Liberale stellen Antrag

FDP-Fraktion fordert ein Konzept für den Erhalt des Baumbestands in Stuhr

Zwei neu angepflanzte Bäume
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Neupflanzungen müssten einen ausreichenden Abstand zueinander haben, wie an dieser Stelle, findet Timm.

Per Antrag möchte die FDP-Fraktion darauf hinwirken, dass die Gemeinde ein Konzept für den Erhalt des Baumbestands auflegt. Es sei an der Zeit, Neu- und Ersatzpflanzungen vorzubereiten, findet die FDP. Sie spricht von einem „Testament“ für den Baumbestand und einer „Erbfolge“ von Ersatz-Baumarten. 

Varrel – Der FDP-Ratsherr Jürgen Timm ist zwar kein gelernter Gärtner, doch so ganz unbeleckt ist er nun auch wieder nicht. Sein Vater hatte diesen Beruf ausgeübt. „Ich war zehn Jahre bei ihm in der Lehre“, sagt Timm und lacht, während er durch den Wald am Gut Varrel schlendert. Der Spaziergang hat einen aktuellen Grund: Die Liberalen haben bei der Gemeinde Stuhr beantragt, sie möge ein Konzept entwickeln, wie künftig „an exponierten Stellen ein Baumbestand unter Berücksichtigung der Klimaveränderungen erhalten, gepflegt und erneuert werden kann“.

Lieber eher als später handeln, lautet die Devise der FDP in diesem Punkt. „Wie wollen wir eigentlich die Flächen gestalten, wenn wir jetzt schon wissen, dass einige Bäume nur noch eine Lebensdauer von fünf Jahren haben?“ – diese Frage muss sich die Kommune laut Timm stellen. Damit bezieht er sich auch auf die Aussage von Bürgermeister Stephan Korte zum Klosterwald in Heiligenrode, wo rund 40 Bäume „unter Beobachtung“ stünden.

Testament und Erbfolge

Bei einem großen Teil des alten Stuhrer Baumbestands seien „gravierende Schädigungen“ aufgetreten, schreibt die FDP. Die Fraktion führt das vor allem auf die Luftverschmutzung und den Wassermangel in den vergangenen „sehr trockenen Jahren“ zurück. Davon seien sowohl Waldgebiete als auch Einzelbäume und alte Allee-Bäume betroffen.

Die Fraktion erwartet die Vorbereitung eines Konzepts für Neu- und Ersatzpflanzungen. Es soll Kriterien wie Bestandslage, geologische Gegebenheiten, Baumarten, Pflanzdichte und besondere Sicherheitsanforderungen berücksichtigen. Das Konzept für den Erhalt des „altehrwürdigen“ Baumbestands bezeichnet die FDP fast schon pathetisch als „Testament“, die Neu- und Ersatzpflanzungen als eine festzulegende „Erbfolge mit geeigneten, den Klimawandel berücksichtigenden“ Baumarten. „Wir sind jetzt in der Verantwortung“, sagt Timm.

Am Gut Varrel ist die Gemeinde für die Pflegearbeiten zuständig. Regelmäßig kommt es dort zu Fällungen, was an den Baumstümpfen und noch nicht abtransportierten Baumscheiben zu erkennen ist. Nicht zu übersehen ist auch, dass eigentlich gesund wirkende Bäume nach oben hin dicke Äste verlieren – für Timm ein klares Zeichen dafür, dass die Krone unter Trockenheit leidet. Teilwiese stünden Großbäume zu eng beieinander. „Ich befürchte, dass hier noch viel mehr Bäume wegmüssen“, sagt er und fügt hinzu: „Wenn wir die Parklandschaft hier erhalten wollen, müssen wir überlegen, mit welchen Bäumen wir das tun wollen.“ Mit dem Antrag wolle seine Fraktion erreichen, dass sich Politik, Kommune und Experten gemeinsam damit auseinandersetzen.

Laut Jürgen Timm verhindern auf diesem Bild drei zu eng beieinander stehende Großbäume, dass der mittlere eine Krone ausbilden kann.

Dies gelte auch im Hinblick auf ein umfassendes Programm für den Radwegebau, wie vom Kommunalverbund vorgeschlagen. „Ich habe bei der Vorstellung des Programms schon darauf hingewiesen, dass in Stuhr die alten historischen Hauptstraßen sehr eng bebaut sind und noch alte Allee-Bäume haben. Wie wollen wir damit umgehen?“, fragt Timm. Dies treffe auch die Varreler, die Stuhrer und die Moordeicher Landstraße zu, ebenso auf die Heiligenroder Straße.

Nach Auskunft der Ersten Gemeinderätin Bettina Scharrelmann verfährt die Gemeinde bei der Baumpflege zweigleisig. Gemeinsam mit Experten schaue man sich ständig an, wo akute Baumfällungen vorzunehmen seien, damit die Spaziergänger nicht gefährdet werden. Wie überall in Deutschland seien auch am Gut Varrel Bäume durch Trockenheit stark geschädigt, insbesondere Buchen. Zurzeit passiere wegen der Brut- und Setzzeit allerdings nichts.

Zum anderen gehe es um ein Konzept für Neupflanzungen. „In der Verwaltung sprechen wir schon seit Wochen darüber, das Thema konzeptionell anzugehen“, versichert Bettina Scharrelmann. Und was den FDP-Antrag angeht: „Den kann ich nicht bewerten. Der geht jetzt seinen normalen politischen Beratungsgang.“

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