„Wer jetzt nicht hier ist, ist echt selber schuld“ 

Stuhr Open Air beeindruckt mit 17 Bands

Varrel - Von Rainer Jysch. Insgesamt 17 verschiedene Bands und Künstler haben sich am Wochenende neben der Varreler Gutsscheune ein Stelldichein mit Rock-Musik, Blues und Pop gegeben.

Karsten Schierenbeck hatte das Festival „Stuhr Open Air“ (S.O.A.) ausgebrütet und auf die Beine gestellt. „Sie wollen ein Festival, ich mache Ihnen ein Festival“, hatte Schierenbeck Bürgermeister Niels Thomsen im Januar versprochen

So blieb nur ein gutes halbes Jahr für Vorbereitungen und Gründung des Festivals. „Das ist eine äußerst kurze Zeit“, erklärte der 61-Jährige. „Mir kommt dabei zugute, dass ich seit 40 Jahren in der Musikszene tätig bin. Ich bin selbst aktiver Musiker und kenne viele der Bandmitglieder hier persönlich. Sie sind alle gerne gekommen und treten zu Sonderkonditionen auf.“

Mischung kommt gut an 

Bereits um die Mittagszeit ging am Sonnabend das Festival in die zweite Runde. Die Gruppe „Tixs“ und das Gitarren- und Gesangsduo „TS-Projekt“ beherrschten zunächst die Bühnen zwischen Scheune und Gutshaus. Auch die vierköpfige Band „Camino Kaze“ aus Bremen rockte am Nachmittag die Gäste. Zur Kaffee- und Kuchenzeit empfing Sängerin Birgit Locher mit der Bluesband „Jelly Baker“ das bis dahin schon gut unterhaltene Publikum mit handgemachter, hervorragender Musik. Die großartige Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen war eines der Highlights des Festivals.

Zum ersten Mal richtig laut wurde es an diesem Tag mit der Band „Anne.Für.Sich“, die sich mit deutschsprachigem Indie-Rock Gehör verschafften. Vor der großen Bühne beeindruckte derweil „Tom The Dragon“ aus Bremerhaven als menschlicher Flammenwerfer immer wieder mit seiner „Feuershow der alten Schule“, wie er es selbst nennt. Zwischen den Auftritten auf der großen Bühne lieferte der Singer-Songwriter Micha Insinger mit Gitarre und Loop-Station auf dem kleinen Podest Beispiele seines Könnens.

Veranstalter greift selbst zur Gitarre

Dann stellte sich Stephanie Schierenbeck mit Ehemann und Veranstalter Karsten und ihrer Band „Caldera“ ins Rampenlicht. „Dramatische Romantik“ stand mit dem fetzigen Repertoire der fünfköpfigen Formation aus Stuhr-Varrel auf dem Programm. Die Lokal-Matadoren hatten ihren Bandnamen aus dem Spanischen entliehen, zu deutsch „Kessel“. „Wir wollen wie der Krater eines feuerspeienden Berges spielen. Mal ruhig, mal mit explosionsartigen Eruptionen wie bei einem Vulkanausbruch“, erklärte Stephanie Schierenbeck, Frontfrau der Band. „Wer jetzt nicht hier ist, ist echt selber schuld“, rief sie den Gästen entgegen.

„Caldera“ mit Frontfrau Stephanie Schierenbeck und Ehemann Karsten (rechts), der Veranstalter des Stuhr-Open-Air-Festivals 2017.

Als „sehr stressig“ empfindet Michael Dühnfort mit seinen „Noise Boys“ Auftritte bei Open-Air-Festivals. Die Zeit sei immer sehr knapp: „Kaum hat man aufgebaut, muss man gleich den ersten Song spielen“, scherzte der bärtige Gitarrist. Die Band in klassischer Dreier-Besetzung (Gitarre, Bass, Drums) präsentierte Blues-Rock, stampfende Beats und mitreißende Rhythmen, die das nun zu vorgerückter Stunde in größerer Zahl vorhandene Publikum zu tanzenden Bewegungen animierte. Geschickt vermochte Dühnfort an der Leadgitarre mit dem Bottleneck genannten Metallrohr am kleinen Finger seiner linken Hand dem Instrument den unverwechselbaren Slide-Sound zu entlocken. Mit minutenlangen Soli zeigte der Bandleader, was in ihm steckt.

Den Hauptact an diesem Tag stellten die fünf Musiker namens „Mad Monks“ dar, die unter anderem mit Posaunenklängen das Publikum erfreuten. Schnell, heftig, laut und sehr unterhaltsam begeisterten die „verrückten Mönche“ die Besucher mit ihrem Instrumentensatz.

Die Gruppe „Mad Monks“, die „verrückten Mönche“, gibt mit ihren Gitarren, Drums und Posaunen absolut Vollgas. - Fotos:

Den Abschluss am zweiten Tag des Festivals lieferten die vier Mitglieder der Gruppe „Hollywood Tease“, die zur Freude des Publikums ihren Sound bis Mitternacht über dem Gutsgelände erklingen ließen.

„Stuhr Open Air“ in der Gutsscheune

„Die Atmosphäre hier ist sehr entspannt, auch dank der im Vorfeld getroffenen Sicherheitsvorkehrungen“, zog Veranstalter Karsten Schierenbeck am Samstagabend ein Zwischenfazit. Er zeigte sich froh, dass alles klappt. „Jeder schwärmt von der Location.“ Auch mit dem Wetter und den Besucherzahlen war Schierenbeck äußerst zufrieden. „Viele Leute haben mir gesagt: ich bin froh, dass Stuhr wieder ein Festival hat. Und: weitermachen, wiederholen.“

Rubriklistenbild: © Jysch

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