Szenario mit abgestürztem Mitarbeiter

Feuerwehr übt Einsatz mit der Drehleiter

Vorsichtig wird die Schleifkorbtrage mit dem „Verunglückten“ auf den Hallenboden abgesenkt. - Foto: bt

Brinkum - Von Heiner Büntemeyer. Ein Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebs Bänsch & Wippersteg am Rodendamm ist bei Wartungsarbeiten abgerutscht und in einen sechs Meter tiefen Schacht gestürzt – so lautete Grund für die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Brinkum am Donnerstagabend, die sich jedoch als Übung herausstellte.

Die Einsatzkräfte hatten sich in den vergangenen Monaten zusätzlich zu ihrem regulären Übungsdienst noch an einer Ausbildung in der Rettungsarbeit mit der Drehleiter beteiligt. In diesen Dienst hatten die Verantwortlichen die Übung am Rodendamm gelegt.

Mit der Drehleiter, begleitet von einem Löschfahrzeug, trafen die Helfer in dem Recyclingbetrieb ein und sondierten die Lage. Gruppenführer Björn Kaufhold wusste sofort, dass die Arbeit damit in der Halle knifflig werden und es um Zentimeter gehen würde.

Diese musste so positioniert werden, dass der Ausleger unter dem Hallendach über den Schacht ragte, um eine Schleifkorbtrage hinabzulassen und den Verunglückten zu bergen. Probleme bereiteten dabei die hohen Wände und die Brüstungen vor dem Schacht.

Gruppenführer Hartmut Specht übernahm die Erstbetreuung des „Verunglückten“, bis Jerome Großlaub sich zu ihm abgeseilt hatte, um die Erstversorgung zu sichern und so gut es in dem engen Schacht möglich war, die Verletzungen zu diagnostizieren. „Wir freuen uns, dass wir in unserer Wehr unter den Aktiven auch mehrere Rettungsassistenten haben. Die sind in solchen Fällen unbezahlbar“, lobte der stellvertretende Ortsbrandmeister Rolf Wiechmann seine Kollegen. Das spare viel Wartezeit auf den Notfallarzt.

Die Einsatzkräfte sicherten ihren Kollegen beim Abseilen fachgerecht und dieser meldete Verletzungen an der Wirbelsäule, ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Fraktur des Unterschenkels nach oben. Inzwischen war eine Steckleiter fertig, über die ein weiterer Helfer nach unten stieg, denn der Verletzte musste in dem schmalen Schacht in der Schleifkorbtrage senkrecht nach oben befördert und entsprechend gesichert werden.

Dann zogen die unterhalb der Drehleiter über Umlenkrollen geführten Sicherungsseile die Trage Zentimeter um Zentimeter in die Höhe. Auf der oberen Plattform übernahmen die Feuerwehrleute die Trage. Sie befestigten sie neu, so dass der Verunglückte liegend auf den Hallenboden abgesetzt werden konnte.

„So hatten die für dieses Szenario Verantwortlichen sich das sicher vorgestellt“, lobte der stellvertretende Pressesprecher der Gemeindefeuerwehr, Matthias Thom, die Arbeit seiner Kollegen.

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