Fraktion peilt Start im Sommer 2016 an

Grüne stellen Antrag für einen Waldkiga

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Waldkiga in Bruchhausen-Vilsen: So oder ähnlich stellen sich die Grünen das auch für Stuhr vor. Archivfoto: Hapke

Stuhr - Von Andreas Hapke. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen möchte das Betreuungsangebot in Stuhr um einen Waldkindergarten erweitern. Einen entsprechenden Antrag hat Vorsitzende Kristine Helmerichs bei Bürgermeister Niels Thomsen eingereicht.

Nach den Vorstellungen der Grünen sollen Sprösslinge ab dem Kindergartenjahr 2016/17 die Möglichkeit haben, die Zeit mit ihren Erzieherinnen oder Erziehern im Wald zu verbringen. „Ich denke, das müsste möglich sein. Wir haben den Antrag rechtzeitig gestellt“, sagte Kristine Helmerichs auf Nachfrage.

Nach Auskunft von Detlev Gellert, Fachbereichsleiter Bildung, Kultur und Freizeit, handelt es sich um den ersten Vorstoß zur Einrichtung eines Waldkigas in Stuhr. „Das ist eine Frage des Bedürfnisses. Wenn sich die Eltern eine solche Betreuung für ihre Kinder wünschen, dann muss man gucken, ob man sinnvoll etwas machen kann.“ Verwaltungschef Thomsen war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

„Es gibt mehrere Eltern, die uns auf eine solche Einrichtung angesprochen haben“, sagt Helmerichs, die von der Idee begeistert ist. „Ich würde mein Kind da auch anmelden.“

„Alle Aktivitäten wie Spielen und Basteln, Frühstücken, Bewegungsspiele oder Ausflüge finden in der Natur statt. Die Kinder entdecken und erkunden Pflanzen und Tiere und lernen die Natur genauer kennen“, heißt es im Antrag der Grünen. Mit der richtigen Kleidung und je nach Wetterlage mit „wasserdichter Oberschicht“ könnten sich die Sprösslinge jederzeit im Freien aufhalten. Zum Aufwärmen diene eine gut isolierte Hütte oder ein Bauwagen. „Es ist nicht so kostenintensiv, das zu realisieren“, glaubt die Grünen-Chefin. Bei extremem Wetter müsse es eine Möglichkeit geben, den Kindern in festen Gebäuden Unterschlupf zu bieten.

In einem Waldkiga sieht Helmerichs das geeignete Instrument, der Bewegungsarmut bei Kindern entgegenzutreten. In einem begrenzten Raum sei das auch nur begrenzt möglich.

„Bewegung ist die natürlichste Ausdrucksform von Kindern. Sie ist das Fundament der ganzheitlichen Entwicklung. Wir wollen den Kindern Raum geben für eigenverantwortliches Handeln, Mut und Selbstvertrauen zu entwickeln und eigene Grenzen kennen zu lernen“, heißt es zum Beispiel auf der Homepage des Waldkindergartens in Bruchhausen-Vilsen. Er wurde 1999 gegründet und zählt damit zu den ältesten Einrichtungen dieser Art im Landkreis Diepholz.

In Weyhe hat der Waldkindergarten Anfang September seinen Betrieb aufgenommen. „Möglich, dass die Berichterstattung über dessen Gründung auch eine Rolle bei den Eltern-Anfragen gespielt hat“, vermutet Helmerichs.

Die Verwaltung soll nun Möglichkeiten der Einrichtung eines Waldkindergartens in Stuhr prüfen. Das würde auch Überlegungen zu einem pädagogischen Konzept einschließen, denn „unsere hohen Anforderungen müssen im Wald anders umgesetzt werden“, sagt Helmerichs.

Weder Gellert noch Helmerichs sehen in der Waldkiga ein geeignetes Mittel, um vor dem Hintergrund der Flüchtlingswelle zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen. „Da müssen wir die Chancen nutzen, die wir im System haben“, sagte Gellert. „Und wir müssen sehen, was wir im laufenden Kindergartenjahr noch schaffen können.“

Für Helmerichs wäre der Waldkiga ein Angebot „on top“. Es würde den Platzbedarf nicht in der Größenordnung decken, den Stuhr benötige. „Dazu ist das Konzept auch gar nicht gedacht“, betont die Fraktionsvorsitzende.

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