Für den Fortbestand benötigt der Schwimm- und Fitnessclub Rot-Gelb 100 weitere Mitglieder

Existenz ab 2022 gefährdet

Neue Geräte für neue Mitglieder? Darauf hoffen der erste Vorsitzende des SFC Rot-Gelb Bremen, Edmund Schröder (r.), und sein Stellvertreter Klaus Torns.
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Neue Geräte für neue Mitglieder? Darauf hoffen der erste Vorsitzende des SFC Rot-Gelb Bremen, Edmund Schröder (r.), und sein Stellvertreter Klaus Torns.

Seckenhausen – Wenn Edmund Schröder, erster Vorsitzender des Schwimm- und Fitnessclubs (SFC) Rot-Gelb Bremen, nachmittags im Büro sitzt, dann bimmelt in einer Tour das Telefon. „Wann geht es wieder los?“, laute eine der häufigsten Fragen. In dem Fall kann Schröder nicht helfen, denn das wüsste er selbst gerne.

In einem anderen Fall hilft der SFC-Chef gerne. „Zum Teil wollen sich Anrufer einfach mal die Räume ansehen. Sie haben zum Beispiel vom Orthopäden den Rat bekommen, sich mehr zu bewegen“, sagt Schröder. Fast täglich öffne er einem solchen Gast die Türe. Schließlich könnte daraus eine Mitgliedschaft entstehen, und ein paar Mitglieder mehr könnte der Schwimm- und Fitnessclub an der Wulfhooper Straße 5 in Seckenhausen vertragen.

Stand jetzt hat der SFC 465 Mitglieder, laut dem zweiten Vorsitzenden Klaus Thorns waren es mal über 700. „Ist aber eine Weile her“, sagt er. Was ihm und Schröder Sorgen bereitet, ist die Entwicklung des vergangenen Jahres. 80 Mitglieder hätten sich abgemeldet, das seien ungefähr doppelt so viele wie sonst. „Nicht bei allen war das nur corona-, sondern teilweise auch altersbedingt“, stellt Schröder fest. Eine gewisse Fluktuation gebe es im Laufe eines Jahres immer. Doch Fakt sei: Die Kündigungswelle habe mit dem ersten Lockdown eingesetzt. „Wir haben zwar an die Solidarität unserer Mitglieder appelliert“, sagt Torns. Doch nicht bei allen habe das gefruchtet.

Dem Verein brechen gerade nicht nur die Beiträge weg, sondern auch Einnahmen durch Nichtmitglieder für das Aquajogging und das Kinderschwimmen. „Wir haben hier pro Woche 200 Kinder durchgehauen“, sagt Torns. Laut Schröder sind auch die fünf Kurse Aquajogging immer belegt gewesen.

Die Kündigungswelle sei auch nach Weihnachten nicht abgeebbt, sagt der Vorsitzende – im Gegenteil: „Das Paradoxe ist, dass viele jetzt kündigen, weil sie gesundheitliche Probleme haben. Sie haben einfach zu lange keinen Sport mehr getrieben.“ Im Sommer sei das noch anders gewesen. Da hätten sich zahlreiche Alternativen an der frischen Luft ergeben.

„Bis zum zweiten Lockdown konnten die Leute ihre Gelenke noch in 28 Grad warmem Wasser bewegen“, fügt Torns hinzu. Dies habe auch mit den üblichen Beschränkungen „ganz hervorragend“ geklappt. „Dann waren eben nur fünf Personen im Becken, und beim Duschen mussten zwei Meter Abstand eingehalten werden. Der erste Lockdown wäre zu verkraften gewesen.“

Existenziell bedrohlich sei die Lage zwar auch durch den zweiten Lockdown noch nicht. „Das laufende Jahr werden wir überstehen“, sagt Torns. Doch um den finanziellen Kollaps im kommenden Jahr abzuwenden, nennt er 100 neue Mitglieder als Ziel. Für Torns steht fest: „Ist das Bad aus Kostengründen erstmal geschlossen, dann wird eine Wiedereröffnung eher unwahrscheinlich.“

Was der Verein gegen den Mitgliederschwund und für die Werbung neuer Mitglieder zu tun gedenkt, hat er in seinem Rundschreiben von Mitte Februar geschildert. Seit vier Wochen stehen in dem Fitnessraum neun neuwertige Geräte für ein Zirkeltraining. Diese seien auch für Ungeübte geeignet. „Eine Einweisung zu Beginn reicht“, sagt Schröder.

Außerdem hat der Verein während des ersten Lockdowns seine Saunen renoviert. Beide hätten einen neuen, energiesparenden Ofen erhalten, die größere auch neues Holz und eine neue Technikregelung. Schröder: „Das kam bei der Wiedereröffnung gut an.“ Bereits 2019 hatte der Verein sein Hallenbad komplett saniert.

Die jüngste Renovierung des Fitnessraums geht auf einen Wasserschaden zurück: Ein Wärmetauscher sei bei minus 16 Grad geplatzt, berichtet Schröder, tausende von Litern Wasser seien geflossen. „Das haben wir alles in Eigenregie wieder hinbekommen – und bei der Gelegenheit die Beleuchtung auf LED umgestellt.“ Fitness, Sauna, Schwimmbad: Der Verein verfügt zurzeit über drei moderne Standbeine. Trotzdem will er die Beiträge (vorerst) nicht erhöhen.

„Für einen Jahresbeitrag von 294 Euro (erwachsene Einzelperson, die Red.) kann ein Mitglied hier alles in Anspruch nehmen, von 6 bis 21.30 Uhr“, sagt Torns. Zudem soll es ab Herbst zur Probe eine Wintersaison vom 1. November bis 31. März geben. An Sonntagen hat das Bad künftig bis 18 Uhr geöffnet, gemischtes Saunen wäre von 12 bis 18 Uhr möglich. Um auf die jüngsten Entwicklungen und Angebote aufmerksam zu machen, hat der SFC neue Flyer ausgelegt. Viele Mitglieder haben sich laut Schröder an der Verteilung beteiligt. Der Internetauftritt wird gerade angepasst.

Sollte der Indoor-Sport bald wieder erlaubt sein, wären laut Verein innerhalb von drei bis vier Tagen wieder die Wohlfühl-Temperaturen erreicht. „Unser Hygienekonzept wäre sogar in zehn Minuten umgesetzt“, sagt Schröder. Eine Rückkehr zur Normalität erhoffen sich die beiden Vorsitzenden insbesondere für die Kinder. Schröder: „Es gibt jetzt schon einen Jahrgang, der bei uns nicht schwimmen gelernt hat.“ Vorerst könne der Verein keine Sprösslinge auf die Warteliste setzen. Torns treibt das Sorgenfalten auf die Stirn, denn: „Kinder ans Schwimmen heranzuführen, betrachten wir als unsere soziale Verantwortung.“

Informationen

Telefon 0421/89 98 307

www.sfcrotgelb.de

Von Andreas Hapke

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