kein grüner sein…“

Richtig böse wurde es bei der Gebrauchsanleitung dazu, wie man seinen Mann loswird. Scharfe Messer, Zyankali und Tupperdosen spielten dabei eine entscheidende Rolle.

Andrea Volk ist die Texterin des Duos, ihre besondere Spezialität ist die „Stand-up- und Lies-ab-Comedy“. Ihr urkomischer Auftritt mit einem unsäglichen orangefarbenen Nicki-Hausanzug – angepriesen als Teil für alle Gelegenheiten und gekauft bei Teleshopping, daher ne Driss (Kölsch für Flop) – sorgte denn auch für reichlich Lachtränen.

Für den furiosen Abschluss ihres Programms gab es die Fettnapf-Hymne zum Mitsingen „He ho“ und Arme schwenken. Lang anhaltender Applaus kündete vom vollen Erfolg des amüsanten Abends.

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