Behindertenwohnheimat der Lebenshilfe feiert 15-jähriges Bestehen mit großer Party

Fest in Heiligenrode verankert

Einrichtungsleiterin Anja Abels ist seit Anbeginn dabei: „Wie in einer normalen WG geht es hier manchmal hoch her.“ - Foto: Ehlers

Heiligenrode - Von Angelika Kratz. Wer 15 Jahre alt wird, feiert nicht mehr als Kind und noch nicht als Erwachsener seinen Geburtstag. Entsprechend bunt und fröhlich ging es beim Fest der Behindertenwohnheimat Heiligenrode am Sonnabend zu. Aufgeregt begrüßten die Bewohner ihre immer zahlreicher erscheinenden Gäste im Innenhof an der Breslauer Straße. Der präentierte sich bunt geschmückt, genauso wie das riesige Festzelt.

Bewohner und Mitarbeiter hatte sich viel Mühe gegeben. Auf die bunten Tische mit den handbedruckten Tischdecken mit allen Namen war nicht nur Heiko stolz. „Das haben wir gut gemacht, aber das war auch viel Arbeit“, berichtete er von der Vorbereitung.

„Ich habe fast stündlich auf die Wetter-App geschaut“, gestand Wohnheimleiterin Anja Abels. Doch wie immer bei besonderen Festen hielt die Wetterlage. Der Rotary-Club Bremen-Weser sponserte und bewirtete mit gekühlte Getränken. Jeder stieß fast mit jedem mit Wasser, Saft, Cola oder einem Bierchen an. Die immer größer werdende Runde sprengte so den Zeitplan. Die offiziellen Reden von Bürgermeister Niels Thomsen, Dr. Horst-Gevert Bellmer und Volker Hinte als Vertreter der Lebenshilfe Syke, die Trägerin der Wohngemeinschaft in Heiligenrode ist, verschoben sich damit ein wenig.

„Ich zeige dir mal unseren Geburtstagstisch“, nahm eine Bewohnerin die Berichterstatterin kurzerhand unter den Arm. Viele Blumen und sehr kreativ gestaltete kleine Geschenke füllten ihn aus, etwa ein handgemachter Wachhund von einem Künstler aus der Bassumer Einrichtung. „Es ist wunderbar, wie alle 30 Bewohnerinnen und Bewohner hier zusammenleben“, betonte Anja Abels, die vom ersten Tag an mit dabei ist und auch um alle persönlichen Höhen und Tiefen eines Alltags weiß. „Wie in einer normalen WG geht es hier schon mal hoch her“. Ihre behinderten Kinder loszulassen sei für die Eltern aber zunächst schwer gewesen.

„Was hier tatsächlich passiert, ist mehr als wohnen“, sagte Bürgermeister Thomsen hinsichtlich seiner eigenen Begegnungen im Wohnheim. Stolz ist das Gemeindeoberhaupt auf die gewachsene Annahme durch die Nachbarschaft. Bis über die Straße zur Feuerwehr funktioniere das Miteinander, und mit der Landjugend schauten die Bewohner die Fußballweltmeisterschaft – ein gelungener Weg der Integration.

Der fröhliche Geburtstag hielt viele Höhepunkte parat, so die feierliche Enthüllung einer Stele mit den 30 Handabdrücken aller Bewohner. Die Gruppe „Vergissmeinnicht“ tanzte, und für musikalische Stimmung sorgten die Musikfreunde Stuhr. Die Bratwurst vom Grill und viele leckere Salate sorgten zudem für Labsal.

Kurzum: Die Behindertenwohnheimat Heiligenrode ist längst im Ort verankert, und dass dies so bleiben soll, versprach nicht nur Bürgermeister Thomsen, sondern auch alle ehrenamtlichen Mitarbeiter, die vielen Nachbarn und die Vertreter der Vereine.

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