Entschlammung und Erweiterung des Gewässers / Mehr Tier- und Pfanzenvielfalt

Nabu bringt Teich im Biotop Henkenmoor auf Vordermann

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Reichlich Schlamm hat dieser Bagger aus dem Teich im Biotop Henkenmoor geholt.

Neukrug - Von Andreas Hapke. Exakt zehn Jahre nach der ersten Entschlammung ist am Mittwoch wieder ein Bagger der Kirchweyher Firma Haschke angerollt, um den Teich im Henkenmoor von Ablagerungen zu befreien. Das Unternehmen handelte im Auftrag des Stuhrer Ortsvereins des Naturschutzbunds (Nabu).Der hatte die Fläche im März 2005 von der Gemeinde erworben – als erstes seiner mittlerweile vier Biotope.

„Ein eigenes Grundstück sollte unsere Bemühungen für die Natur noch deutlicher machen. Wir wollten dort ungestört unsere Vorstellungen umsetzen, Flora und Fauna entwickeln“, erklärt Horst Ewald, der den Verein neun Jahre als Vorsitzender geführt hat und sich nun um die Biotope kümmert. 20 Hektar stehen an der Neukruger Straße zur Verfügung.

Der jetzt beseitigte Schlamm entsteht im Laufe der Zeit durch den von Hecken und Bäumen verursachten Laubbefall sowie durch den Pflanzenwuchs im Gewässer selbst. „Alle zehn bis 15 Jahre ist das notwendig“, sagt Ewald. Allerdings nur im Henkenmoor, da in den anderen drei Biotopen kaum Büsche und Bäume vorhanden seien. Von dem Eingriff waren laut Ewald „nur“ rund 70 Prozent der Wasserfläche betroffen. „Mit dem Schlick werden zum Beispiel auch Libellenlarven entfernt. Deshalb brauchen wir die übrige Fläche als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des Gewässers.“

Diesmal hat das Kirchweyher Unternehmen nicht nur Schlamm ausgehoben, sondern den Teich zusätzlich erweitert, um eine Flachwasserzone zu schaffen. „Dadurch können sich Torfmoose bilden“, erklärt der 76-Jährige. Überhaupt verspricht sich der Nabu davon eine noch größere Vielfalt für das Gewässer, weitere Pflanzen- und Tierarten könnten sich entwickeln.

Darauf zielt auch die Erweiterung eines benachbarten Grabens auf einer Länge von rund 30 Metern ab, die der Verein in dieser Woche zum ersten Mal veranlasst hat. Darüber hinaus hat die Firma Haschke die Verbuschung in den Randbereichen des Teichs reduziert. Das bedeutet laut Ewald künftig weniger Laubbefall und damit eine langsamere Verschlammung.

Der diesmal üppige Aushub wurde auf eine Wiesenfläche gebracht und planiert. Dort soll mit Unterstützung einer Nabu-Stiftung eine Blüh-Fläche entstehen. „Mehr Blumenvielfalt bedeutet mehr Nahrung für Insekten“, sagt Ewald.

Mit regelmäßigen Bestandsaufnahmen kann der Nabu die Auswirkungen seiner Anstrengungen auf die Natur belegen. Nach dem Eingriff vor zehn Jahren „hatten wir eine wundervolle Biotopentwicklung an dem Teich“, berichtet Ewald. „Wir haben nicht geglaubt, was da alles im Boden steckt und sich entwickelt, wenn die Bedingungen stimmen.“ Eine starke Zunahme von Amphibien und Libellen nennt er als Beispiele, ebenso das regelmäßige Blühen der Wasserfeder (Wasser- und Sumpfpflanzenart, die Red.).

Damit das so bleibt, sind neben den großen Eingriffen immer wieder auch Arbeitseinsätze der Mitglieder notwendig. „Hecken sowie Brombeer- und Himbeersträucher müssen zurückgeschnitten werden. Sie nehmen uns den Raum weg, den wir anderen Verwendungen zugedacht haben“, sagt Ewald. Wer dabei mithelfen möchte, kann sich bei ihm unter Telefon 0421/560702 melden. „Wir brauchen die ehrenamtliche Unterstützung.“

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