„Festival of Bluegrass & Americana Music“ bereits zum siebten Mal in Stuhr

„Bluegrass Jamboree“ in der Varreler Gutsscheune ein Publikumsmagnet

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Rosie Newton und Richie Stearns. Banjolegende Stearns spielt mit Partnerin Rosie neuen Folk und alte Appalachian Americana Sounds.

Varrel - Von Rainer Jysch. Seit Ende November tourt Veranstalter Rainer Zellner mit seiner Bluegrass-Jamboree-Truppe wieder einmal durch die Lande. 21 Konzerte an 21 Tagen, jeden Tag an einem anderen Ort.

Am Freitagabend hat das Tournee-Team in der Varreler Gutsscheune mit Konzert Nummer 12 das Dutzend voll. Bereits zum siebten Mal fungierte Zellners Bluegrass-Festival in der Gutsscheune als Magnet für deutlich mehr als 300 Zuhörer. Fast alle Besucher hatten schon einmal eine Bluegrass-Band live erlebt, wie Rainer Zellner durch Befragung des Publikums herausfand. Hier waren also die Kenner unter sich.

„Im Bluegrass finden sich Elemente der Folk-Musik europäischer Auswanderer wieder, aber auch Gospel-Klänge sowie Elemente spiritueller Musik“, erklärte Zellner die Hintergründe. Erfunden hat die einzigartige Mischung Bill Monroe im Kentucky der 1940er-Jahre. Mit seiner Band „The Blue Grass Boys“, benannt nach der dortigen bläulichen Färbung des Grases, legte er den Grundstein für das bis heute so erfolgreiche Musikgenre.

„The Railsplitters“: Die Gruppe präsentiert als „echte“ Bluegrass-Band den Sound der Rocky Mountains mit perfektem Harmoniegesang.

Rosie Newton (Fiddel) sowie Richie Stearns (Banjo) übernahmen den Auftakt. Mit Eigenkompositionen und Standards lieferte das im ländlichen New York beheimatete Duo einen ausgezeichneten Einstieg ab. „Trouble in mind“, „Nowhere in time“, „If I needed you“ und andere Stücke sangen und spielten sie souverän, wobei insbesondere Banjolegende Stearns durch sein „Crawhammer“-Spiel hervortrat. Rosie Newton ist als Mitglied der gefeierten Folk-Rock-Band „The Duhks“ auf allen großen US-Festivals vertreten. In der alternativen Oldtime-Folk-Szene spielt sich die junge Künstlerin gerade ganz nach oben, wie Veranstalter Zellner mitteilte.

Anschließend präsentierten sich „The Howlin' Brothers“ aus Nashville. Die drei „Brüder im Geiste“ pflegen einen authentischen, rauen und rhythmusstarken Musikstil, den sie – abseits des sauberen Country-Establishments – in den wilden Hinterhof-Clubs ihrer Heimatstadt darbieten. Ian Craft (Banjo, Fiddel), Frank Rische (Bass) und Jared Green (Gitarre, Mundharmonika) brachten ihren Sound mit Gesang und perfekter Begleitung auf die Bühne. Jared Green ließ es sich nicht nehmen, eine kleine Tanzeinlage abzuliefern. Als letztes Stück vor der Pause spielten und sang das Trio „Where was you when the train left town?“.

In der klassischen Bluegrass-Besetzung mit Dusty Rider am Banjo, Lauren Stovall (Gitarre), Christine King (Fiddel), Peter Sharpe (Mandoline) und Leslie Ziegler (Kontrabass) zeigte das Quintett „The Railsplitters“ aus Colorado eindrucksvoll, was raffinierter Harmoniegesang bedeutet. Die zierliche Leadsängerin Lauren Stovall sang sich gleich zu Beginn des Auftritts mit ihrer großartigen Stimme in die Herzen der Zuhörer. Jedes Gruppenmitglied glänzte mit hervorragenden Sololeistungen, was das Publikum jeweils mit Szenenapplaus quittierte. Großen Beifall gab es auch bei der abschließenden Jam-Session mit „Breitwandsound“, bei der alle zehn Musiker gemeinsam mit Veranstalter Rainer Zellner an der Mandoline einige Stücke zu Gehör brachten, Zugaben inklusive. Jared Green und Rosie Newton boten währenddessen mit ihrem Westerntanz am Bühnenrand ein zusätzliches, optisches Highlight.

„Wir haben in diesem Jahr eine tolle Truppe zusammenstellen können. Ich picke mir immer die Perlen heraus“, sagte Zellner. „Im Prinzip treten alle drei Gruppen das erste Mal in Deutschland auf“. Nur mit Hilfe seines bestehenden Netzwerkes und aufgrund von Empfehlungen gelingt es Zellner, Jahr für Jahr solche beeindruckenden Künstler aus den USA auf die Stuhrer Bühne zu bringen. Die Tour 2016 und teilweise auch 2017 hat er bereits in der konkreten Planung.

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