Frauen aus dem Kreis Diepholz machen sich fit fürs Heimwerken

Mit Charme und Bohrmaschine

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Geertje Hahl (links) lässt sich von Klaus von Stryk die Stichsäge zeigen.

Gross Mackenstedt - Von Julia Kreykenbohm. Im Bauhaus in Groß Mackenstedt bietet sich ein ungewöhnliches Bild: Rund 20 Damen unterschiedlichen Alters haben sich um ein paar Tische versammelt. Vor ihnen stehen Sekt, Mineralwasser und Orangensaft und in kleinen Schälchen warten Salzstangen, Cracker und einigen anderen Knabbereien.

Die Frauen diskustieren angeregt, während ihr Blick immer wieder zu der Person in der Mitte des Raums wandert. Doch dort steht keine elegant gekleidete Dame, die ihnen Tupperware oder Schmuck verkaufen will, sondern ein Herr in Jeans und grünem Hemd. Und der preist ihnen munter die Vorteile verschiedener Modelle von Bohrmaschinen an. Hat er sich in der Tür geirrt? Keineswegs!

Denn die Damen sind extra nach Groß Mackenstedt gekommen, weil sie keine Lust haben, beim Heimwerken ihren Männern das Feld zu überlassen. Getreu dem Motto „Selbst ist die Frau“ lauschen sie den Erklärungen über die Werkzeuge. Organisiert haben die Fahrt zum Bauhaus die Landfrauen Harpstedt/Heiligenrode.

„Hahn im Korb“ ist an diesem Abend Klaus von Stryk, Mitarbeiter der Firma Bosch, der bereits zum dritten Mal einen solchen „Einführungskursus“ für Frauen im Bauhaus gibt. Und von Stryk merkt schnell: er hat es an diesem Abend nicht mit völligen Neulingen zu tun – sondern teilweise mit leidenschaftlichen Handwerkerinnen.

„Das ist ja cool!“, strahlte Geertje Hahl aus Beekel, als von Stryk ihr eine Stichsäge präsentiert. Schon hat sie ihm das Gerät aus der Hand genommen und probiert es an der dafür bereitgelegten Holzplatte aus. „Total stark, wie der die Linie zieht“, ruft sie ihrer Bekannten Sabina Jaspermöller aus Groß Mackenstedt über den Lärm hinweg zu. „Heimwerken macht mir total Spaß“, verrät Hahl. „Und da mein Mann lieber im Garten arbeitet, darf ich mich im Haus austoben.“

Sabina Jaspermöller schaut hingegen noch etwas skeptisch zu. „Mein Mann macht bei uns solche Arbeiten, aber ich bin mitgekommen, weil ich sehen wollte, ob ich das auch kann.“ Dann bekommt auch sie die Stichsäge überreicht und setzt sie vorsichtig an. Es kreischt, Späne fliegen und Jaspermöllers Miene entspannt sich. „Ich hab mich kaum getraut, das Ding in die Hand zu nehmen, aber es ist gar nicht schlimm“, sagt sie hinterher. „Jetzt denke ich, wie traurig das ist, dass man es nie versucht hat.“

So wie Jaspermöller ergeht es sämtlichen Teilnehmerinnen. Nach anfänglicher Scheu nehmen sie die Bohrmaschinen, die auf einem Tisch bereit stehen, beherzt in die Hand und legen los. Dabei unterstützen sich die Frauen gegenseitig, geben Tipps und Hilfestellungen.

Während die Stichsäge mittlerweile von Hand zu Hand wandert, beantwortet von Stryk geduldig Fragen. „Woran erkenne ich, ob es sich um einen Metall- oder Holzbohrer handelt?“, möchte eine Frau wissen. „Was ist der größte Fehler, den man beim Bohren überhaupt machen kann?“, fragt eine andere.

Johanna Schmädeke aus Stuhr soll nun selbstständig das Bohrfutter wechseln. Kritisch mustert sie das Gerät, das von Stryk ihr gibt. „Das ist das erste Mal, dass ich so etwas in der Hand habe.“ Doch nach mehrfachem Versuch klappt es schon recht gut. „Ich finde diesen Kurs sehr lehrreich“, meint Schmädeke und schmunzelt: „Zwar macht mein Mann zu Hause alles, aber es gibt eben auch Arbeiten, die er gern aufschiebt, während ich sie am liebsten sofort erledigt haben möchte.“

Nach zwei Stunden Diskussionen und Ausprobieren machen es sich Teilnehmer und Dozent bei Zwiebelkuchen gemütlich. Doch selbst in der Pause drehen sich die Gespräche um das Heimwerken und künftige Projekte. „Meine nächste Küchenplatte schneid ich mir selbst“, sinniert eine Frau und lacht. „Nur muss ich dann sicher fünfmal herkommen, weil ich irgendetwas falsch gemacht habe.“ Klaus von Stryk beruhigt die Damen: „Das macht nichts. Übung macht den Meister.“

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