Aufregung unter Haustierhaltern

Falscher Alarm? Meldungen über vergiftete Hundeköder in Stuhr

Zwei kleine Hunde schauen sich an. Einer hat ein Gummi-Huhn im Maul.
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Kommen hoffentlich nie mit Gift in Kontakt: Heinz und Mariechen.

Warnungen vor vergifteten Tierködern in Stuhr machen auf Facebook die Runde, basieren aber womöglich bloß auf Gerüchten.

Stuhr – Der vierbeinige beste Freund böswillig vergiftet? Der Albtraum eines jeden Haustierbesitzers macht – in Form einer Warnung – seit einigen Tagen auf Facebook die Runde.

In Stuhr, Seckenhausen und umliegenden Orten seien Giftköder gefunden worden, an denen auch schon drei Hunde gestorben seien. Der Beitrag ist mit der Aufforderung verbunden: „Haltet die Augen offen und achtet noch genauer als sonst darauf, dass euer Hund beim Spaziergang nichts frisst.“ Auch Freigänger-Katzen sollten nach der Heimkunft genau im Auge behalten werden. Und schließlich: „Wenn ihr einen Giftköder findet, solltet ihr direkt die Polizei verständigen, denn das Auslegen von Giftködern ist eine Straftat.“

Keine Hinweise bei Polizei, Gemeinde oder Tierärzten

Diesen letzten Teil des Beitrags scheint bislang allerdings niemand beherzigt zu haben. Auf Kreiszeitungs-Nachfrage sagte Polizei-Sprecher Thomas Gissing, dass bei der Polizeidirektion Stuhr (Stand Dienstagvormittag) keine Anzeigen oder Hinweise eingegangen sind – obwohl im sozialen Netzwerk bereits auf 5. März Hinweise aus einer Hundebesitze-App als Warnung geteilt wurden.

Bei der Gemeinde ist der Umweltbeauftragte Marc Plitzko dafür, zuständig Hinweisen auf vergiftete (Wild--Tiere nachzugehen. Allerdings ist auch bei ihm zuletzt nichts eingegangen, das auf in der Gemeinde ausliegende Giftköder hinweisen würden.

Ebenfalls ergebnislos war die Nachfrage bei zwei örtlichen Tierarztpraxen. Übereinstimmend verneinten die Mitarbeiterinnen die Frage, ob dort in jüngster Zeit vergiftete Haustiere in Behandlung genommen seien.

Aufregung im Stille-Post-Prinzip?

Diese Information sowie die Tatsache, dass bei angeblich drei verstorbenen Hunden offenbar kein Besitzer Polizei-Anzeigen gestellt hat, macht stutzig: Haben sich möglicherweise Gerüchte im sozialen Netzwerk nach dem Stille-Post-Prinzip verselbstständigt?

Das Tierheim Arche Noah hatte den Facebook-Beitrag am 11. März geteilt. Laut Auskunft einer Mitarbeiterin hat das Tierheim das Posting tatsächlich nur geteilt: nicht aufgrund eigener Beobachtungen, sondern nach einem Hinweis durch eine ehemalige Mitarbeiterin.

Täter oft schwer zu fassen, aber ohne Anzeige gar nicht

Fest steht aber auch: Aus Motiven, über die man nur spekulieren kann, legen Tierquäler immer wieder präparierte Leckerlis aus. So fanden im Juli vorigen Jahres Anwohner in Bremen-Burglesum mehrere mit Nadeln gespickte Würste.

Spätestens wenn dadurch ein Tier zu Schaden kommt, ist das eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz. Die Täter sind mangels Zeugen oft schwer zu fassen. Aber wenn die Polizei gar nicht erst verständigt wird, geht die Wahrscheinlichkeit gegen null. Die Hinweise auf die Köder, vor denen in Stuhr gewarnt wird, blieben insgesamt vage, was etwa Aussehen und Material angeht. Ist hier also ein unbestätigtes Gerücht geteilt und erst dadurch bestätigt worden? Wenn dem so war, lautet die Einschätzung von Umweltbeauftragtem Plitzko: „Das hilft keinem weiter“.

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