Wacker gegen das Aussterben

Fahrenhorster Skatclub „Alle Viertel Stunde“ trifft sich regelmäßig seit 43 Jahren

Konzentriert spielen Bernd Menzel (oben links) und seine Vereinskameraden Skat.
+
Konzentriert spielen Bernd Menzel (oben links) und seine Vereinskameraden Skat.

Der Fahrenhorster Skatclub „Alle Viertel Stunde“ existiert seit mittlerweile 43 Jahren. Von Anfang an traf man sich im Gasthaus Zur Linde und tut es auch noch heute. Dort werden regelmäßig Skat gespielt und Geselligkeit gelebt, dem Vereinssterben zum Trotz.

Fahrenhorst – Konzentriert sitzen drei Männer an einem Tisch. Sie sind ruhig, werfen Karten in ihre Mitte. Hin und wieder hört man von einem von ihnen ein „Karo!“, „Ich passe!“ oder „Kontra!“. Ich sitze als stiller Beobachter daneben und versuche, in dem Geschehen Muster zu erkennen, um folgen zu können. Vergebens.

Es ist Freitagabend, wir befinden uns im Fahrenhorster Gasthaus Zur Linde. Hier trifft sich alle zwei Wochen der Skatclub „Alle Viertel Stunde“, und tut das, was ein Skatclub nun mal so tut: Skat spielen. Und das seit mittlerweile 43 Jahren. Keine Selbstverständlichkeit, wie Clubmitglied Bernd Menzel weiß: „Die meisten Skatclubs der Umgebung, wie etwa Bassum, Leeste oder Twistringen, haben sich mittlerweile aufgelöst.“ Die anderen Clubs hätten dem altersbedingten Mitgliederschwund nichts entgegenzusetzen gehabt.

29 Mitglieder zwischen 48 und 88 Jahren

Noch hat „Alle Viertel Stunde“ 29 Mitglieder, die mehr oder weniger aktiv sind. An diesem Freitagabend haben sich elf Spieler eingefunden; ein Geburtstag am selben Abend verhindert jedoch, dass es noch mehr werden. Der Altersschnitt ist hoch, das jüngste Mitglied ist 48, das älteste 88 Jahre alt. Dennoch habe Menzel „keine Angst, dass sich der Verein mal auflöst“, wie er selber sagt. „Auch wenn die jüngeren Leute heute lieber Doppelkopf spielen“, stellt er fest. So trifft sich beispielsweise seit 2007, seit sich dessen Stammlokal aufgelöst hat, der Doppelkopfclub „Zum Grünen Walde“ ebenfalls im Gasthaus zur Linde.

Vereinsname aus den Anfangszeiten

Doch zurück zum Skat: Woher hat der Verein eigentlich seinen Namen? „Das ist noch aus den Anfangszeiten“, sagt Menzel, „damals sollte uns die Wirtin jede Viertelstunde einen Schnaps oder ein Bier bringen. Aber jetzt“. fügt er lachend an, „trinken wir schneller!“ Das ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, dennoch erscheint es ironisch, dass auf den Spielkarten an diesem Abend das Logo eines Mineralwassers abgebildet ist; Wasser trinken an diesem Abend die wenigsten.

Und obwohl Geselligkeit großgeschrieben wird, so sind die meisten Spieler ehrgeizig. Die erste Mannschaft spielt in der viertklassigen Oberliga und spielte auch schon in der Regionalliga, der dritthöchstenSpielklasse. Die benachbarte TSG Seckenhausen, zu der der Verein ein freundschaftliches Verhältnis pflegt, spielt in der Bundesliga. Ganz so ambitioniert ist man in Fahrenhorst allerdings nicht. Der beste Spieler sei, so Menzel, der Vorsitzende Jörg Adams. „In der Vergangenheit vielleicht mal“, sagt Adams, der amtierender Clubmeister ist. Was ihn und die anderen am Skatspiel so reizt? „Das gesellige Beisammensein und die Versuche, mit Tricks und Kniffen besser zu sein als die anderen.“

„Die sind schon ewig hier“

Wirt Heiner Fangrat kennt die meisten Spieler schon seit er selber noch ein kleiner Junge war. „Die sind schon ewig hier“, weiß er, auch wenn er selber glaubt, dass Skatclubs „irgendwann aussterben werden, früher war mehr Lametta.“ Lametta ist auch ein gutes Stichwort: Jedes Jahr veranstaltet der Verein ein Preisturnier zur Weihnachtszeit, bei dem es auch schon mal eine Gans als Trophäe gab. „Die wurde dann beim Bäcker gegebenüber nachts noch gebacken und anschließend hier mit Gabeln und Fingern gegessen“, erinnert Fangrat sich.

Neue Spieler willkommen

Neue Spieler seien, so Menzel, stets willkommen. Der nächste Spielabend ist am Freitag, 10. September. Gespielt wird ab 19 Uhr – dann allerdings ohne mich. Ich oute mich vor Ort als absolut nicht regelkundig. Die Meinung der Anwesenden dazu ist eindeutig: „Noch nie Skat gespielt? Ein Trauerspiel.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Meistgelesene Artikel

Strecke Sulingen-Nienburg: Leeres Gleisbett ist „ein Ärgernis“

Strecke Sulingen-Nienburg: Leeres Gleisbett ist „ein Ärgernis“

Strecke Sulingen-Nienburg: Leeres Gleisbett ist „ein Ärgernis“
Lediglich 21 Impfdosen finden bei Aktion in Schmalförden Abnehmer

Lediglich 21 Impfdosen finden bei Aktion in Schmalförden Abnehmer

Lediglich 21 Impfdosen finden bei Aktion in Schmalförden Abnehmer
Stadt Syke lässt sich neues Notstromkonzept mehr als 100000 Euro kosten

Stadt Syke lässt sich neues Notstromkonzept mehr als 100000 Euro kosten

Stadt Syke lässt sich neues Notstromkonzept mehr als 100000 Euro kosten
Kirchdorfer Blühstreifen mit besonderem Mix locken Insekten

Kirchdorfer Blühstreifen mit besonderem Mix locken Insekten

Kirchdorfer Blühstreifen mit besonderem Mix locken Insekten

Kommentare