Für Forschung über Plastikmüll-Vermeidung

Schülerin gewinnt ersten Platz bei „Jugend forscht“-Juniorenwettbewerb

Friederike und Katharina Pieper halten ihre „Jugend forscht“-Urkunden hoch.
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Stolze Siegerinnen: Friederike (l.) und Katharina Pieper.

Weniger Müll durch bewussteres Einkaufen: Mit ihrer Forschung hat die KGS-Schülerin Friederike im Niedersachsen-Wettbewerb von „Jugend forscht - Schüler experimentieren“ den ersten Platz belegt.

Stuhr/Brinkum – Zwei gelbe Tonnen für einen Vierpersonen-Haushalt? Beim Müllherausbringen ist Friederike Johanna Pieper aufgefallen, „dass wir viel zu viel Plastikmüll verbrauchen“, erzählt sie. Um daran etwas zu ändern, hat sie nicht nur zu Hause Überzeugungsarbeit geleistet (inzwischen ist es eine gelbe Tonne weniger). Sie hat auch ein Forschungsprojekt entwickelt. Dessen Ziel war es, Einkaufsverhalten aufzuzeichnen, um dann direkt auch verpackungsfreie Alternativen aufzuzeigen.

Mit ihrem Projekt hat Friederike nun auch die Juroren bei „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ überzeugt. Die 12-Jährige aus Stuhr hat am Wochenende den Niedersachsen-Sieg in der Kategorie Arbeitswelt geholt. Für ihr Projekt hat Friederike einen Fragebogen entwickelt und verteilt – an Familie, Freunde, aber auch an Fremde, die sie beim Einkaufen angesprochen hat. 16 Haushalte hätten am Ende mitgemacht, erzählt die Schülerin der KGS Brinkum. Die Bögen hat sie mit einer Spalte für gekaufte Alternativen und einer Liste mit möglichen Veränderungen beim Einkauf-Verhalten an die Teilnehmer zurückgegeben – sozusagen als Unterstützung, „nicht direkt immer das Erstbeste“ zu kaufen.

Pandemie hat Forschung erschwert

Erschwerend kam auch für Friederikes Projekt die Pandemie hinzu. Nicht nur, weil sie dadurch keine Bögen in Supermärkten verteilten konnte. Auch wirkte sich der Trend zum Online-Shopping auf die Ergebnisse aus. Vorher sei es so gewesen, dass man durch bewusstes Einkaufen, den Müll einfach um die Hälfte reduzieren konnte, hatte Friederike herausgefunden. „Während Corona kann man fast froh sein, wenn man ihn nicht verdoppelt“, schreibt Friederike in ihrer Projekt-Skizze.

Der Landessieg bei „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ hat Friederike ein Preisgeld von 150 Euro eingebracht. Was sie damit machen wird, weiß die Schülerin noch nicht. Aber sie hat schon Pläne, wie sie ihre Forschungen fortsetzen will. Ihre Idee ist, eine App zu entwickeln, die beim Einkaufen müllsparende Alternativen zu gescannten Produkten anzeigen kann.

Forsschung von zu Hause

Friederike berichtet, dass sie „Jugend forscht“ durch eine Arbeitsgemeinschaft an der Schule kannte. Diese Teilnahme war bereits ihre dritte. Wegen Corona habe sie das Meiste an dem Projekt, das jetzt ausgezeichnet wurde, von zu Hause aus erledigt. Dort ist sie übrigens seit dem Wochenende nicht die einzige Preisträgerin. Ihre kleine Schwester Katharina Meta hat Rechenhilfen für Kinder mit Schwächen in Mathe entwickelt. Mit wiederkehrenden Farben will die Neunjährige versuchen, Verbindungen zwischen Wort und Zahl herzustellen. Diese Idee hat der Grundschülerin einen Sonderpreis des niedersächsischen Kultusministeriums mit 150 Euro Preisgeld eingebracht.

„Schüler experimentieren“ ist die Juniorensparte für Neun- bis 14-Jährige des „Jugend forscht“-Wettbewerbs. 54 Schüler haben es, zum Teil in Gemeinschaftsprojekten, in den Landeswettbewerb geschafft. Die 18. Ausgabe stand unter dem Motto „Lass Zukunft da“. Sie wurde vom 18. bis 20. März pandemiebedingt erstmals als Videokonferenz abgehalten.

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