Ya’Beppo hat eine Mission: Den Menschen den (afrikanischen) Gesang näherbringen

Fahrenhorster Original ist mit 70 noch voller Leidenschaft

So kennt man ihn: Ya’Beppo mit Gitarre auf seinem Anwesen in Fahrenhorst. - Foto: Kratz

Fahrenhorst - Von Angelika Kratz. „Ich bin ein Lercherich und kann nur machen, was in mir ist“, weiß der Musiker Ya‘Beppo nach seinen 70 Lebensjahren nur allzu gut. Mitten im Fahrenhorster Wald hat seine Seele nicht nur einen Ort der Ruhe, sondern einen Ort der unermüdlich sprudelnden Inspiration gefunden.

Ganz früh am Morgen steht er auf und singt mit den Vögeln – und abends, wenn es mit dem Schlaf nicht klappen sollte, gibt es für ihn die Fernsehkanäle mit den abendlichen Wiederholungen der inspirierenden Kulturprogramme. Geboren als Berthold Theis im Jahr 1946 im katholischen Eisenbahnerort Betzdorf an der Sieg (Rheinland-Pfalz) stand er vor der beruflichen Wahl zwischen einem Priester und einem Bahnangestellten. Das mit dem Priesteramt habe nicht geklappt, sagt er, somit folgte er der männlichen Tradition der Familie und ging zur Bahn.

Die Gitarre als leidenschaftliche Freizeitbeschäftigung war schon damals immer mit dabei. Kunst und Musik entfachten bei dem jungen Berthold Begeisterung, aber das wurde in der Familie nicht gefördert.

Mit seinem ersten weiblichen Fan gründete er schon in sehr jungen Jahren eine Familie, aber beide Parteien wurden trotz zweier Kinder nicht glücklich. Berthold Theis fand Trost im Alkohol, der Krebs kam als Schicksalsschlag hinzu. Fortan plagten ihn verzweifelte Gedanken über das Leben.

„Bei einem Kuraufenthalt setzte sich spontan Gisela (Gustavus, die Red.) zu mir auf die Bank und sang mit zu meiner Gitarre und den Liedern“, erzählt er von dem schicksalshaften Wandel in seiner zweiten Lebenshälfte. Gisela konnte er endlich sein Herz ausschütten und mit ihr einen neuen Abschnitt seines Lebens beginnen. Die gemeinsame Reise in den afrikanischen Kongo – die Gitarre natürlich wieder mit von der Partie – brachte ihm den heutigen Namen Ya‘Beppo ein, zu Deutsch großer Bruder – ein Name, den der Fahrenhorster voller Stolz trägt.

„Wenn ich morgens aufstehe, dann kribbelt es mir in den Beinen und Händen“, sagt Ya‘Beppo, der nach einem erneuten gesundheitlichen Tiefschlag vor einem Jahr wieder auflebt.

Der 70-Jährige versteht sich auch aufs Malen. Er hat es ohne Studium gelernt, sich immer durch alle Stilrichtungen bewegt und ohne jegliche Hemmungen vor großen Meistern den Pinsel geschwungen. Deren Biografien verfolgt Ya’Beppo mit großem Interesse, um die Hintergründe einstiger Schaffensweisen ein wenig verstehen zu können. So begibt er sich mit selbst gemachter Eitempera (farbintensive Mischung aus Ei und Leinöl) auf die Spuren von Dürers Farben oder experimentiert bei handcolorierten Bildern mit uralten Tinten.

Zu lange hält er sich nicht an einem Stil auf, viel zu schnell warten schon die nächsten Schritte auf ihn. Momentan steht bei ihm die abstrakte Malerei hoch im Kurs. Von den Professoren der Bremer Hochschule holt er sich gelegentlich die richtigen Rezepte für Farbmischungen. „Aber niemals lasse ich mich vereinnahmen, ich brauche meine Freiheit“, betont er.

Farbe in sein Leben bringt auch das gesangliche Engagement. Mit tiefer Bassstimme singt er sich seit Jahren in Workshops in die Herzen der Teilnehmer. Er selber wagte noch im fortgeschrittenen Alter eine gesangliche Ausbildung.

Das afrikanische Singen mit seinen einfachen Texten und den ansteckenden Tonfolgen sowie dem damit stets verbundenen Lachen hat einen festen Platz in Ya’Beppos Lebenswerk. Das möchte er allen Generationen näher bringen. Gewissermaßen begreift er es als seine Mission, seine Leidenschaft für das Singen und die Malerei weiterzugeben. Wer Lust hat, kann ihn am 5. Juni um 17 Uhr in Fahrenhorst erleben.

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