Familie Frantz mit Freunden zu Gast im Stuhrer Rathaus

„Eine gute Stunde gute Musik für guten Zweck“

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Jujuscha Frantz (11) mit Vater Justus am Flügel im Rathaus. Beide haben zusammen mit anderen Künstlern, darunter auch Violinistin Ksenia Dubrovskaya, die Ehefrau von Justus Frantz, ein Benefizkonzert zugunsten der Flüchtlingsarbeit gegeben.

Stuhr - Von Rainer Jysch. Christa Zwanziger aus Heiligenrode hatte das Benefizkonzert mit Justus Frantz initiiert, das am Freitag im voll besetzten Stuhrer Ratssaal über die Bühne ging. Sie kennt den Weltklasse-Pianisten und -Dirigenten schon zwölf Jahre persönlich. Der Musiker ist seit fast 30 Jahren als Sonderbotschafter des Hohen Flüchtlingskommissars der UNO unterwegs.

Bei dem Konzert in Stuhr mit dabei: die Violinistin Ksenia Dubrovskaya, Ehefrau von Justus Frantz, der gemeinsame Sohn Jujuscha (11), die Pianistin Sona Barseghyan aus Köln sowie der Hobby-Violinspieler, Rechtsanwalt und Notar Georg Sättler aus Hoya.

Der Eintritt war frei, es wurden jedoch Spenden zugunsten der Flüchtlingsarbeit in der Gemeinde erbeten.

„Wir können alle ein Stück dazu beitragen, dass die Menschen, die nach Deutschland kommen, hier ein eigenes Leben aufbauen können“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Karin Hofmann in ihren Begrüßungsworten.

Den Auftakt übernahmen Georg Sättler (Violine) und Sona Barseghyan am Piano mit zwei kurzen Beiträgen von Antonín Dvorák, aus den Romantischen Stücken die Nr. 1 und den ersten Satz aus der Sonatine G-Dur. „Dvorák war sehr familienfreundlich und hatte diese Sonatine für seine Kinder komponiert“, erklärte Sättler.

Auf Wunsch von Christa Zwanziger spielten Ksenia Dubrovskaya und Sona Barseghyan anschließend ein modernes Werk des estnischen Komponisten Arvo Pärt. Bei einem Auftritt von Dubrovskaya in Rom hatte sich Zwanziger für die Komposition begeistert.

Nach zwei Stücken von Fritz Kreisler, „Liebesfreud“ und „Liebesleid“, sowie einem Frühlingslied überließen die beiden Damen Bühne und Flügel dem elfjährigen Jujuscha Frantz, den das Publikum mit herzlichem Applaus begrüßte.

„Also, zuerst spiele ich ein Impromptu von Schubert, und als nächstes eine Polonaise von Chopin“, ließ Jujuscha die Zuhörer wissen. Gekonnt, ohne Notenblatt und mit großer Fingerfertigkeit begeisterte der junge Mann am Flügel das erstaunte Publikum, das sich mit einem riesigen Applaus für den tadellosen Auftritt bedankte.

Dann kam Vater Justus für einen vierhändigen Vortrag mit auf die Bühne. „Du kannst ja schon einmal die Stücke ankündigen“, bat er seinen Sohn, während er noch die zweite Sitzbank neben dem Flügel einrichtete. „Wir spielen jetzt die drei Militärmärsche...“, sagte Frantz Junior. „Nein, zwei …“, korrigierte ihn der Vater unter dem Lachen der Zuhörer. „...die zwei Militärmärsche von Schubert“, schloss Jujuscha Frantz seine Ankündigung ab.

Mit großer Spielfreude präsentierten Vater und Sohn Schuberts Kompositionen. Besonders beeindruckte dabei erneut der Elfjährige, dessen Begabung ihm gleichsam in die Wiege gelegt wurde. Das Ausnahmetalent ist schon häufiger vor großem Publikum aufgetreten und räumte bereits als Achtjähriger erste Preise bei Musikwettbewerben ab.

Seine Frau sage, er sei als Mensch immer stur, verriet Justus Frantz Privates. Durch Christa Zwanziger habe er aber jetzt eine Steigerung erfahren: „Ich bin jetzt auch Stuhrer“, sagte der Musiker zur Freude des Publikums. „Ich weiß noch gar nicht, was ich gleich für Sie spielen werde. Die Inspiration kommt, wenn ich mich hinsetze“, sagte Frantz vor seinem Solovortrag zum Schluss der Veranstaltung scherzend. „Ich werde am Anfang etwas Chopin spielen und danach – werden Sie schon merken.“

Mit lang anhaltendem Applaus und Ovationen verabschiedete das Publikum die fünf Solisten. „Schreiben Sie, dass der Junge fantastisch gespielt hat“, gab eine begeisterte Besucherin dem Reporter noch mit auf den Weg.

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