Kaum Anmeldungen für Reise zum Kirchentag

Fahrt der Stuhrer Kirchen nach Berlin fällt aus

Bronzefigur der Siegessäule in Berlin: Die Hauptstadt ist Gastgeber des diesjährigen Kirchentags. - Foto: dpa

Stuhr - Von Andreas Hapke. Stell dir vor, es ist Kirchentag, und keine Stuhrer Jugendlichen fahren hin. Nicht ganz, aber fast so ist die Situation vor der christlichen Großveranstaltung am kommenden Wochenende in Berlin. Eike Fröhlich, die diese Reisen für alle Stuhrer Kirchengemeinden organisiert, hat bei weitem nicht genügend Anmeldungen erhalten, um einen Bus zu chartern.

Nur eine Handvoll Mädchen und Jungen hätten Interesse an dem Kirchentag bekundet, berichtet die Varreler Pastorin. Daran habe auch ein eigens anberaumtes Informationstreffen nichts geändert. Sie habe diese Jugendlichen „umverteilt“, etwa auf den Bus der evangelischen Jugend Oldenburg. „Ich wäre gerne mit einer Gruppe gefahren. Ich finde das bedauerlich“, sagt Eike Fröhlich, die gleichwohl Verständnis für die jeweilige Entscheidung aufbringt.

Denn als möglichen Grund für die Zurückhaltung nennt sie die Angst vor Terroranschlägen. Dies jedenfalls habe sie vor zwei Jahren im Zusammenhang mit dem Kirchentag in Stuttgart als Rückmeldung von einigen Eltern erhalten. Dem Glaubensfest war im Januar 2015 der Anschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo vorangegangen. Schon für diese Fahrt lagen nicht genügend Anmeldungen vor – anders als für die Teilnahmen in München und Dresden in den Jahren 2010 und 2011. Was die Berliner Veranstaltung angeht, vermutet Fröhlich, könnte bei den Menschen noch das Attentat auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche eine Rolle spielen.

Sie selbst möchte sich am kommenden Wochenende nicht von einem Besuch der Bundeshauptstadt abschrecken lassen und den Kirchentag mit ihrem Sohn genießen. Der wolle unbedingt zu dem Treffen zwischen dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Himmelfahrtstag am Brandenburger Tor, in dem es um das Thema „Engagiert Demokratie gestalten – Zuhause und in der Welt Verantwortung übernehmen“ geht. Fröhlich zieht es eher auf das Messegelände, wo sich unter anderem das geistliche Zentrum befindet. Gemeinsam mit ihrem Sohn möchte sie an einer jugendgemäßen Bibelarbeit teilnehmen.

Fragt man die Pastorin nach ihrem eindrucksvollstem Kirchentags-Erlebnis, dann nennt sie die Veranstaltung in Bremen 2009. „Beim Abschlussgottesdient mit 100 000 Leuten haben wir das Abendmahl mit ausgegeben“, erzählt sie. Ansonsten seien sie und viele ehrenamtlichen Mitarbeiter bei der Betreuung der Gäste in der Moordeicher Schule im Einsatz gewesen. Allein dort hätten rund 500 Menschen übernachtet.

„Bremen war einfach viel präsenter als es Berlin jetzt ist“, sagt Fröhlich. „Vielleicht ist das auch ein Grund für die fehlende Resonanz.“

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