Baufortschritt

Neue Rettungswache in Stuhrbaum: Eröffnung für Juni geplant

Rettungswache in Stuhrbaum.
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Die im kubistischen Stil errichtete Rettungswache in Stuhrbaum. Neben der großen Fahrzeughalle befinden sich Aufenthalts- und Sozialräume für die Mitarbeiter.

„Es geht voran“, sagt Dirk Seifert, Leiter des Einsatzdienstes für die Wachen der Rettungsdienste im Landkreis Diepholz. Gemeint ist damit der Baufortschritt an der neuen Wache, die in Stuhrbaum nahe der Autobahnunterführung entsteht. „Voraussichtlich können wir Mitte oder Ende Juni eröffnen“, blickt er vorsichtig auf die nächsten Wochen.

Stuhrbaum - Im Juli 2020 war der erste Spatenstich erfolgt. Seitdem ist auf der Baustelle deutlich Sichtbares entstanden. Bald soll mit den Außenanlagen samt Hof-Pflasterung begonnen werden. „Wir befinden uns deutlich im letzten Drittel des Baufortschritts“, bestätigt Wachenleiter Sven Aufderheide, dessen zukünftiger Arbeitsplatz in Stuhrbaum entsteht. 15 Personen werden im Schichtdienst in den neuen Räumen stationiert sein. Kosten von insgesamt knapp zwei Millionen Euro wurden für den Neubau veranschlagt.

„Die Arbeitsbedingungen werden sich hier ganz gravierend zum Positiven verbessern“, lobt Seifert den L-förmigen Neubau, der rund 560 Quadratmeter Grundfläche umfasst. Momentan ist die Rettungswache mit nur einem Rettungswagen noch bei der alten DRK-Station in Brinkum in beengten Räumen untergebracht. Der neue Standort wurde nicht ohne Grund etwas weiter westlich in der Gemeinde gewählt: Die Vorgaben des Landesrettungsdienst-Gesetzes sehen vor, dass von der Alarmierung bis zum Eintreffen des RTW in 95 Prozent aller Fälle nicht mehr als 15 Minuten vergehen sollen.

„In 2020 haben wir 2521 Fahrten mit einem RTW durchgeführt, das sind durchschnittlich acht Fahrten in einer 24-Stunden-Schicht“, nennt Sven Aufderheide Zahlen aus seiner Statistik. „Die Einsatzfahrten die durch die Rettungswache in Leeste geleistet wurden und auch die Unterstützung durch die Malteser und die Bremer Rettungsdienste sind in den Zahlen nicht enthalten“, macht er die Notwendigkeit der neuen Rettungsstation deutlich. „Die Unterstützung brauchen wir immer dann, wenn gleichzeitig mehrere Einsatzfahrten angefordert werden. Das können wir mit nur einem RTW alleine natürlich nicht leisten.“

Platz für drei Rettungswagen

Die großzügig bemessene Fahrzeughalle bietet auf rund 170 Quadratmetern Platz für drei Rettungswagen, die nach den bisherigen, groben Planungen dort stationiert werden sollen: Einer wird rund um die Uhr zur Verfügung stehen, einer fungiert als Tages-Rettungswagen und einer ist Ersatzfahrzeug. „Die Verhandlungen mit den Kostenträgern für die Anschaffung des zweiten Fahrzeuges müssen noch abgeschlossen werden“, berichtet Dirk Seifert. „Eins von den Reservefahrzeugen holen wir von der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Barrien hierher.“

Nach ihrer Fertigstellung wird die Station auch als Lehr-Rettungswache zur dreijährigen Ausbildung von Notfallsanitätern fungieren. „Das ist ein Wechselspiel zwischen Klinik, Schule und Rettungswache“, erklärt Seifert den Ausbildungsweg. Sogenannte Praxisanleiter, die eine pädagogische Zusatzausbildung erhalten haben, werden die praktische Schulung in der Rettungswache durchführen. „40 bis 50 Bewerbungen erreichen uns jedes Jahr“, sagt Dirk Seifert. Personal werde ständig gesucht, insbesondere ausgebildete Notfallsanitäter.

Der Standort in Stuhr ist einer von insgesamt vier Rettungswachen im Landkreis. Die weiteren Stationen befinden sich in Bruchhausen-Vilsen, Drentwede und Wehrbleck. 60 Mitarbeiter sind für den Landkreis im Rettungsdienst tätig. Ein Großteil davon macht sich seit drei Monaten auch bei den Corona-Impfungen nützlich. „Wir sind als Teil des mobilen Dienstes auch alle impfberechtigt und fahren nach einem Einsatzplan des Impfzentrums in Bassum zu Impfaktionen im ganzen Landkreis“, nennt Dirk Seifert einen zusätzlichen Aufgabenbereich des Rettungsdienstes.

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