Alfred Winkler vollendet 96. Lebensjahr

Familie und der gefiederte Freund halten Geburtstagskind auf Trab

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Alfred Winkler feiert Sonntag seinen 96. Geburtstag.

Brinkum - Ganz auf die Fußballweltmeisterschaft hat sich Alfred Winkler eingestellt. Viele bunte Fahnen schmücken seinen Balkon, und mit einem fröhlichen Lachen posiert er vor der Kamera. Sonntag vollendet Alfred Winkler sein 96. Lebensjahr. Sicherlich werden Tochter Christa und Sohn Manfred für einen leckeren Geburtstagskuchen gesorgt haben.

Dank einer funktionierenden familiären Hilfe klappt es noch immer mit den eigenen vier Wänden und entsprechender Selbstbestimmung. „Freitags kommt meine Badefrau“, grinst der betagte, aber noch sehr bewegliche Jubilar hinsichtlich „seiner“ Natalia vom Pflegedienst.

„Die Organe verschleißen, und deshalb muss ich in Bewegung bleiben“, sieht Alfred Winkler sein Alter mit einem realistischen Blick. Im vergangenen Jahr lief er die Trainingsstrecke über alle Stufen im Haus noch rauf und runter und steckte sich dafür die zuvor ausgelegten Centstücke als Belohnung ein.

Das geht nun nicht mehr, aber der Balkon sorgt für frische Luft und vor allen Dingen für den Blick auf Menschen und seinen kleinen gefiederten Freund. Nicht zufrieden ist die Dohle mit dem jüngst aufgebrachten Rindenmulch vor dem Balkon, und Winkler schwankt zwischen schlechtem Gewissen und Erziehung. Im Winter hat er gefüttert, jetzt stellt er Wasser für den Vogel bereit.

Geboren im Riesengebirge überlebte der Jubilar die Schrecken des Zweiten Weltkrieges und fand durch den Suchdienst des Roten Kreuzes seine damalige Verlobte Elfriede in Brinkum wieder. Das Paar durfte noch die diamantene Hochzeit feiern, bevor Ehefrau Elfriede starb.

Mit Herz und Seele bei der Arbeit

Mit Herz und Seele übte Alfred Winkler seinen Beruf über 30 Jahre als Hausmeister in der ehemaligen Grund- und Realschule an der Brinkumer Jahnstraße aus. Bekannt wie ein bunter Hund ist Winkler in Brinkum. Noch heute wird er von ehemaligen Schülern gegrüßt.

Das DRK war für ihn seit 1951 ein festes Standbein im Ehrenamt. 14 Jahre hat er die Bereitschaft in Brinkum geleitet, Ersthelfer ausgebildet und sein Wissen an Schulen und bei der Feuerwehr weitergegeben. Das Bundesverdienstkreuz am Band wurde ihm 1991 verliehen. 2011 kam die seltene Auszeichnung „Humiroir“ des DRK für 60 Jahre aktive Dienste hinzu. Als Parteiloser brachte er sich bis zur Gemeindereform im Gemeinderat Brinkum ein und war im Seniorenbeirat.

Etwas traurig macht Winkler der weggefallene Zusammenhalt in seiner Wohnanlage. „Früher haben wir unten im Versammlungsraum über alle Probleme der Mieter gesprochen“, erinnert er sich an viele fröhliche Feiern am Wartburgweg. „Jetzt wohnen hier viele Menschen unterschiedlicher Herkunftsländer“, zuckt er ein wenig resignierend mit den Schultern.

Die große Familie mit Enkeln und Urenkeln lassen keine allzu tiefen Sorgenfalten aufkommen, und so pulsiert das Leben noch immer um das Geburtstagskind. Das hat zudem noch eine kleine, fast verborgene Leidenschaft: honigsüßer Met, zu gleichen Teilen mit Rotwein gemischt. Das Getränk genießt Alfred Winkler in medizinisch erlaubter Menge jeden Tag. 

ak

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