Erleichterung nach der Premiere

Nachwuchs-Künstler der KGS Brinkum führen „Communicate me“ auf

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Seit Herbst vergangenen Jahres haben die Jugendlichen auf ihren großen Auftritt hingearbeitet.

Brinkum - Von Siard Schulz. Die Erleichterung und die Freude über die geglückte Premiere steht den jungen Schauspielern am Sonnabend förmlich ins Gesicht geschrieben. Soeben endete ihr Stück „Communicate me“ von Ulrike Winkelmann unter dem tosenden Beifall der Zuschauer.

13 Schüler der Klassen sechs bis zehn hatten seit Herbst vergangenen Jahres mit den Sozialpädagoginnen des Freizeitbereichs der KGS Brinkum in einer Arbeitsgemeinschaft an dem Projekt gearbeitet. Darin geht es um Verirrungen und Verführungen in der virtuellen Welt. Der Nachwuchs will mit seiner Aufführung für das Thema sensibilisieren.

In drei Erzählsträngen – im Jugendcafé, auf dem Schulhof und im Chatroom – werden diverse Jugendliche porträtiert: Da sind beispielsweise die verschiedenartigen Schwestern Muriel und Nadja. Während Erstgenannte nach dem Tod ihres Vaters schnell wieder Fuß fasst und zügig einem geregelten Alltag mit Freunden nachgeht, isoliert sich Nadja. Aus Angst, jemanden zu verlieren, der ihr viel bedeutet, öffnet sie sich für niemanden mehr und flüchtet in die Anonymität des Internets. Sie merkt, dass es sich dort vermeintlich leichter lebt und lernt sogar Leon kennen. Doch auch er weiß die tieferliegenden Probleme nicht zu lösen, was Nadja nur noch stärker bedrückt.

Waghalsige Aktionen abseits der Skaterbahn

Das Stück handelt auch von der Skaterin Steffi, die im Netz nach Anerkennung sucht. Mit waghalsigen Aktionen auf und abseits der Skaterbahn will sie es nicht nur sich, sondern allen beweisen. Dafür würde sie wortwörtlich über Leichen gehen: In einem Chatroom lernt sie die mysteriöse „Madonna“ kennen. Immer wieder wird Steffi von ihr angestachelt. Das führt so weit, dass sie trotz der Bedenken und Ängste ihrer realen Freunde mit dem Skateboard auf einer Autobahn fährt und sich dabei filmen lässt.

So geht es in der Aufführung um die Lebenswirklichkeiten Jugendlicher, die sich in eine konstruierte Parallelwelt retten, in der sie so sein können, wie sie immer schon sein wollten, aufgrund gesellschaftlicher Umstände aber nie waren. Der Bedeutungsverlust der realen Beziehungen führt sogar dazu, dass alte Freundschaften gänzlich aufgekündigt und Beziehungen beendet werden.

Für die Sozialpädagogin Kerstin Nietzold ist es nach dem gelungenen Stück „Alice im Wunderland“ die zweite Theateraufführung als Regisseurin. Als besonders spannend empfindet sie das gemeinschaftliche Hinarbeiten auf ein Ziel: „Dabei ist es schön zu sehen, dass es neben Talenten auch Schüler gibt, die noch nie auf einer Bühne standen, die sich zunächst damit auch schwertaten, aber dann eine richtige Entwicklung genommen haben.“ 

Stück gar nicht so überspitzt, wie es scheint?

Es freut sie, dass auch Sprösslinge im Alter von 11, 12 oder 13 Jahren mitwirken. Eine von ihnen ist Anna Ertsekin, die bereits bei „Alice im Wunderland“ die Hauptrolle spielte. Ihre 19 Jahre alte Schwester Katharina berichtet, dass die Schauspielerei für Anna ein leidenschaftliches Hobby darstelle: „Ob zu Hause oder in der Schule – die letzten Tage war sie nur noch am Proben.“ Das habe sich allerdings auch gelohnt: „Das Stück ist teilweise total witzig, beschreibt aber zugleich den täglichen Wahnsinn von Jugendlichen und ist auf den zweiten Blick vielleicht gar nicht so überspitzt, wie es zuerst scheint“, urteilt Katharina.

Lampenfieber hat man den Akteuren übrigens nicht angemerkt. Das ist sicherlich auch ihrer Ausdauer, Disziplin und Teamarbeit zu verdanken – Schlüsselqualifikationen für ein erfolgreiches Projekt, wie Nietzold findet.

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