„Damit Kinder lernen, was sie sonst vielleicht nicht lernen“

Förderverein der Schulen in Moordeich und Varrel feiert seinen 25. Geburtstag

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Vorsitzender Hermann Josef Meyer (l.) und sein Stellvertreter Hans-Georg Konzok sehen Vereinsunterlagen durch. 

Moordeich / Varrel - Von Andreas Hapke. Mit dem Förderverein der Schulen in Moordeich und Varrel verhält es sich wie mit dem VW Käfer: Das Auto läuft und läuft und läuft, der Verein fördert und fördert und fördert. Und das in einem Tempo, das ihn zu einem Turbo unter seinesgleichen macht. Er ist zu schnell, um seine guten Taten zeitnah dokumentieren zu können. Für Donnerstag, 25. Oktober, 17 Uhr, laden die Förderer zu einer Feierstunde in die Lise-Meitner-Schule ein. Anlass ist ihr 25. Geburtstag.

Auf der Homepage des Vereins ist noch zu lesen, dass er seit seiner Gründung im Juni 1993 Vorhaben von mehr als 150 000 Euro umgesetzt hat. In dem Flyer zum Jubiläum ist schon von 170. 000 Euro die Rede. Tatsächlich haben die Förderer bereits 241 244 Euro für weit über 100 Projekte rausgehauen. Das hat der Gründungsvorsitzende Hermann Josef Meyer akribisch auf neun Din-A4-Seiten festgehalten. Daraus geht auch hervor, wie sich die Ausgaben entwickelt haben. Von zwei Posten und 1 359 D-Mark im ersten Jahr bis hin zum Rekordjahr 2017, als der Verein 36 503 Euro investierte. Einzelne Projekte überschreiten inzwischen die 10. 000 Euro.

Allein die Förderung dreier Schulen scheint rekordverdächtig. Anfangs hatte nur die KGS Moordeich profitiert, seit 2001 sind auch die Grundschulen in Moordeich und Varrel dabei. „Das habe ich außer von uns noch von keinem Verein gehört“, sagt Meyer. Für ihn bedeutet dieses Konstrukt einen Vorteil, denn: „Viele Eltern bleiben von der ersten bis zur zehnten Klasse Mitglied.“

Der Verein sieht in den Kindern die Zukunft und möchte sie deshalb darin unterstützen, möglichst viel aus ihrer Schulzeit fürs Leben mitzunehmen. „Mit unserer Hilfe sollen sie etwas lernen, was sie vielleicht sonst nicht lernen könnten“, sagt Meyer.

Projekte müssen der ganzen Schule helfen

„Wir fördern nicht nach Größe der Schule, sondern nach Bedarf“, fügt Hans-Georg Konzok, seit 14 Jahren stellvertretender Vorsitzender, hinzu. Voraussetzung: Das Projekt kommt der ganzen Schule zugute. Für einzelne Klassen übernimmt der Verein ebenso wenig die Kosten wie für einzelne Kinder. „Wenn Eltern anrufen, dass sie noch Geld für die Klassenfahrt ihres Kindes benötigen, müssen wir schweren Herzens absagen“, sagt Meyer.

Oft unterstützt der Verein wiederkehrende Projekte, etwa neue Bücher für die Leseoase sowie die Übernahme der Kosten für die Schach-AG an der KGS Moordeich und die Ausstattung der Schulbücherei in Varrel. Andere Anschaffungen haben einmaligen Charakter, zum Beispiel die Beschattung der Open-Air-Sitzgelegenheiten an der Grundschule Moordeich. Dafür will der Verein demnächst Ampelschirme kaufen.

Allein mit den Beiträgen der 420 Mitglieder ist das nicht zu stemmen. Die Förderer können sich inzwischen auf feste Sponsoren verlassen, die jährlich einen gewissen Betrag überweisen. Gleichwohl könnten sich laut Konzok ruhig mehr Unternehmen beteiligen, vor allem aber könnten es mehr Mitglieder sein: „Alle drei Schulen zusammen kommen auf rund 1 300 Kinder. Ein Drittel Mitglieder ist da eine schlechte Quote.“ Woanders seien es bis zu 60 Prozent. Noch spärlicher sei die Resonanz bei Jahreshauptversammlungen, zu denen oft nur zehn Mitglieder kämen.

Der Vorstand, zu dem auch Kassenwartin Ute Malowitz und der technische Berater Helmut Petrich zählen, lädt pro Jahr zu vier festen Sitzungen mit den Schulleitern ein. Diese können bei dieser Gelegenheit ihre Wünsche äußern. „Wenn es ein Problem gibt, können wir uns auch spontan treffen“, berichtet Konzak. Zur Vorbereitung von Mitgliederversammlungen, Satzungsänderungen oder anderer aktueller Themen setzt sich der Vorstand weitere sechs- bis siebenmal zusammen. Den Aufwand schätzt Meyer auf einige hundert Stunden pro Person und Jahr. „Doch auf emotionaler Basis bekommt man auch viel zurück.“

Ewig möchten er und Konzok ihre Ämter trotzdem nicht bekleiden. „Wir wollen nicht mit Rollatoren in die Schule kommen“, sagt Meyer. Die beiden hoffen auf Freiwillige, die sich nach einer gewissen Zeit als Beisitzer für einen Vorstandsposten entscheiden. Eine Kandidatin sei bereits in Sicht. „Sie kommt ebenso aus der Schulelternarbeit wie wir“, sagt Konzok. „So wächst man da rein.“

Zu seinem Jubiläum hat der Verein ehemalige Vorstandsmitglieder, Wegbegleiter, Sponsoren und Gemeindevertreter eingeladen. Eine große Party gibt es nicht. „Dafür geben wir kein Geld aus. Wir fördern Schulen“, sagt Meyer. Deshalb dürfte bei der Feier auch ein Sparschwein in der Lise-Meitner-Schule stehen. Konzok: „Das ist eins, wo auch Scheine reinpassen.“

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