Förderung läuft bis Dezember 2016

Endspurt für die Kess

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Werben für die Förderung: André Brix (Kess) und die Mitglieder von Stuhr plus, Hans-Joachim Paschen, Volker Twachtmann und Hans-Jörg Becker (v.l.).

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Das Förderprogramm der Kommunalen Energiespargesellschaft Stuhr (Kess) läuft zum Ende des Jahres aus. Private oder gewerbliche Immobilienbesitzer in der Gemeinde haben also nur noch bis Ende Dezember Gelegenheit, Zuschüsse für Vorhaben zur Steigerung der Energieeffizienz zu erhalten.

„Unser Geschäftsauftrag ist Ende 2016 erledigt. Was 2017 mit der Kess passiert, wissen wir nicht“, sagt deren Geschäftsführer André Brix. Gespräche mit der Gemeinde, ob und wie es weitergehen könnte, stünden noch aus. Das Tochterunternehmen der Bremer swb-Gruppe war vor 20 Jahren in Stuhr gegründet worden. Ziel ist es laut Brix seitdem, sanierungswilligen Bauherren „im Kleinen“ zu helfen. 2014 hat die Kess demnach 47 Förderzusagen gegeben, ein Jahr später waren es 51. „Im vergangenen Jahr waren 28 Stuhrer Unternehmen an den Sanierungen beteiligt“, berichtet Brix.

Anfangs unterstützte die Kess auch den Einbau von Brennwertanlagen finanziell. Später änderte das Unternehmen seine Programme auf die noch heute gültigen Projekte. Für wärmedämmende Umbauarbeiten an alten Häusern fördert die Kess 20 Prozent der Investitionssumme, maximal 2000 Euro. Für die thermische Solarenergie gibt sie bis zu 500 Euro dazu. Der Vorteil liegt laut Brix auf der Hand: „Die Mittel sind relativ einfach und flexibel zu bekommen.“

Allerdings gibt es auch Vorgaben, an die sich Bauherren zu halten haben: Wer seinen Altbau sanieren möchte, hat nur Chancen, wenn dieser vor 1994 errichtet wurde. Die Mindestinvestitionssumme muss 3000 Euro betragen, und es muss das Angebot eines Handwerkerbetriebs vorliegen. „Eigenleistungen fördern wir nicht“, sagt der Geschäftsführer.

Viele Bürger wüssten auch nach fast 20 Jahren nicht, dass es neben Fördertöpfen des Bundes wie Kreditanstalt für Wiederaufbau (kfw) und Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) auch Mittel vor Ort gibt, sagen Hans-Jörg Becker und Hans-Joachim Paschen vom Verein Stuhr plus, der donnerstags um 17 Uhr im Rathaus kostenlos sanierungswillige Hausbesitzer berät (Anmeldung unter Ruf 04206/ 4195784).

Bürgermeister Niels Thomsen sieht keine Zukunft für die Kess. „Die Konzessionsverträge mit der swb laufen 2016 aus, und wir sind derzeit auf Partnersuche für die Strom- und Gasnetze“, erklärte er auf Anfrage. Allerdings habe die Politik festgelegt, dass es eine Nachfolgelösung für das Angebot der Förderprogramme geben müsse. „Der Aspekt Klimaschutz spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung.“

Die Gemeinde strebe ein Beteiligungsnmodell an. „Diese Chance hat man nur alle 20 Jahre und die wollen wir nutzen.“ Die Idee, eigene Stadtwerke zu gründen stehe nach wie vor im Raum. „Ganz klar gesagt: Wir wollen Einfluss auf die Energie und auch daran mitverdienen.“

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