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„Endlich wieder Osterfeuer“

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Die Besucher strömen in Scharen zu den Osterfeuern in Weyhe (wie hier in Lahausen) und in Stuhr, wo auf Gut Varrel Volksfeststimmung herrschte.
Die Besucher strömen in Scharen zu den Osterfeuern in Weyhe (wie hier in Lahausen) und in Stuhr, wo auf Gut Varrel Volksfeststimmung herrschte. © Rainer Jysch

Ein großer Strom von Besuchern hatte sich am Samstag bereits gut eine Stunde vor dem Entzünden des Lahauser Osterfeuers auf den Weg zu einer Wiese bei der Pferdepension von Jörg Niemeyer gemacht. Die von der Ortsfeuerwehr Lahausen auf der 1,5 Hektar großen Grünfläche organisierte Veranstaltung war die erste ihrer Art nach zweijähriger, coronabedingter Pause.

„Schön, dass wir das Osterfeuer endlich wieder anbieten können“, zeigte sich Marcel Balk, Pressesprecher der Lahauser Ortsfeuerwehr, erfreut über die Möglichkeit, das traditionelle Brauchtum wieder aufleben zu lassen. Coronabedingt hatte die Feuerwehr die Anzahl der Besucher auf maximal 2 000 begrenzt. Jeder Gast wurde beim Betreten der Wiese gezählt. „Die Kontrolle einer 3-G-Regelung ist zum Glück weggefallen“, so Balk. „Insgesamt haben wir hier 800 Besucher.“

Bratwurstbude, Cocktailzelt und Getränkewagen waren bereits am Nachmittag aufgebaut und so war für die Beköstigung der nach und nach anrückenden Besucher gesorgt worden. Kurz vor 20  Uhr setzten sich, angeführt von Ortsbrandmeister Michael Wolf und der stellvertretenden Jugendfeuerwehrwartin Julia Hüneke, rund 20 Mitglieder der Jugendfeuerwehr mit brennenden Fackeln in Richtung des aufgeschichteten Baumschnitts in Bewegung. Unter dem Beifall der zahlreichen Besucher entzündeten sie den mehr als zwei Meter hohen Haufen.

50 Kilo Pommes komplett weg

Im Ortsteil Kirchweyhe war am Sonnabend an der Straße Am Reethoop das zweite Osterfeuer der Gemeinde Weyhe bereits um 19.30 Uhr entfacht worden. „Wir hatten hier mit 1 400 Leuten richtig viele Besucher“, freute sich Danica Kosch, Pressesprecherin der Feuerwehr in Kirchweyhe, über die zahlreichen Gäste. Die perfekte Wetterlage hatte die große Menschenschar angelockt. Vor der Bratwurstbude und den Getränkeständen bildeten sich Besucherschlangen. „50 Kilo Pommes konnten wir komplett unter die Leute bringen“, so Danica Kosch über die enorme Nachfrage. Sie berichtete über einen ruhigen Verlauf des Festes. „Besonders den Kindern haben wir angesehen, dass sie sich über das Osterfeuer sehr gefreut haben.“ Um 23.30 Uhr verließen die letzten Besucher die Veranstaltung in Kirchweyhe. „Es hat allen sehr viel Spaß gemacht, sowohl den Besuchern als auch uns“, so die Pressesprecherin.

Viele Besucher wollten sich am Sonntag bei reichlich Sonnenschein auch das Osterfeuer beim Gut Varrel in Stuhr nicht entgehen lassen. Üblicherweise beginnt die von Mitgliedern des Fördervereins organisierte Veranstaltung mit einer Ostereiersuche für Kinder. Dabei galt es, die hinter der Gutsscheune versteckten 210 bemalten Hühnereier zu finden. Um 19 Uhr wurde dann der auf einer benachbarten Wiese aufgestapelte Baumschnitt-Haufen von jungen „Brandstiftern“ mithilfe eines Gasbrenners entzündet. Damit der Haufen nicht überdimensionale Ausmaße annahm, war bereits eine Woche vor Ostern ein Annahmestopp für Strauchgut verkündet worden.

Insgesamt waren in der Gemeinde Stuhr 47 Osterfeuer angemeldet worden. Einige davon hatte Ortsbrandmeister Rainer Troue auf seiner Liste. Zur Brandsicherheitswache hatte sich eine Abordnung der Stuhrer Ortsfeuerwehr mit ihren Fahrzeugen in der Nähe postiert. Den größten Zulauf  aller Osterfeuer in Stuhr erlebte sicher die Veranstaltung beim Gut Varrel. Zu vorgerückter Stunde versammelte sich dort eine fast unübersehbare Besucherzahl.

Klönschnack lange vermisst

Das Treffen mit Freunden, Nachbarn, Bekannten und einen Klönschnack in geselliger Runde haben wohl die meisten in den vergangenen beiden Jahren vermisst. Die Gäste fanden mit Fischbrötchen, Bratwurst, Pommes frites sowie Schmalz- und Käsebroten einen reich gedeckten Tisch vor. Mit Bier, Wein, Sekt, Glühwein und alkoholfreien Varianten mangelte es ebenfalls nicht an einer großen Getränkeauswahl. „Die große Scheune ist geschlossen, wir haben hier auch keine Musik laufen“, berichtete Frank Schröder, Vorsitzender des Fördervereins, von Veränderungen gegenüber 2019. „Und wir haben erstmals die Beschränkung, dass um 24 Uhr Schluss sein muss. Früher lief das Fest immer bis 2 Uhr“, erinnert er sich. Zehn Mitarbeiter einer Security-Firma halfen dabei, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.

Das Storchenpaar, für das im Januar ein Nest auf dem Gutsgelände gebaut worden war, und das seit drei Wochen dort wohnt, ließ sich während des Ostersonntags nicht blicken. „Die lassen sich von uns nicht stören“, hatte Frank Schröder bei den Vorbereitungen beobachtet. „Manchmal ist das Paar zwei bis drei Tage gar nicht da.“ Auch an diesem Abend war es ausgeflogen.

Von Rainer Jysch

Bitte recht freundlich: Erinnerungsfotos gehören dazu.
Bitte recht freundlich: Erinnerungsfotos gehören dazu. © -

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