Zwischen Leid und Zuversicht

„allaBrema“ gelingt musikalischer Spannungsbogen in Stuhr

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Dirigentin Lena Sonntag vermag es mit ihrem Chor „allaBrema“, eventuell betrübte Seelen unter den Besuchern in der St.-Pankratius-Kirche wieder ein wenig aufzuhellen.

Stuhr - Von Angelika Kratz. Passend zum Ewigkeits- oder Totensonntag öffnete die St. Pankratius-Kirche ihre Pforte für ein die Seele streichelndes Konzert mit dem Chor „allaBrema“. Das stand unter dem Motto „Silence & Music“. Wie vorab angekündigt wurde, erzählten die leisen Töne von stillen Landschaften, die ergreifenden Melodien ließen Erinnerungen wach werden und spannten einen Bogen zwischen Leid und Zuversicht.

Dr. Klaus Helbig als Vertreter des Gemeindekirchenrates wünschte den erfreulich vielen Besuchern im bestens gefüllten Kirchenschiff einen entspannenden Hörgenuss als beste Labsal gegen alle Traurigkeit an diesem besonderen letzten Sonntag im November.

„Lux aeterna“, das ewige Licht, war Anfangs- und Schlussthema des gut einstündigen Konzerts. Dem Wunsch, „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe“ folgte „The Blue Bird“ mit einem meditativen Ausflug in eine stille Landschaft.

Zwei Sopranistinnen hatten im Gang Aufstellung genommen, und wer Glück hatte, genau zwischen ihnen und dem Chor im Altarraum zu sitzen, erlebte einen besonderen Hörgenuss aus verschiedenen Richtungen.

Chorleiterin Lena Sonntag begleitet „allaBrema“ mit seinen 15 Sängerinnen und Sängern seit dem Jahr 2009 und konnte sich auch jetzt wieder auf die geschulten, wunderschönen Stimmen verlassen.

„Silence & Music“ ist ein englisches Gedicht von Ursula Wood, das Ralph Vaughan Williams vertont hat. So recht für die betrübte Seele an einem Totensonntag erhoben sich die Stimmen mit sanften Schwingen und zauberten mit einem Blick auf Wind und Wasser ein lebensbejahendes Lächeln ins Gesicht. Etwas fröhlicher wurde es zum „Gloria in exelsis Deo“, dem „Ehre sei Gott in der Höhe“.

Irischer Segensgruß als Zugabe

„Oh Mistress Mine“ wurde Shakespeare zunächst wunderschön in gereimter Form interpretiert und danach in gesanglich zu Gehör gebracht. Über „The Lonesome Road“, die einsame Straße ging es im englischen Sprachbereich weiter und ermahnte, stets positiv nach vorne ins Leben zu schauen.

Visuell mit Bildern vom Meer und Sonnenuntergang wurde mit dem vom finnischen Komponisten Jaakko Mäntyjärvi geschriebenen Lied „Canticum calamitatis maritimae“ an die 852 getöteten Menschen an Bord der im Jahr 1994 gesunkenen Fähre Estonia gedacht. Das verursachte schon gewaltiges Kribbeln, denn die Paarung von Gesang und Bildern verfehlte nicht ihre Wirkung.

Zum Sackenlassen für das Publikums und Luftholen für den Chor ertönten Flöte (Rainer Wittig) und KIavier (Lena Sonntag) mit kleinen Zwischenstücken.

Den Abschluss des Konzertes bildete nach dem Traum, einen Freund wiederzusehen noch einmal „Lux aeterna“ und ein irischer Segensgruß als Zugabe und als bester Wunsch für den Heimweg.

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