FDP-Ortsverein will Werbung für Kommunalpolitik machen

„Menschen wissen oft nicht, wie Politiker arbeiten“

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Der Ortsvereinsvorsitzende Jan-Alfred Meyer-Diekena (l.) und der Fraktionsvorsitzender Jürgen Timm. Archivfoto: Schritt

Stuhr - Von Andreas Hapke. Es ist ein löbliches Ziel, sollten es die Stuhrer Liberalen tatsächlich so meinen: Mit Blick auf die Kommunalwahl 2016 möchte der FDP-Ortsverein nicht nur Werbung für sich machen, sondern für die Kommunalpolitik insgesamt.

„Der Gemeinderat mit seinen Fachausschüssen hat es verdient, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen“, schreiben der Ortsvereinsvorsitzende Jan-Alfred Meyer-Diekena und Fraktionsvorsitzender Jürgen Timm in ihrer Parteipostille „frei heraus“. Erstmals seit 1991 ist das Heft jetzt wieder erschienen.

Doch wie genau wollen die Liberalen diese Aufmerksamkeit erzeugen? Und ist sie wirklich so selbstlos?

In der Publikation ist allgemein von einem Info- und Workshopprogramm die Rede – „an mehreren Tagen“ und mit themenbezogenen Informationen über kommunalpolitische Entscheidungen. An anderer Stelle nennt die Partei ein „kommunalpolitisches Mentoringprogramm“ als geeignete Aktion. Obwohl sich Interessierte bereits jetzt anmelden können, ist das Vorhaben inhaltlich noch nicht ausgeschmückt.

Auf Nachfrage erklärte Timm, der Ortsverein wolle „Aspekte, die gegen Politik sprechen, aufdröseln“. Am „allermeisten“ betreffe das die Desinformation. „Ich stelle oft fest, dass Menschen nicht wissen, wie Politiker arbeiten; dass wir immer den Blick aufs Allgemeine richten müssen.“

In Bezug auf das Mentoring habe er den Kontakt zur Gleichstellungsbeauftragten Annegret Kurth gesucht, die ein Landesprogramm umgesetzt und in Stuhr Politikerinnen mit interessierten Frauen zusammengebracht hat.

Diese örtliche Ausrichtung schwebt auch Timm vor, der dafür aber Landespolitiker in die Gemeinde holen möchte. Wie funktioniert Kommunalpolitik? Was machen die Ratsleute? Dazu könnten die Referenten Interessierte allgemein informieren. Viermal pro Jahr stellt sich Timm solche Treffen vor, etwa in Form von Workshops. Darin soll es auch um lokale Themen gehen, etwa um die künftige Ausrichtung der Gemeinde. Braucht sie mehr Einwohner, mehr Gewerbe? An dieser Stelle wären die Antworten der Stuhrer Liberalen gefragt – oder wie Timm es formuliert: „Wir werden das Mentoring-Programm derart gestalten, dass wir Beteiligte werden.“

Das wäre spätestens dann der Fall, wenn sich bei einem der Teilnehmer das Interesse an der Kommunalpolitik erhärten würde. Ihn müssten die Kommunalpolitiker an die Hand nehmen und dazu einladen, sich zum Beispiel die Gremienarbeit anzusehen. Unterm Strich, gibt Timm zu, wäre es natürlich schön, wenn die FDP Zuwachs bekommen würde. Doch bis dahin sei es ein langer Weg. Timm: „Das allgemeine Interesse zu wecken, ist immer das Schwierigste.“

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