Flughafen-Chef zu Gast bei der ISU

„Bremen braucht die Nacht nicht“

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Flughafen-Geschäftsführer Jürgen Bula steht bei der ISU Rede und Antwort.

Moordeich - Die regelmäßigen Vortragsabende der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (ISU) sind wegen der Referenten auch bei Nichtmitgliedern beliebt. Ganz so voll wie einst bei Moderator Yared Dibaba war der Saal im Restaurant Nobel am Montagabend zwar nicht, aber Jürgen Bula, Geschäftsführer des Bremer Flughafens, freute sich über ein sehr interessiertes Publikum.

Der 54-Jährige informierte in seinem Vortrag über den wichtigen Wirtschaftsfaktor für Bremen und die Region. 460 Beschäftigte aus 18 Nationen sind für jährlich 2,7 Millionen Passagiere zuständig.

Bei der anschließenden Fragerunde stand die noch unfertige Flughafenautobahn an erster Stelle. „Welche Variante ist die günstigste?“, wollte ein Gast wissen. „Die gesamten Planungen sind handwerklich schlecht“, so Bulas Einschätzung. Das geplante Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde, mehrere Kurven und Höhenverschwenkungen, die Gefahr von Nebel, die Flächenverluste des Flughafens, ein voraussehbarer Verkehrskollaps durch eine Verdichtung in engsten Zonen ergeben für Bula nur eine Variante, einen Tunnel.

„Wie hoch ist der Cargo-Frachtanteil in Bremen?“, wollten die Zuhörer wissen. Mit weniger als einer Million Umsatz bei 12000 Tonnen pro Jahr sei Bremen keine wirkliche Größe in diesem Geschäft. Die „Beluga“ sei eher als Werksflugverkehr denn als wichtige Größe im Frachtanteil zu sehen. Voll seien die Maschinen der Türkish Airline mit Särgen wegen der muslimischen Bestattung in Heimaterde.

Von großem Interesse war das Nachtflugverbot. „Es gibt in Bremen keins“, sagte Bula. Der Flughafen habe rund um die Uhr eine Betriebspflicht, was wegen der hohen Kosten sehr weh tun würde. „Bremen braucht die Nacht nicht“, gab der Geschäftsführer zu bedenken, denn nur wenige Ausnahmen wie Transplantationsflüge steuerten den Airport in dieser Zeit an. „Die Fracht braucht die Nacht wie in Hannover.“

Die Region habe durch den Bremer Flughafen gewonnen. Hinsichtlich des technischen Fortschritts im Flugzeugbau seien Starts und Landungen deutlich leiser geworden, und dank größerer Maschinen gäbe es nicht mehr Flugverkehr. An der Startbahnlänge soll nichts verändert werden.

Der Geschäftsführer hatte auch zum Thema Vogelschutz und Naturschutzgebiet Kladdinger Wiesen Antworten parat. Der Vogelflug sei mitunter schwierig, aber bislang komme nur eine Vergrämungsanlage, also eine Einrichtung, um die Tiere abzuwehren, zum Einsatz.

ak

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