Flüchtlingshilfe Stuhr richtet im Haus Lohmann ein Internetcafé ein

Integration erleichtern durch Skypen mit der Heimat

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Organisieren das Internetcafé für Migranten im Haus Lohmann: (v.l.) Uwe Geestefeld, Patenbetreuer Joachim Busse, Asylbegleiter Emin Akbas, Dörthe Siemers-Wulff, Detlef Korsen und Wolfgang Kubale.

Brinkum - Von Philipp Köster. Wie kommt man an arabische oder persische Tastaturen heran? Sind alle Rechner mit Windows 7 ausgestattet? Wie sieht es mit der kostenfreien Nutzung von Skype aus? Das sind einige Fragen, mit denen sich ein junges Netzwerk auseinandersetzt, das Stuhrer Flüchtlingen ein Internetcafé anbieten möchte.

Auf die Idee ist Wolfgang Kubale gemeinsam mit Uwe Geestefeld und Volkmar Burghardt im Männersprechcafé im Mehrgenerationenhaus (MGH) gekommen. „Die Flüchtlinge möchten Kontakte nach Hause knüpfen. Sie wollen wissen, was mit ihren Verwandten und Bekannten passiert“, sagt Kubale, der Internetseiten gestaltet. In vielen Städten gebe es bereits Internetcafés für Migranten. Das Problem sei, dass die Flüchtlinge kein Bankkonto haben und darum in ihrer Unterkunft keinen DSL-Anschluss bekommen.

Doch wo in Stuhr gibt es dafür Raum, der dazu noch mit den entsprechenen Zugängen ins weltweite Datennetz ausgestattet ist? „Wir haben gedacht, die Kirchen müssten doch geeignete Räume haben“, sagt Kubale.

Nach einigen Absagen stießen die Akitven bei der evangelischen Kirchengemeinde Brinkum auf offene Ohren. Elisabeth Junker-Stieber vom Frauensprechcafé im MGH sprach mit Pfarrer Detlef Korsen. Und der war gleich „Feuer und Flamme“, so Kubale. Der Geistliche dachte ans Haus Lohmann an der Bremer Straße. „Das gehört der politischen Gemeinde, aber die Kirchengemeinde führt für die ehrenamtlichen Organisationen den Kalender“, sagt der Pastor.

Im Rahmen der jüngsten Gemeindebriefsitzung gab Korsen die Idee weiter. Mit dabei auch Dörthe Siemers-Wulff. Sie hatte schon Anfang des Jahres an die Einrichtung eines Internetcafés gedacht, „damals war aber die Zeit noch nicht reif“, erinnert sie sich.

Gesagt – getan: Über die Facebookseite Flüchtlingshilfe Stuhr suchte die Organisatoren Hardware, die die vorhandenen zwei Notebooks ergänzt. Ein Stuhrer Unternehmen aus der IT-Branche, das nicht genannt werden möchte, öffnet das Lager und stellt PC, Monitore & Co. WLAN ist im Lohmannschen Haus vorhanden. WLAN-Dongle und Headsets steuert Wolfgang Kubale bei.

Alle weiteren Schwierigkeiten und Details wollen die Freiwilligen bis zum Start des Cafés am Montag, 21. September, geklärt haben. Geplant ist, dass das Café – Kaffee oder andere Getränke soll es übrigens nicht geben – montags bis mittwochs sowie freitags ab 15 Uhr eine Stunde öffnet. Dörthe Siemers-Wulff würde gern einen Tag nur für Frauen reservieren. Für die Aufsicht und Unterstützung beim Surfen suchen die Ehrenamtlichen noch weitere Helfer, eine „Schicht“ übernimmt Pastor Korsen.

Langfristig sollen die PCs komplett durch Notebooks ersetzt werden, damit die Flüchtlinge die Rechner in den Unterkünften nutzen können.

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