Sozialstation unter neuer Leitung

Elke Kober übergibt an Wolfram Klüpfel

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Für die am 31. August ausscheidende Elke Kober hält Wolfram Klüpfel die Fäden in der Hand.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Nach 23 Jahren im Dienst der Sozialstation ist Schluss: Leiterin Elke Kober geht in den vorzeitigen Ruhestand und übergibt das Zepter an Wolfram Klüpfel, der Anfang Juni zur Stuhrer Einrichtung gestoßen ist. Die Gemeinde hat eine dreimonatige Einarbeitungszeit gewährt. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagt Elke Kober. Klüpfel ist 54 Jahre alt und war zuvor beim Paritätischen Pflegedienst in Bremen als Pflegedienstleitung tätig.

Nach eigener Auskunft blickt Kober auf gleichermaßen schöne wie arbeitsreiche Jahre zurück. „Die Station ist gewachsen“, sagt sie. Damit meint sie unter anderem die gestiegene Zahl der Mitarbeiter während ihrer Zugehörigkeit zur Einrichtung – von anfangs 15 auf jetzt 27. In der Folge habe auch der Verwaltungsaufwand zugenommen. Jeder zusätzliche Mitarbeiter habe Auswirkungen auf Diensteinteilung, Zeiterfassung und Tourenpläne. Deshalb verbringe inzwischen auch die stellvertretende Leiterin Liane Corleis zwei Drittel ihrer Arbeitszeit im Büro.

Hinzu komme die Tendenz, „alles zu verschriftlichen“, wie Kober die Dokumentation der Arbeit mit den Pflegebedürftigen nennt. Dies habe in etwa mit ihrem Dienstantritt bei der Sozialstation begonnen. „Als Krankenschwester war ich das aber schon gewohnt“, erzählt sie. „Allerdings geht heute zehnmal so viel Zeit dafür drauf.“ Zeit, die in der Arbeit mit den Patienten fehle. Aus diesem Grund hätten sie und ihre Mitarbeiter die Form der Dokumentation vereinfacht. Kann der Pflegebedürftige noch selbstständig essen? Hat er dabei Schluckbeschwerden? Solche gängigen Fragestellungen könnten die Pflegekräfte mit Ankreuzen beantworten.

„Fast jedes Jahr neue Anforderungen“

Als weitere Entwicklung in der Branche nennt Kober den gestiegenen Anspruch des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) an die Qualität der Pflegedienste. „Fast jedes Jahr gibt es neue Anforderungen zu irgendeinem Thema, in diesem Jahr war es die Ernährung.“

Nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester an der Klinik St.-Jürgen-Straße und anschließender Tätigkeit an der Roland-Klinik in Bremen stieß Kober 1994 als Pflegekraft zur Sozialstation. Von 2000 bis 2002 absolvierte sie eine Weiterbildung, die es ihr ermöglichte, im Jahr 2006 die Leitung der Einrichtung zu übernehmen.

Der Werdegang Klüpfels war ein anderer: Der Bremer legte 1990 sein Examen als Krankenpfleger ab und entschied sich vier Jahre später zu einem Studium des Pflegemanagements. Nach erfolgreichem Abschluss 1999 war er in leitender Funktion in ähnlich großen Einrichtungen wie der Sozialstation tätig, zuletzt beim Paritätischen Pflegedienst. Mit der Frage, wie die nationalen Expertenstandards in der Pflege umzusetzen sind, hat auch er sich im Laufe seiner Karriere zur Genüge beschäftigt. Nun muss er das in Niedersachsen tun – wohl wissend, dass die Strukturen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind.

Auf einigen Touren schon dabei

Zum Kennenlernen von Mitarbeitern und Patienten hat Klüpfel schon einige Pflegekräfte auf ihren Touren durch die Gemeinde begleitet. Sein erster Eindruck: „Es herrscht eine hohe Zufriedenheit bei den Pflegebedürftigen, und die Fachkräfte verrichten ihre Arbeit ohne Stress und Hektik.“

„Hohe Zufriedenheit beim Personal“

Festgestellt hat Klüpfel auch, dass neben der scheidenden Leiterin „viele anderen Mitarbeiter 15 Jahre und länger dabei sind“. Das spreche einerseits für eine hohe Zufriedenheit auch aufseiten des Personals. Andererseits bedeute dies auch eine große Herausforderung, denn: „In den nächsten vier oder fünf Jahren scheidet ein Drittel der Belegschaft aus. Es gibt einiges zu tun.“

Auch Kober, die zum 31. August endgültig aufhört, sieht das Problem auf die Sozialstation zukommen: „Zurzeit ist es schwierig, Fachpersonal zu finden. Wir müssen hoffen, dass uns unser guter Ruf hilft.“

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