Abschlussturnier am Sonntag

Französische Lebenskunst in Stuhr-Varrel: Boulesparte hat großen Zulauf

Blick auf den Boule-Platz des TuS Varrel.
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Blick auf den Boule-Platz des TuS Varrel.

Sich präsentieren, neue Mitspieler finden, sich aber auch untereinander besser kennenlernen: Dies sind die Ziele eines Abschlussturniers, das die Boulesparte des TuS Varrel am kommenden Sonntag veranstaltet. Sie hatte sich vor zwei Jahren gegründet und einen Platz in der Nähe von Gut Varrel hergestellt. 

Varrel – Es ist eines der Bilder, die man mit französischer Lebenskunst verbindet: Zumeist ältere Männer, die auf einem Platz inmitten des Dorfes tagein, tagaus dem Boulespiel frönen. In Stuhr hat das Spiel mit den Kugeln auch seine Liebhaber. Doch zum öffentlichen Leben gehört der Zeitvertreib hierzulande nicht. Man muss schon wissen, wo sich die Plätze befinden.

Beispiel Varrel: Dort hat der örtliche Sportverein vor zwei Jahren in Eigenarbeit ein Spielfeld neben dem Tennisplatz am Gut Varrel angelegt. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Boule-Abteilung des TuS Varrel. Sie lädt für Sonntag, 10. Oktober, zu einem Jahresabschlussturnier ein. „Wir wollen uns bekannter machen“, nennt Mitglied Klaus Torns einen Grund für die Veranstaltung.

Doch auch untereinander sollen sich die Boulespieler besser kennenlernen. Denn die einen kommen dienstags um 15 Uhr auf den Platz, die anderen donnerstags um 19 Uhr beziehungsweise „zwei Stunden vor Sonnenuntergang“, wie es auf der Homepage heißt. „Im Winter wird es früher dunkel, da wäre 19 Uhr zu spät“, sagt Alexander Carapinha Hesse, TuS-Vorsitzender und selbst leidenschaftlicher Boulespieler. Alternativ können sich die Mitglieder für sonntags in einer Whatsapp-Gruppe verabreden.

Ein geübter Wurf von Alexander Carapinha Hesse (l.). Klaus Torns und Fritz Gerstner (r.) schauen zu.

Laut Carapinha Hesse verzeichnet die Sparte seit ihrer Gründung einen „regen Zulauf“. Sie habe sich von drei auf mehr als 30 Mitglieder verzehnfacht. Dass die Boule-Abteilung während Corona als eine der ersten wieder ihren Spielbetrieb aufnehmen durfte, hat sicher auch zu dieser Beliebtheit beigetragen.

An einen Aufnahmestopp ist trotzdem nicht gedacht, eher im Gegenteil: „Wir suchen noch Mitspieler“, sagt Torns. Gemeinsam mit Fritz Gerstner hatte er die Idee für das Sonntags-Event, die beiden haben sich auch um den Rotwein gekümmert. Zudem gibt es Pastis (französisches Anisgetränk) vom Vorsitzenden sowie Käse und Baguette.

Noch ist es eher die ältere Generation, die sich in Varrel zu einer Partie Boule trifft. Im Schnitt sind die Mitglieder 65 Jahre alt und zu 70 Prozent Männer. „Man kommt hier mit netten Leuten zusammen, bewegt sich an der frischen Luft und kann das gut mit dem Ehepartner spielen“, sagt Torns. Gerstner ist über seinen Nachbarn an das Hobby gekommen, Carapinha Hesse damit aufgewachsen. Denn seit 1977 pflegt der TuS eine enge Freundschaft mit dem AS Teloché, der in Stuhrs Partnerkommune, dem Kanton Ecommoy, beheimatet ist. „Und Boule war ein fester Bestandteil der Treffen. Wenn die Franzosen kamen, hatten wir vorher ein Spielfeld in einer Ecke des Parkplatzes am Gut Varrel hergerichtet.“ Vier bis fünf Stunden habe das immer gedauert. Während seines Praktikums in Teloché habe er festgestellt, „dass jede Kaffeekanne in Frankreich“ über einen Bouleplatz verfügt. „Das ist dort eine Art Daseinsvorsorge.“

Etliche Tonnen Splitt verbaut

Als sich die Gelegenheit ergab, in Absprache mit der Gemeinde das verwaiste Beach-Volleyballfeld zu einem Bouleplatz umzugestalten, legte der TuS umgehend los. In Eigenarbeit nivellierten die Mitglieder den Platz, schütteten drumherum Wälle auf und platzierten dort aus Baumstämmen gezimmerte Bänke. Weitere, „richtige“ Bänke stehen in den Gängen zwischen den acht Spielbahnen. Diese sind vier Meter breit und 14 Meter lang und entsprechen damit der Norm für internationale Turniere.

Etliche Tonnen Splitt seien dafür notwendig gewesen, sagt der Vorsitzende Carapinha Hesse. „Wir haben in Frankreich recherchiert, wie man einen solchen Platz baut.“ Klar, dass die Freunde aus Teloché bei dessen Einweihung dabei waren.

Seit einigen Wochen steht auch eine Hütte mit Unterstand auf dem Gelände. Laut Gerstner soll es bald auch Strom und eine Toilette geben. Zurzeit müssen die Mitglieder dafür noch zum benachbarten Gut gehen.

Seit Anfang des Jahres nehmen die Varreler sogar am Ligabetrieb teil., in eigenen Poloshirts mit der TuS-Varrel-Raute drauf. Doch diese Professionalität schlägt sich noch nicht in Ergebnissen nieder. „Da zahlen wir noch ordentlich Lehrgeld“, gibt Carapinha Hesse zu. Umso attraktiver kommt das Turnier am Wochenende daher. Es gibt Preise für die Besten, sowohl bei den Damen als auch bei den Männern. Wer sich also ein Erfolgserlebnis abholen möchte: Beginn ist um 12 Uhr, gegen 18 Uhr ist der Wettbewerb beendet.

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