Radaranlage auch für Martfeld und Stuhr geplant

B6: Ab dem Sommer blitzt es in Bruchhausen-Vilsen

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Ab dem Sommer kann es für zu schnelle Autofahrer in Bruchhausen-Vilsen richtig teuer werden.

Landkreis (kra). Der Landkreis Diepholz will bis zu den Sommerferien im Nordkreis zwei neue Blitzer installieren, ein dritter ist im Gespräch. Demzufolge wird die B6 erstmals von einer stationären Radaranlage gesäumt, sie soll in Höhe der Abzweigung nach Bruchhausen-Vilsen in Nenndorf stehen, wie Wolfgang Nogga vom Landkreis Diepholz auf Nachfrage erklärte.

 Eine nächste Anlage ist auf der Strecke zwischen Martfeld und Bruchhausen-Vilsen an der Landesstraße 202 in Höhe des Gasthauses „Kastanie“ geplant.

Um eine dritte zusätzliche Messtation wird gegenwärtig noch gerungen. Hier steht in der Gemeinde Stuhr die Bundesstraße 322 zwischen Kreuz Meyer und der Abbiegung nach Heiligenrode zur Disposition. Ins Auge gefasst sei ein Standort an der Abzweigung zum Silbersee. Allerdings wolle man den Blitzer nur dann installieren, wenn die Gemeinde grünes Licht gebe. „Die Beratungen gehen im März in die entscheidende Phase“, sagt Harald Martens aus dem Rathaus Stuhr, „eine Tendenz ist noch nicht erkennbar.“

Bei den bereits feststehenden Standorten geht es nur noch um Details. Steht der Blitzer links oder rechts von der Fahrbahn, vor oder hinter der Gefahrenstelle? Fragen, auf die die Verkehrsunfall-Kommission des Landkreises Anfang März bei einer Stippvisite vor Ort Antworten geben will. Vor allem die B6-Anlage birgt noch Fragezeichen. An der Einmündung nach Nenndorf besteht zwar schon eine Tempo-70-Zone, unklar allerdings, ob sie lang genug ist. Um gerichtsfeste Ergebnisse zu erzielen, bedarf es zwischen Verkehrsschild und Messstelle eines Abstands von 150 Metern. Möglicherweise müsse der Bereich angepasst werden, sagt Nogga.

Die Unfall-Kommission, die aus Vertretern einer Reihe von Behörden, Institutionen und der Polizei besteht, will beim Ortstermin im Nordkreis sogar noch eine vierte weitere Radaranlage thematisieren. Dabei geht es um die B6 in Melchiorshausen. Die Gemeinde Weyhe hatte sich zwar gegen einen weiteren Messpunkt in ihrem Hoheitsgebiet ausgesprochen, vom Tisch ist der Blitzer jedoch nicht. Grund, so Nogga in einer Beratungsvorlage: Hohe Geschwindigkeiten würden vor allem abends und nachts gefahren, was neben Unfällen mit Personenschäden auch starke Lärmbelästigungen hervorrufe.

Zusätzlich zu den neuen Starenkästen im vielbefahrenen Nordkreis sollen auch an der Bundesstraße 214 im Raum Sulingen/Diepholz Verkehrsüberwachungsanlagen installiert werden. Als Standorte wurden Maasen und Wetschen ausgewählt. Insgesamt kommt der Landkreis dann auf neun, eventuell zehn Messstationen, die allerdings nicht permanent „scharfgeschaltet“ sind. Bisher kam lediglich eine Digital-Kamera zum Einsatz, die reihum eingebaut wurde, jetzt wird eine zweite beschafft.

Die Kosten sind bereits relativ präzise ermittelt. Sie liegen pro Standort bei rund 20.000 Euro, die Kamera ist für knapp 50.000 Euro zu haben. Die Investition dürfte rasch refinanziert sein. Zwar kommen die Überland-Kameras nicht an Ergebnisse, wie sie auf manchen Autobahnen zu verzeichnen sind mit Einnahmen von bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr, aber schon die fünf bestehenden Radaranlagen tragen spürbar zur Entlastung des Kreishaushalts bei. Vergangenes Jahr wurden pro Anlage Verwarn- und Bußgelder in Höhe von durchschnittlich 45.000 Euro verhängt. Allein in den ersten zehn Monaten kamen 203.000 Euro zusammen.

Die Kreisverwaltung führt vor allem verkehrserzieherische Gesichtspunkte als Grund für die neue Radar-Schwemme an. Studien belegten, dass bei einem Prozent weniger Tempo gleich vier Prozent weniger Unfälle zu verzeichnen seien. Zudem gibt der Verkehrskommission die Erfahrung der vergangenen sechs Jahre Recht. Sämtliche fünf Alt-Anlagen stehen an einstigen Unfall-Schwerpunkten, diese Stellen gelten inzwischen als nahezu unfallfrei. Und um gar nicht erst in den Ruch der Abzocke zu geraten, hatte die Kreisverwaltung schon damals Hinweisschilder mit der Aufschrift „Radarkontrolle“ aufstellen lassen.

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