Erstmals dreifacher Nachwuchs im Horst an der Blockener Straße

Jungstorch-Trio steht vor seinen ersten Flugversuchen

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Diese drei Jungstörche warten darauf, dass Mama und Papa mit der Nahrung zurückkommen.

Kl.-Mackenstedt - Von Andreas Hapke. Es ist eng geworden in dem Horst an der Blockener Straße in Klein-Mackenstedt. Erstmals hat sich dort ein Storchenpaar über dreifachen Nachwuchs gefreut. Jeden Augenblick, schätzt Landwirt Hilmer Schumacher, werden die Jungtiere ausfliegen.

„Es ist die einzige erfolgreiche Brut in diesem Jahr in der Gemeinde“, erzählt Schumacher stolz. Am Stuhrgraben in den Kladdinger Wiesen seien zwar auch Störche angekommen, doch sie seien diesmal ohne Nachwuchs geblieben.

Schumacher betreibt auf seinem Grundstück an der Blockener Straße Bio-Landwirtschaft und züchtet Galloway-Rinder. Im Laufe der Zeit hat er mit Unterstützung der Stiftung Naturschutz des Landkreises Diepholz auch einige Teiche angelegt und dachte sich irgendwann, dass dies ein ideales Jagdrevier für Störche sein könnte. Gemeinsam mit der Gemeinde hat er den Horst vor neun Jahren errichtet.

Anfangs hätten ausschließlich Nilenten den Unterschlupf in Beschlag genommen, berichtet der Landwirt. Erst nach fünf Jahren sei er auch für Meister Adebar interessant geworden. Ein bis zwei Jungstörche hat Schumacher seitdem pro Saison registriert.

Ein Trio als Nachwuchs ist ein Novum, aber nicht die einzige Besonderheit in diesem Jahr. Laut Schumacher sind die Störche diesmal außergewöhnlich früh gekommen, am 21. Februar. Entsprechend zeitnah, in der ersten April-Woche, seien die Jungen aus den Eiern geschlüpft. Nun stünden sie kurz davor, ihr behagliches Umfeld zu verlassen. „Andernorts gucken die Tiere gerade einmal über den Horstrand“, sagt Schumacher.

Wenn die Jungstörche ihre ersten Flugversuche unternehmen, sind sie oft in niedriger Höhe unterwegs. Um Kollisionen mit Autos oder Motorrädern zu vermeiden, hat die Gemeinde die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Blockener Straße herabgesetzt. Auf einer Länge von 300 bis 400 Metern gelten jetzt 50 statt wie zuvor 70 Kilometer pro Stunde.

Schumacher ist Mitglied der Storchenpflegestation Wesermarsch in Berne. Dorthin meldet er den jährlichen Bestand. Stationsleiter Udo Hilfers ist auch Ansprechpartner in Notfällen – so wie vor einigen Jahren, als ein Jungtier gestorben war und Hilfers es mit einer Leiter aus dem ungefähr zwölf Meter hohen Horst entfernt hat. Auch der Experte nennt eine Brut mit drei Jungtieren „ein gutes Ergebnis“. In diesem Jahr sei das in der Wesermarsch häufig der Fall. „Es gab viele Feldmäuse, aber keinen Nässe- und Kälteeinbruch, der den Störchen gefährlich werden konnte“, begründet Hilfers. Mit dem Wetter und der Nahrung habe es geklappt. Dass die Gemeinde für die Störche die Geschwindigkeit herabsetzt, findet Udo Hilfers „rücksichtsvoll und toll. Es passieren viele Unfälle, wenn die Störche flach über die Straße fliegen“.

Wohl schon im August werden die Jungstörche ihre Wahlheimat Klein Mackenstedt wieder verlassen. Die Eltern futtern sich noch Reserven an und machen sich ein wenig später auf den Weg gen Süden.

www.storchenstation.de

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