Flüchtlingsnetzwerk und Geograf entwickeln Werkzeug zur Orientierung

Eine Karte als erster kleiner Schritt zur Integration

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Michael Wischniewski (l.), Hussein Moubarak und Ute Sydow stellen die Karte vor.

Brinkum - Von Sandra Bischoff. Wie komme ich zu den Sprachkursen? Wo finde ich eine Apotheke und wo kann ich einkaufen? Diese Fragen hören die Flüchtlingshelfer täglich mehrmals. Eine eigens entwickelte Karte soll den Neuankömmlingen nun helfen, sich in Brinkum zurechtzufinden.

„Die Flüchtlinge haben immer Probleme beispielsweise die Räume für ihre Sprachkurse zu finden“, sagen Ute Sydow vom Flüchtlingsnetz Stuhr und Hussein Moubarak von der Gemeindeverwaltung.

Die Idee, alle wichtigen Punkte auf einer Karte einzuzeichnen, stammt von Michael Wischniewski. Der 35-Jährige wohnt seit einem knappen Jahr in Stuhr und knüpfte über Facebook Kontakt zu dem Netzwerk und zu Hussein Moubarak. „Ich wollte wissen, ob das Thema Orientierung eine Rolle spielt“, berichtet der Geograf. Also erzählte Moubarak von den Problemen.

„Mein Ziel war es, ein simples Werkzeug zu entwickeln, das es ermöglicht, sich zurechtzufinden. Es ist der erste kleine Schritt zum Gelingen der Integration, wenn Menschen sich selbstständig auf den Weg machen können“, erklärt Wischniewski. Zudem solle die Karte der Entlastung der Ehrenamtlichen dienen. „Wir haben in Stuhr zurzeit über 400 Flüchtlinge, die können wir nicht alle begleiten“, sagt Sydow.

Das Organisationsteam hat sich dafür entschieden, dass die Karte nur Brinkum umfassen solle. „Dort gehen fast alle Veranstaltungen über die Bühne, und am ZOB kann man sich gut orientieren“, sagt Moubarak. Er habe bewusst darauf verzichtet, eine App zu entwickeln, sagt Wischniewski. Eine Karte auf Papier sei für jeden nutzbar.

Die Karte im Din-A-4-Format zeigt einen Ausschnitt des Ortskerns mit Bushaltestellen, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten und Apotheken. Die Veranstaltungsorte sind mit Zahlen markiert. Eine Legende auf der Rückseite gibt Informationen zu den einzelnen Öffnungszeiten der Treffpunkte auf Deutsch, Englisch und Arabisch. Fotos der jeweiligen Häuser stehen für einen höheren Wiedererkennungswert direkt daneben. Aufgelistet sind dort zum Beispiel das evangelische Gemeindehaus, der Frauentreff „Sie(h) da“ und das Mehrgenerationenhaus mit ausgewählten Angeboten wie dem Sprechcafé.

Die Karte soll in einer Auflage von 500 Exemplaren gedruckt und in den Unterkünften sowie den Veranstaltungsräumen ausgelegt werden. „Drei Flüchtlinge haben die Karte bereits getestet, und die Resonanz war sehr positiv“, sagt Moubarak.

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