Stuhr benötigt deshalb 3,5 Stellen mehr

Eltern wollen Kinder länger betreuen lassen

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Auch die Kindertagesstätte Marsstraße in Brinkum ist von einer Änderung betroffen: Aufgrund der Anmeldezahlen wird die Fördergruppe mit Einzelintegration im Sommer wieder in eine reguläre Integrationsgruppe umgewandelt.

Stuhr - Von Andreas Hapke. 1256 Sprösslinge sind ab Sommer für eine Betreuung in den Krippen und Kindergärten der Gemeinde Stuhr angemeldet, gerade einmal sechs mehr als im Vorjahr. Da bleibt doch alles beim Alten, sollte man meinen.

Dass dem nicht so ist, liegt an dem Wunsch vieler Eltern nach einer längeren Versorgung ihres Nachwuchses. Dies geht aus einer Beschlussvorlage der Verwaltung hervor, über die der Ausschuss für Jugend, Freizeit und Kultur am Dienstag, 28. März, befindet. In dem Papier heißt es auch, dass das Mittagessen „in nahezu allen Einrichtungen“ eine Herausforderung sei und eine Ausweitung der Essensplätze „ohne bauliche Maßnahmen“ nicht mehr gelinge.

Nur ein Drittel der Eltern an Halbtagsbetreuung interessiert

Für ihre Kindergärten verzeichnet die Gemeinde mit 916 Anmeldungen zwar 13 weniger als im Vorjahr, doch im Gegenzug ist der Bedarf an einer Ganztags- oder verlängerten Betreuung um weitere fünf Prozent gestiegen. Nur noch rund ein Drittel der Eltern wollen ihre Sprösslinge halbtags weggeben. Das hat in zwei Kindertagesstätten Auswirkungen auf die Gruppenbildung. In den Kitas Brinkum-Jahnstraße und Brinkum-Meyerstraße wird jeweils eine Halbtagsgruppe in ein Angebot mit verlängerter Betreuungszeit bis 14 Uhr umgewandelt. Zusätzlich geht an der Jahnstraße die Gruppe mit verlängerter Betreuungszeit in ein Ganztagsangebot bis 16 Uhr über.

Mehr Anmeldungen für Krippengruppen

Im Krippenbereich steht die lange Versorgung noch höher im Kurs. Fast 90 Prozent der Eltern haben ihre Kinder dafür angemeldet. Dies führt in der Kita Varreler Feld dazu, dass aus der verlängerten eine Ganztagsbetreuung wird. Insgesamt hat sich die Zahl der Anmeldungen für die Krippengruppen von 206 auf 225 erhöht.

Das Anmeldeverhalten der Eltern hat Folgen für den personellen Bedarf: Laut Kerstin Frohburg, Fachdienstleiterin Bildung, Jugend und Sport, muss die Gemeinde für das kommende Kindergartenjahr allein für die Betreuung 3,5 Stellen mehr schaffen. „Noch haben wir das immer geschafft“, sagt sie. Doch der Druck, der durch die Konkurrenz zu anderen Kommunen entstehe, werde größer, das sei nicht abzustreiten.

Hinzu kommen Stundenerhöhungen für das Küchenpersonal, wobei für Reinigungsarbeiten gegebenenfalls auch Fremdfirmen infrage kämen, sagt Frohburg. Ohnehin sind die räumlichen Kapazitäten das größere Problem bei der Mittagsverpflegung. „Es können nicht alle 25 Kinder einer Gruppe im Gruppenraum essen. Das bekommen wir nur hin, weil wir zurzeit andere Zimmer der Einrichtungen mit nutzen“, berichtet Frohburg. Was die Sitzplätze angehe, sei „alles ausgereizt“.

Kein Mittagessen für sieben Kiga-Sprösslinge

Mehr noch: Die Kindergärten können ab Sommer sieben Sprösslingen von berufstätigen Eltern keine Betreuung inklusive Mittagsverpflegung bis 14 oder 16 Uhr anbieten. „Das ist nicht unser Anspruch“, sagt Frohburg. Insgesamt kommen im Kindergartenbereich aber alle angemeldeten Kurzen einen Platz, wenn auch nicht immer in der gewünschten Einrichtung. Das betrifft vor allem wieder Erziehungsberechtigte aus Groß Mackenstedt, Heiligenrode und Seckenhausen. Ab dem Sommer 2018 soll die geplante Kindertagesstätte Neukrug für Entlastung sorgen.

In den Krippen haben acht Kinder berufstätiger Eltern und 24 Sprösslinge, deren Eltern nicht berufstätig sind, keinen Platz gefunden. Dies liegt auch darin begründet, dass immer mehr Kinder schon mit Vollendung des ersten Lebensjahrs angemeldet werden. Die Folge ist eine längere Verweildauer in der Einrichtung und eine geringere Aufnahmequote.

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