Politiker wollen an der Kirchseelter Straße weniger Wohneinheiten als die Verwaltung

Finales Konzept scheitert im Ausschuss

Erhaltenswerter Baumbestand: Blick auf das Plangebiet aus Richtung Kirchseelter Straße.
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Erhaltenswerter Baumbestand: Blick auf das Plangebiet aus Richtung Kirchseelter Straße.

Fahrenhorst – Mit den Bebauungsplänen ist das manchmal so ein Kreuz. Beispiel B-Plan „Kirchseelter Straße“: Nach Auskunft von Stadtplaner Christian Strauß wäre an dieser Straße wegen der Innenbereichssatzung eine Bebauung möglich, die sich in die Umgebung einfügt, theoretisch auch Mehrfamilienhäuser. Nach geltendem Recht könne man dafür ein Drittel des Eichen- und Buchenhains beseitigen. Um den vorhandenen Bestand „in Gänze“ zu erhalten, möchte die Gemeinde einen B-Plan auflegen. Der ermmöglicht zwar auch eine Bebauung, aber um die Bäume herum. „Ein Kompromiss“, wie Planerin Ina Rehfeld vom Büro NWP findet. Lediglich eine Buche, so steht es in der Verwaltungsvorlage, müsse für die Hauptzufahrt im Westen des Plangebiets weichen.

Dass dieser Kompromiss allerdings im Südwesten des Grundstücks ein zweistöckiges Doppelhaus mit einer Traufhöhe von 4,50 Metern in unmittelbarer Nähe zu den Häusern 3a bis 3d beinhaltet, ist so gar nicht nach dem Geschmack eines Anliegers, der in einem dieser Gebäude wohnt. „Das Grundstück liegt ohnehin schon zwei Meter höher als unseres, da guckt man uns auch so schon drauf“, gab er zu bedenken. „Ich sehe außer wirtschaftlichen Gründen nichts, was dafür spricht.“

Vor dem Hintergrund, dass die Gemeinde Wohnraum schaffen wolle, seien Einzelhäuser an dieser Stelle nicht zielführend, sagte Rehfeld. Bei vier Wohneinheiten könne man nicht von einem Mehrfamilienhaus sprechen.

Ursprünglich war die Gemeinde mit drei Vorschlägen in die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gegangen, keine vermochte die Anwohner zu überzeugen (wir berichteten). Um das „finale städtebauliche Konzept“ mit insgesamt fünf Baugrundstücken ging es am Donnerstagabend im Ausschuss für Umwelt und Gemeindeentwicklung. Ziel der Verwaltung war es, mit dem überarbeiteten Entwurf in die Offenlegung zu gehen und die Träger öffentlicher Belange zu beteiligen. Doch auch das nachgebesserte Konzept stieß auf Kritik – allerdings nicht nur bei den Bewohnern, sondern auch bei den Ausschussmitgliedern.

Der CDU-Ratsherr Heiner Lampe rechnete vor, dass bei fünf Grundstücken mit Doppelhäusern über zwei Etagen 20 Wohneinheiten entstehen könnten. Dem hielt Rehfeld entgegen, dass nur im Südwesten ein derart großes Haus entstehen solle, auf den anderen vier Grundstücken seien Einzelhäuser und kleinere Doppelhäuser vorgesehen. Gleichwohl habe er mit dieser Variante „Bauchschmerzen“, sagte der CDU-Ratsherr Frank Schröder.

Der „Besser“-Fraktionsvorsitzende Gerd-W. Bode stellte fest, „dass wir bezahlbaren Wohnraum brauchen. Das hier können sich die Leute nicht leisten.“ Eine „weiter ausgebaute Version“ der ehemaligen Variante 2, die ebenfalls fünf Baugrundstücke beinhaltete, sah der SPD-Ratsherr Dennis True.

„Zwischen Pest und Cholera“ (Innenbereichssatzung und B-Plan) verortete die Grünen-Fraktionsvorsitzende Kristine Helmerichs das Gremium. Sie bemängelte zudem die „schlechte Erschließung“ der Grundstücke, den großen Wendehammer und die Lage des Wohngebiets – „weit weg von Kindertagesstätten und Schulen. Wir lehnen den Plan mit den fünf Häusern ab. Niemand wollte ein Vierfamilienhaus im Südwesten“.

Dem Antrag Helmerichs’, den Tagesordnungspunkt zurückzustellen, um die Erschließung zu überdenken und die Anzahl der Wohneinheiten herunterzuplanen, stimmten alle Mitglieder des Ausschusses zu.

Von Andreas Hapke

Dieses städtebauliche Konzept enthält nach Ansicht der Politiker zu viele Wohneinheiten. entwurf: Gemeinde stuhr

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