Evangelische Gemeindebücherei Stuhr hat rund 2 400 Medien

„Nur aktuelle Sachen, damit wir nicht als verstaubt gelten“

Kirsten Höfener leitet seit sieben Jahren die evangelische Gemeindebücherei Stuhr. - Foto: Husmann

Stuhr - Von Andreas Hapke. Von A wie Jeffrey Archer bis W wie Martin Walker – in den Regalen der evangelischen Gemeindebücherei Stuhr stehen die Werke angesagter Autoren. „Wir kaufen nur aktuelle Sachen ein, damit wir nicht als verstaubt gelten“, sagt Kirsten Höfener. Was viele nicht wissen: Um sich einen Schmöker auszuleihen, muss man nicht Mitglied der Kirchengemeinde sein. „Das ist kostenfrei für alle“, betont die 42-Jährige.

Seit sieben Jahren leitet sie die Bücherei an der Stuhrer Landstraße 142. Über den Kirchenkreis Oldenburg hat sie eine Ausbildung zur Fachfrau für Büchereiarbeit, Literaturvermittlung und Leseförderung gemacht. Das passt gut zu ihrem ehemaligen Beruf als Bibliotheksassistentin. Trotzdem arbeitet sie ehrenamtlich, wie auch die acht weiteren Frauen des Teams. Gemeinsam verwalten sie rund 2 400 Medien, 150 schaffen sie pro Jahr neu an.

Ein Schwerpunkt des Angebots liegt auf der Kinderliteratur. „Das hängt auch damit zusammen, dass wir mit den Kindergärten in Stuhr und Moordeich zusammenarbeiten“, erklärt Höfener. Vier Gruppen würden Bücher ausleihen, pro Monat jeweils ein Mal. Das regelmäßige Programm der Bücherei zielt ebenfalls auf den Nachwuchs ab: Vorlesen und Basteln für Kinder von drei bis sieben Jahren sowie das Bilderbuchkino, das ebenfalls Sprösslinge ab drei Jahren einlädt.

Ob Rabe Socke, Drache Kokosnuss oder die Olchis: „Kinder lieben Bücher, denn sie sehen die Figuren im Fernsehen“, sagt Höfener. 1 000 Printmedien sind für die Kleinen gedacht, 1 000 für die Großen. Hinzu kommen CDs, Hörbücher und Spiele. Letztere haben laut Leiterin den größten Umsatz. „Wir haben gerade nicht so viele da, denn die werden gut ausgeliehen.“

Alte Schätze für den Flohmarkt 

Was nicht mehr gut aussieht oder zwei, drei Jahre nicht gelesen wurde, sortieren die Frauen aus. Damit bestücken sie den Flohmarkt der Kirchengemeinde. „Wir schaffen laufend neue Sachen an“, erzählt Höfener. Dafür ziehen sie und ihre Kolleginnen gemeinsam los. Manchmal unternimmt die Gruppe auch einen Ausflug, wie im November, als es zu einer Lesung der Autorin Gisa Pauly ging. „Sich das anzuhören, hilft uns bei der Auswahl neuer Bücher“, sagt Höfener. Inzwischen stellen die Mitarbeiterinnen auch selbst Neuerscheinungen vor. Die nächste Veranstaltung dieser Art ist für November geplant.

Zwei Mal pro Jahr ist ein Großeinkauf angesagt: zu Ostern und im Herbst, damit sämtliche Bücher rechtzeitig zu den Sommerferien und zu Weihnachten eingebucht sind. Nachkäufe stehen immer wieder mal an.

„Klar gibt es hin und wieder Diskussionen über die Neuanschaffungen. Wir haben schließlich ein Budget, außerdem haben neun verschiedene Menschen durchaus unterschiedliche Ansichten“, sagt Höfener, die selbst am liebsten regionale Krimis liest. Generell gelte: „Was in der Buchhandlung läuft, geht bei uns auch.“ Ausnahme seien Publikationen aus der Bestsellerliste. „Das liest bei uns kaum einer. Das weiß man, wenn man ein paar Jahre hier arbeitet.“ Und bei der Kinderliteratur probiere das Team auch aus. „Das kann man als Erwachsener nicht so richtig einschätzen.“

Kontakt ist wichtig 

Die Bücherei zählt 134 angemeldete, größtenteils weibliche Entleiher, was nichts über die Zahl der Besucher insgesamt aussagt. „Einige kommen her, um zu spielen oder sich Bücher anzusehen“, berichtet die Leiterin. Was die Kunden an der Gemeindebücherei schätzen? Laut Höferer ist es die direkte Ansprache, der Kontakt. „Die Besucher suchen das Intime. Hier ist kein Trubel, man kann in aller Ruhe alles durchgehen“ sagt sie. „Andernorts wird man zuweilen erschlagen vom Angebot.“

Die Bücherei der evangelischen Kirchengemeinde Stuhr ist dienstags und donnerstags von 8.30 bis 10 Uhr sowie mittwochs und freitags von 15 bis 16.30 Uhr geöffnet. In den Schulferien ist die Bücherei geschlossen.

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