Ärger um „Landwehr“-Haltestelle an der Blockener Straße

„Fahrdienst Mama“ statt Schulbus

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Anja Düßmann (l.) mit Leoni und Nadine Timmermann mit Lasse wünschen sich eine Haltestelle, die näher an ihrem Zuhause liegt.

Stuhr - Von Katrin Köster. Die Bushaltestelle „Landwehr“ an der Blockener Straße schürt weiter Unmut bei den Familien in der Nachbarschaft. Die Anwohner und der FDP-Fraktionsvorsitzende Jürgen Timm bemängeln nach wie vor, dass sich der Wartebereich zu weit weg vom Wohngebiet befindet. Zudem ist ihrer Ansicht nach die verkehrsreiche Blockener Straße weiterhin ein Risiko für die Kinder, die dort zusteigen sollen (wir berichteten).

Derzeit stoppt der kombinierte Schüler- und Linienverkehr an der Haltestelle „Landwehr“. „Doch das ist nicht da, wo die Kinder wohnen, sie gehen dort nicht hin“, bringt Jürgen Timm das Problem auf den Punkt. Der Vorschlag seiner Fraktion sah im Februar vor, rund 450 Meter weiter in Richtung Autobahnunterführung einen zusätzlichen Haltepunkt einzurichten. Dies lehnte die Politik allerdings ab.

Weshalb, erläutert Michaela Schierenbeck vom Fachdienst Verkehr und Feuerwehr auf Nachfrage unserer Zeitung. „Das hat mit der Standortwahl zu tun“, sagt Schierenbeck. „Die Station Landwehr haben wir erst 2010 neu eingerichtet. Davor waren wir auf der Suche nach einem neuen Standort und haben darüber mit den Anwohnern gesprochen“, so Schierenbeck. Die Haltestelle nach solch kurzer Nutzungsdauer erneut zu verlegen, sei zu teuer, stellt sie klar.

Alle neuen Haltestellen müssten zudem bestimmte Auflagen erfüllen, etwa einen barrierefreien Zugang zu den haltenden Bussen ermöglichen.

Der vorgeschlagene Haltepunkt ist laut Schierenbeck ungeeignet, da die Fläche das Regenwasser von der Straße und dem dort verlaufenden Radweg aufnehmen und somit frei bleiben muss.

Dass die stark befahrene Straße für Schulkinder ein Risiko darstellt, kann sie nachvollziehen. Doch dass die Haltestelle an sich zu weit weg sein soll, lässt Michaela Schierenbeck so nicht gelten und verweist auf die Satzung zur Schülerbeförderung des Landkreises (Stand 26. September 2014). Demnach ist für Grundschüler und Kinder, die den Schulkindergarten besuchen, ein Weg zur Haltestelle des Schulbusses von bis zu zwei Kilometern zumutbar. Für ältere Schüler gilt das sogar bei einem Weg von bis zu vier Kilometern.

Zudem seien die Haltestellen Brookdamm/Heidestraße sowie Heidestraße/Obernheider eine Option, so die Rathausmitarbeiterin. Bei Fragen und Hinweisen bietet sie den Anliegern ein Gespräch an. Die Verlegung der Haltestelle ist für die Verwaltung allerdings vom Tisch, bestätigt Schierenbeck: „Wir planen da nichts weiter.“

Und nun? Für die Kinder von Nadine Timmermann und Anja Düßmann heißt es also weiter „Fahrdienst Mama“ statt Schulbus. Timmermanns wohnen am Schulweg. Mama Nadine fährt ihren Sohn Lasse sowie Tochter Finja jeden Morgen nach Moordeich. „Um zur Haltestelle Landwehr zu kommen, müssten meine Kinder die Hauptstraße überqueren. Da ist aber so viel Verkehr, das ist zu gefährlich“, sagt sie. In dieses Horn stößt auch Anja Düßmann. Ihre drei Kinder kommen mit Hilfe des elterlichen Autos zur Grundschule beziehungsweise zum Kindergarten in Moordeich. Auch die Stuhrerin wünscht sich für ihren Nachwuchs eine nähere Haltestelle.

Jürgen Timm sieht nach dem abgelehnten Antrag keine weiteren demokratischen Optionen. „Da können die Anwohner nur Druck auf die Gemeinde ausüben. Es ist ja auch das gute Recht der Eltern, aktiv zu werden, wenn sie etwas erreichen wollen.“

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