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Erich Sigloch entwirft Broschüre über 40 Jahre Eulen- und Turmfalkenschutz in Stuhr

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Von: Marten Vorwerk

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Präsentiert mit Eulen- und und Turmfalkenfigur seine Broschüre: Erich Sigloch vom Nabu
Präsentiert mit Eulen- und und Turmfalkenfigur seine Broschüre: Erich Sigloch vom Nabu © Marten Vorwerk

Stolz präsentiert Erich Sigloch vom Naturschutzbund (Nabu) Stuhr eine Broschüre, die er in Einzelarbeit geschrieben hat. „40 Jahre Eulen- und Turmfalkenschutz in der Gemeinde Stuhr – Eine Erfolgsgeschichte“, lautet der Titel.

Stuhr – „Ich dachte, dass dieses Jubiläum ein guter Anlass ist, um ein Heft herauszubringen“, sagt er. Der Rentner skizziert in der Broschüre seine Erfahrungen und Erlebnisse in der Arbeit mit den Tieren und erzählt im Pressegespräch besondere Anekdoten aus fast einem halben Jahrhundert Eulen- und Falkenarbeit.

Anfang der 1980er-Jahre fing alles an. Es mangelte den Schleiereulen an Nistmöglichkeiten in der Gemeinde Stuhr. Dem Nabu fiel das auf. „Wir haben einen Aufruf gestartet, auch in Zeitungen, ob Menschen Nistmöglichkeiten für Schleiereulen anbieten können. Wir haben vor allem auf landwirtschaftlichen Höfen und Reithöfen, aber auch in Kirchtürmen gesucht“, sagt Erich Sigloch, der damals selbst durch die Region gefahren ist, um geeignete Plätze zu suchen.

Projekt ist schleppend angelaufen

Schleppend sei das Projekt angelaufen, ehe im Jahr 1984 erste Erfolge zu erkennen waren. „Ein Eulenpaar in einem Nistkasten im Stuhrer Kirchturm hatte vier Jungvögel geboren. Da waren wir schon stolz“, berichtet Erich Sigloch, der sich immer auf Unterstützung weiterer Nabu-Mitglieder verlassen konnte. Auch Turmfalken und teilweise Dohlen nisteten sich in den angebrachten Kästen ein.

Die Population der Arten stieg über die Jahre immer weiter an, bis zum Höhepunkt 2007. Dort gab es 28 Bruten und 160 Jungvögel. „Heute haben wir bei den Turmfalken im Schnitt jährlich etwa 18 Bruten, bei den Schleiereulen acht bis zehn“, erzählt Erich Sigloch. Die Turmfalken hätten sich somit „ein wenig durchgesetzt“.

„Wenn in einem Nest zuerst eine Schleiereule sitzt und dann wenig später plötzlich ein Turmfalke, bauen wir nebenan noch ein Nest. Dorthin kommt die Schleiereule manchmal zurück. Das funktioniert ganz gut“, sagt Erich Sigloch.

Jungvögel auch in diesem Jahr gefunden

Zurzeit laufen die Inspektionen der Nistkästen. Erich Sigloch ist mit einer kleinen Gruppe in Stuhr unterwegs und untersucht die Schleiereulen- und Turmfalkenpopulation. „Schüler waren zuletzt dabei. In Moordeich haben wir fünf Jungvögel gesehen, die gerade erst geschlüpft sind. Im Brinkumer Kirchturm waren ebenfalls Neugeborene im Nest“, informiert Sigloch erfreut. In den kommenden Tagen gehe es weiter nach Mackenstedt und Heiligenrode.

Einen zweiten Kontrollgang durchläuft Sigloch Ende August oder Anfang September. Dann werden die Kästen gesäubert. Dort sei viel Gewölle drin, bis fast unter die Decke.

Die Anzahl der Bruten hängt laut dem Experten mit dem Nahrungsangebot zusammen. Die Vögel fressen Mäuse. Sigloch weiß: „Gibt es weniger Mäuse, so wird von Eulen- und Turmfalken-Paaren weniger gebrütet.“

Gefahren bei der Arbeit mit den Vögeln

In 40 Jahren hat Erich Sigloch bei der Arbeit mit den Vögeln viel erlebt. Hier und da lauerten an den Nistkästen Gefahren. „Einmal wollte ein Kollege in einem Nistkasten nachsehen, ob dort Vögel brüten. Als er den Kopf vor das Loch hielt, war er plötzlich mit Kot bedeckt. Er kam die Leiter runter und sagte: ,Ich wurde angeschissen´. Wenn das ins Auge gegangen wäre, wäre das sicher nicht so lustig gewesen“, berichtet Sigloch.

Er selbst machte einmal unfreiwillig Bekanntschaft mit Hornissen. Sie hätten sich im Nest aufgehalten. Als er vor dem Kasten stand, seien sie plötzlich auf ihn zugeflogen. „Ich bin schnell abgehauen und habe mich in eine dunkle Ecke gestellt, bis sie sich wieder beruhigt haben“, erinnert er sich. Die meiste Zeit sei die Arbeit aber ungefährlich.

Besonderes Lob erhält Erich Sigloch von Marc Plitzko, dem Umweltbeauftragten der Gemeinde Stuhr. „Wir sind sehr dankbar, solch engagierte Leute wie Erich zu haben, die sich seit Jahren für den Naturschutz einsetzen.“

Information

Die Broschüre ist bei Erich Sigloch persönlich erhältlich. Er ist erreichbar unter 04221/30560 und freut sich über eine Spende.

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