Die Heiligenroderin Stefanie Schaarschmidt erwirbt Zertifikat in Oldenburg

Eulenfan wird Fledermausbotschafterin

Es kann losgehen: Stefanie Schaarschmidt mit (v.l.) Urkunde, Grubenlampe und Fledermausdetektor. - Foto: Hapke

Heiligenrode - Von Andreas Hapke. Die Frau hat ein Faible für Tiere, „egal in welcher Form“. Schon als Kind sei das so gewesen, erzählt sie. Eulen waren ihre Favoriten, eigentlich. Doch jetzt ist die Heiligenroderin Stefanie Schaarschmidt zertifizierte Fledermausbotschafterin.

„Das muss wohl damit zusammenhängen, dass ich mich als Hörgeräteakustikerin mit der Schallübertragung im Ohr beschäftige“, sagt sie und lacht. Da sei es nicht mehr so weit bis zu den Fledermäusen, die bekanntermaßen mit den Ohren sehen.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit auf dem Weg zum Zertifikat. Nach ihrer bestandenen Meisterprüfung und dem damit verbundenen Plus an Freizeit sei sie auf die Idee gekommen, dem Naturschutzbund (Nabu) beizutreten. Schon in ihrem ersten Mitgliedermagazin stieß sie auf das Projekt „Fledermausbotschafter für Niedersachsen“. Gesucht waren Menschen, die eine vermittelnde Funktion zwischen Fledermausexperten und Bürgern einnehmen, um den Schutz der Tiere in allen Regionen Niedersachsens zu stärken. Stefanie Schaarschmidt meldete sich an.

In fünf jeweils ganztägigen Modulen haben die Teilnehmer von erfahrenen Fachleuten viel Wissenswertes zur Ökologie, Lebensweise, Artbestimmung, zu Schutzmaßnahmen, rechtlichen Rahmenbedingungen und zur Umweltbildung gelernt. „Abschließend mussten wir einen dreiseitigen Fragebogen ausfüllen“, berichtet Stefanie Schaarschmidt. „Jetzt liegt es an uns selbst, was wir aus der Ausbildung machen.“

Ziel sei es, in der Öffentlichkeit präsent zu sein. „Die Menschen wissen wenig über Fledermäuse; auch nicht, dass manche Arten vom Aussterben bedroht sind“, begründet die Botschafterin. Sie denkt an Aktionen für Kinder, denn: „Wenn man bei ihnen das Bewusstsein schafft, dass die Tiere schützenswert sind, dann ist das nachhaltig. Dann hat man etwas für die nächste Generation erreicht.“

Vorträge und Führungen für Erwachsene traue sie sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu, soll es aber später geben. „Vorher möchte ich selbst noch das eine oder andere Mal mit einem Experten mitgehen“, sagt sie.

Von Frühjahr bis Herbst kommen die Fledermäuse nach Sonnenuntergang aus ihren Quartieren heraus und stellen den Insekten nach. Seit Stefanie Schaarschmidt vor sieben Jahren mit ihrem Mann an den Waldrand Heiligenrodes gezogen ist, kann sie das beobachten. „Bei uns fliegen sie vereinzelt herum. Es sind mehrere Arten, was man allein schon von der Größe ableiten kann.“

Inzwischen hat die 35-Jährige noch eine weitere Möglichkeit, Unterschiede festzustellen: Im Zuge ihrer Ausbildung hat sie sich einen Fledermausdetektor zugelegt, der die Ultraschallrufe der Flugkünstler in Schallwellen niedrigerer Frequenz umwandelt. Sie fallen damit in den Hörbereich des Menschen. „Das hört sich an wie Geschnatter oder Geschmatze“, berichtet sie. „Wir haben zwar eine CD mit den Lauten einzelner Arten bekommen, aber die herauszuhören, ist eine Wissenschaft für sich.“

Konkreter sind da schon ihre Tipps, wie man die Wohnungs- und Nahrungsnot der Fledermäuse auf der eigenen Scholle lindern kann: Nachtblühende und nektarreiche Pflanzen wie gewöhnliches Leimkraut, Seifenkraut und Wegwarte sind attraktiv für Insekten, die den Fledermäusen als Nahrung dienen. „Pestizide hingegen nehmen den Tieren die Nahrung weg.“ Unterschlupf finden Hufeisennase, Abendsegler und Co. in Höhlen alter Bäume, im Keller oder auf dem Dachboden. Man kann sich auch einen Fledermauskasten anschaffen, wie Stefanie Schaarschmidt das getan hat.

Ihre Leidenschaft dürfte sich auf den gerade mal 14 Monate alten Sohnemann übertragen. Ihm backt die Mama eifrig Fledermauskekse und liest aus dem Pixiebuch „Flatter, flatter, Fledermaus“ vor. Keine Frage: Der wächst gerade der nächste Botschafter heran.

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