Evakuierung wegen des Großbrands am Rodendamm notwendig

Rund 100 Tiere aus Tierheim „Arche Noah“ gerettet

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Löschschaum und Schläuche zeugen davon, dass der Feuerwehreinsatz gegenüber dem Tierheim am Rodendamm noch nicht beendet ist.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Den Großbrand des Brinkumer Entsorgungsfachbetriebs Baensch und Wippersteg werden die Mitarbeiter des benachbarten Tierheims „Arche Noah“ so schnell nicht vergessen. Mehrere Stunden haben sie am Pfingstmontag damit verbracht, Hunde, Katzen und Kaninchen zu evakuieren und anderweitig unterzubringen. Wann die Tierschützer ihre Arbeit wieder aufnehmen können, steht noch nicht fest.

„Wir wollten gestern nach dem Rechten sehen, durften aber nicht. Wir waren nur ganz kurz mal im Gebäude“, berichtet Betriebsleiter Stefan Ziesemer. Nach Auskunft von Kreisfeuerwehrpressesprecher Matthias Thom „messen wir in unmittelbarer Umgebung der Unglücksstelle immer noch eine erhöhte Schadstoffkonzentration, wenn auch nicht durchgängig. Es ist nicht abzusehen, wie lange das noch so geht“.

Laut Ziesemer kehren die Tiere ohnehin nicht im Laufe dieser Woche zurück. „Zunächst haben wir eine gründliche Reinigung des Heims vor uns, wobei wir noch nicht wissen, ob wir das selbst machen können oder eine Spezialfirma dafür zuständig ist. Das hängt von Schadstoffmessungen ab.“ Das Tierheim habe nach dem Großbrand am Sonntagabend allein Unmengen an Wäsche, die nun durchgewaschen werden müssten, denn: „Im Gebäude hat es nach Rauch gerochen, wenn auch nicht so schlimm wie befürchtet“, sagt Ziesemer.

Auf Empfehlung der Feuerwehr hatten die Mitarbeiter am Montag bereits um 5.30 Uhr mit der Evakuierung begonnen, hingezogen hat sie sich bis kurz vor 14 Uhr. „Immer wenn der Wind in Richtung Tierheim gedreht hat, konnten wir nicht aufs Gelände“, berichtet Ziesemer. „Dann hat man höchstens fünf bis zehn Meter weit gesehen und kaum atmen können. Deshalb haben wir auch Feinstaubmasken getragen.“ Dass die Evakuierung überhaupt geklappt habe, sei auch einigen Ehrenamtlichen zu verdanken, zum Beispiel den Gassigängern. „Dass die da waren, war ein Riesenvorteil“, sagt Ziesemer. „Sonst wären wir aufgeschmissen gewesen.“

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Die Tiere hätten die ganze Aktion gut weggesteckt. Er habe bislang auch nichts Gegenteiliges aus den aktuellen Unterkünften gehört. „Bis auf drei Hunde haben sich alle Tiere drinnen aufgehalten.“

Die Katzen haben ihre vorübergehende Heimat im Tierschutzhof Osnabrück gefunden, der ebenso wie „Arche Noah“ Mitglied im Bund gegen Missbrauch der Tiere (BMT) ist. Dessen Vorsitzender Karsten Plücker, selbst Leiter eines Tierheims in Kassel, hat die Unterbringung organisiert. Insgesamt hat Sabine Strobl, in Brinkum für die Katzen zuständig, 44 der 50 Samtpfoten sowie eine Wasserschildkröte in einem Transporter nach Osnabrück gefahren, der Rest ist privat untergekommen. Dies gilt auch für einige Hunde, die 19 Kaninchen, drei Degus und drei Bartagamen.

Die meisten der 30 Hunde haben die Tierschützer in Privatautos zum Tierheim in Bergedorf (Gemeinde Ganderkesee) gebracht. „Wir wollen sie möglichst zum Wochenende wieder nach Brinkum holen, weil Bergedorf nur ein Notbehelf ist. Die sind darauf nicht eingerichtet“, sagt Ziesemer. Anders sehe es bei den Katzen aus, die erst einmal zwei Wochen in Osnabrück bleiben sollen. Zum einen hätten sie dort genügend Platz, zum anderen reagierten sie wesentlich empfindlicher auf den Transportstress.

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