Lichtzeichen funktionieren nicht

Eltern ärgern sich über die häufigen Ausfälle einer Ampelanlage an der B322

Hier hakt es in letzter Zeit: Die Ampel an der B322/Diepholzer Straße ist innerhalb von zwei Wochen dreimal ausgefallen.
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Hier hakt es in letzter Zeit: Die Ampel an der B322/Diepholzer Straße ist innerhalb von zwei Wochen dreimal ausgefallen.

Seckenhausen – Eine Ampel im Stuhrer Ortsteil Seckenhausen hat den Eltern schulpflichtiger Kinder zuletzt Kopfzerbrechen bereitet. Sie ist allein in den vergangenen zwei Wochen drei Mal ausgefallen. Es handelt sich um die Lichtzeichenanlage an der Bundesstraße 322 in Höhe der Diepholzer Straße/Gewerbegebiet Brinkum-Süd. Diesen Übergang nutzt nicht nur der Nachwuchs aus dem Wohngebiet Timmstraße/Erikastraße, um zur Kooperativen Gesamtschule (KGS) Brinkum zu gelangen.

Auch für Sprösslinge aus dem Wohngebiet Briseck ist dies die kürzeste Verbindung zur Grundschule Seckenhausen.

„Für die Kleinen ist das noch viel schlimmer. Die stehen an der Ampel und wissen nicht, was sie tun sollen. Muss eigentlich erst etwas passieren?“, fragt Sonja Templin, Mitglied im Elternrat der Grundschule Seckenhausen. „Die Polizei kommt dann raus und regelt den Verkehr, aber das war auch nicht immer der Fall.“

Ratsfrau lotst Schüler über Straße

Zuletzt, am vergangenen Donnerstag, hatte die stellvertretende Elternsprecherin der Grundschule Seckenhausen und SPD-Ratsfrau Martina Bier diese Aufgabe übernommen. Sie wohnt an der Delmenhorster Straße und bringt ihr jüngstes Kind zur Grundschule.

„Ich habe mich auf die Straße gestellt, um die Kinder rüberzulassen“, berichtet sie. Ganz wohl sei ihr dabei auch nicht gewesen. „Die Straßenmeisterei Bassum war schnell da, aber scheinbar hat niemand die Polizei gerufen.“ An dem Tag habe es bis mittags gedauert, bis die Ampel wieder lief.

Für kleine Kinder sei die Kreuzung schon mit funktionierender Anlage gefährlich, findet Martina Bier. Ihrer Auskunft nach gibt es nicht nur dort Probleme, sondern auch im weiteren Verlauf an der Kreuzung Diepholzer Straße/Bundesstraße 51.

„Beide Ampeln sind ein Problem“, sagt Martina Bier. Sonja Templin spricht zudem von Ausfällen der Anlage an der Kreuzung Bundesstraße 51/Bundesstraße 322 (Kreuz-Meyer).

Dreimaliges Versagen der Ampel bestätigt

Sonja Stuwe, Leiterin der Straßenmeisterei Bassum, bestätigt das dreimalige Versagen der Ampel an der B322/Diepholzer Straße. Zum letzten Mal sei dies am 18. November der Fall gewesen – an dem Tag also, an dem Martina Bier den Kindern über die Straße half. „Die ersten Vermutungen gingen in Richtung Stromschwankungen“, sagt Sonja Stuwe. Beim letzten Mal habe die zuständige Firma Sila Service ein Bauteil ausgetauscht. Jetzt hoffen wir natürlich, dass der Fehler damit behoben ist.“ Es handele sich um eine 19 Jahre alte Ampel, die „relativ rund“ gelaufen sei. „Wir hatten eigentlich wenig damit zu tun. Jetzt haben wir sie unter Beobachtung. Wenn immer etwas Neues auftritt, überlegen wir schon, ob wir eine Lichtzeichenanlage in die Erneuerung geben. Das ist aber immer der letzte Schritt.“

Auf dem Weg von der KGS Brinkum in Richtung Seckenhausen warten Schüler an der Ampel B51/Diepholzer Straße. Die Anlage ist in diesem Jahr erneuert worden.

Genau das ist in diesem Jahr bereits an den Kreuzungen B51/B322 und B51/Diepholzer Straße passiert, ebenso in Klein Mackenstedt an der B322/Blockener Straße. Von den Masten und der Technik über Videodetektoren und Leitungen bis hin zu Tiefbauarbeiten: Im Schnitt hätten die neuen Anlagen 100.000 Euro gekostet, sagt Sonja Stuwe. „Seitdem sind die Ampeln in Brinkum und Seckenhausen jeweils nur noch ein Mal ausgefallen. Das kann mal passieren aufgrund von Stromschwankungen.“

Bei allen aufgetretenen Problemen sei die Firma Sila jeweils so schnell vor Ort gewesen, wie das von Bad Zwischenahn aus möglich sei, berichtet Sonja Stuwe. „Wir haben zudem noch Verkehrszeichen, die den Verkehr regeln. Aber ja, für Kinder ist das dann total blöd.“

„Blöde“ Information aus dem Rathaus

Blöd findet Sonja Templin auch eine Information aus dem Rathaus. Die Strecke über die Diepholzer Straße sei gar nicht der ausgewiesene Schulweg, habe man ihr in einem Telefonat erzählt. „Der führt angeblich über die B51 bis Diepholzer Straße. Aber die meisten Kinder wohnen woanders. Außerdem ist der Weg durchs Gewerbegebiet wesentlich angenehmer zu fahren, weil dort viel weniger Verkehr herrscht. Es sind viel weniger Lastwagen unterwegs.“

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Das findet Michaela Schierenbeck, Fachdienstleiterin Verkehr und Feuerwehr, nachvollziehbar. „Nicht jede Schule hat Schulwegpläne“, sagte sie. „Wenn, dann arbeiten Schule und Gemeinde sie gemeinsam aus. Aber den eigentlichen Schulweg gibt es nicht.“ Es sei klar, dass zum Beispiel Kinder aus der Straße Auf dem Jochen nicht erst zur Bundesstraße hochfahren, um von dort zur KGS zu gelangen. Es komme auch vor, dass Kinder gemeinsam mit den Schulkameraden unterwegs sein wollen und deshalb einen bestimmten Weg wählen würden.

Auch Schierenbeck hofft, dass der ausgetauschte Baustein nun die Lage an der Kreuzung B322/Diepholzer Straße beruhigt. Auf keinen Fall möchte sie eine Situation wie vor der Erneuerung der Anlage bei Kreuz-Meyer. „Das war ein desolates Ampelprogramm“, erinnert sie sich. „Es ist kaum ein Tag vergangnen, an dem wir nicht deswegen telefoniert haben.“

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