Fathma Atenhahn und Hussein Moubarak stoßen zum Rathausteam

Verstärkung bei der Integration von Migranten

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Fathma Atenhahn und Hussein Moubarak unterstützen den Fachdienst Sozialer Service im Stuhrer Rathaus.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Das Rathaus erhält personelle Verstärkung in der Unterstützung von Flüchtlingen: Fathma Atenhahn und Hussein Moubarak sollen sich um die Integration der Neuankömmlinge kümmern und koordinieren, was Haupt- und Ehrenamtliche in diesem laut Bürgermeister Niels Thomsen „ganz wichtigen Feld der gemeindlichen Arbeit“ leisten. Beide Stellen sind im Fachdienst Sozialer Service angesiedelt.

„Wir müssen die Gesellschaft so weit voranbringen, dass wir die Integration vorantreiben“, sagt Thomsen. Dieser Aufgabe soll Atenhahn ein Gesicht verleihen, sie mit Ideen füllen. Die 49-Jährige bezeichnet dies als „große Herausforderung“. Sie wolle Ansätze und Wege finden, „wie wir miteinander leben können“, und entsprechende Strukturen dafür schaffen. Für dieses Ziel habe sie nicht nur die Migranten im Blick, betont sie und verweist auf den interkulturellen Chor, den sie ehrenamtlich ins Leben gerufen hat. Wo treffen sich Menschen? Wo gibt es schon Vernetzung? Atenhan möchte auf „bestehende Kapazitäten“ zurückgreifen; Vereine und Einrichtungen zusammenführen, die „schon etwas entwickelt haben“.

Fathma Atenhahn arbeitet bereits seit 17 Jahren für die Gemeinde – als Pädagogin in Fördergruppen des Kindergartens Meyerstraße in Brinkum, wo sie viel Kontakt zu Sprösslingen mit Migrationshintergrund und deren Eltern gehabt hat. „Sie weiß, was läuft und wo wir noch schrauben müssen“, sagt Thomsen. „Sie hat schon immer Integrationsarbeit geleistet.“ Eine Arbeit, die laut Atenhahn „immer wieder Konfliktpotenzial“ beinhaltet und die deshalb einen längeren Prozess bedeutet.

Atenhahn muss also nicht eingearbeitet werden, ebenso wenig wie Moubarak, dem im Rathaus die Rolle des Sprachmittlers zukommt. Schon im ehrenamtlichen „Flüchtlingsnetz Stuhr“, dessen Mitbegründer Moubarak war, hat er unter anderem den Dolmetscherpool betreut. Zuvor hatte sich der 31-Jährige in der Bremer Flüchtlingsarbeit engagiert.

Er wolle den Fachdienst Sozialer Service interkulturell und sprachlich unterstützen, sagt Moubarak. Er kam vor 27 Jahren nach Deutschland, als Flüchtling aus dem Libanon. Wegen seiner Kenntnisse in der arabischen Sprache ist er prädestiniert dafür, die Verbindung zwischen dem Rathaus und den Migranten herzustellen sowie die Ehrenamtlichen zu unterstützen, die sich um Flüchtlinge kümmern. Laut Thomsen hat er einen „guten Zugang zu jungen Menschen“.

Moubarak bekleidet seine auf zwei Jahre befristete Halbtagsstelle seit dem 1. Januar. Atenhahn arbeitet unbefristet in Vollzeit und stößt am 15. Januar zum Rathausteam. Die Einrichtung dieser Stellen „ist von vielen Seiten an uns herangetragen worden“, berichtet Thomsen. Damit erweitere die Kommune wegen der vielen Flüchtlinge sukzessive ihr Aufgabenspektrum. „Wir müssen sehen, wo wir hergekommen sind. Ursprünglich ging es darum, Migranten unterzubringen, die keine Wohnung haben.“

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