Bei der Entlassungsfeier an der Lise-Meitner-Schule geht es sportlich zu

„Schwimmt Bahn um Bahn“

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Die Protagonisten im Forum der Lise-Meitner-Schule.

Moordeich - Von Andreas Hapke. Den Gospelsong „Live is a dream“ hat der Chor der Lise-Meitner-Schule gestern bei der Entlassungsfeier für die Neunt- und Zehntklässler gesungen. Aber ist das Leben wirklich ein Traum – jetzt, wo die Schulzeit vorbei ist und eine neue Lebensphase anbricht?

Schülersprecherin Viktoria Hinke war sich da gar nicht mehr so sicher: „Wir haben uns so lange auf diesen Tag gefreut, aber zuletzt immer mehr realisiert, dass alles vorbei ist, auch die Gemeinschaft.“ Später nahm der stellvertretende Schulleiter Torsten Mehrwald diesen Ball auf: „Wenn das Zurückdenken an Schule ein wärmendes Gefühl erzeugt, dann haben wir viel erreicht.“ Den nun wartenden Herausforderungen sah Viktoria Hinke optimistisch entgegen: „Wir haben einen Lebensabschnitt abgeschlossen und sind bereit für den nächsten.“

Die stellvertretende Bürgermeisterin Gudrun Klomburg verglich die bevorstehende Veränderung mit einem Wechsel vom Lehr- in das Freischwimmerbecken. „Springt hinein und schwimmt Bahn um Bahn“, rief sie den Schülern zu. Denn erst nach weiteren Schwimmprüfungen gehe es hinaus aufs Meer. „Wenn man seine Richtung kennt, kommt man an“, sagte Klomburg und gab den Schülern quasi als Wegzehrung eine Maxime von Marion Gräfin Dönhoff († 2002) mit, eine der bedeutendsten Publizistinnen der Nachkriegszeit: „Seid tolerant, denn nur wer tolerant ist, wird niemanden diskriminieren und keine neuen Feindbilder erfinden.“

Mit dem Grußwort des Elternratsvorsitzenden Ulrich Stief ging es weiter sportlich durch das Programm. Stief sah in der Schulzeit eine Tour de France mit der Einschulung als Prolog sowie der fünften und sechsten Klasse als Flachetappen, denen im siebten und achten Schuljahr die ersten Hügel und Berge folgten. „Da mussten sich manche schon abstrampeln.“ Laut Stief wurde den Schülern aber erst in den Jahrgängen neun und zehn alles abverlangt. Trotzdem hätten es alle nach Paris geschafft. „Strampelt euch weiter ab, wir Eltern, eure Fans, sind bei euch.“

Auf jeden Fall komme nun eine spannende Zeit auf die Schüler zu, sagte Mehrwald. Sie müssten sich ihren Platz in der neuen Umgebung suchen. Auch wenn – frei nach dem Komiker Charlie Chaplin († 1977) – an den Scheidewegen des Lebens keine Wegweiser stünden, so könne man den Weg doch nachträglich korrigieren.

Er wies auf den Unterschied zwischen Fehlern an der Schule und Fehlern im Beruf hin: Letztere könnten einer Firma viel Geld kosten. Er selbst habe in seiner Ausbildung zum Industriekaufmann irrtümlich Unmengen Lackdraht bestellt und aus diesem Fehler gelernt: Nie wieder habe er Lackdraht bestellt.

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