„Es wird nicht langweilig“

Erste Einzelausstellung: Premiere für Stuhrer Künstlerin Gerlinde Koschade

Ein Unterwasserbild der Künstlerin, entstanden während der Corona-Pandemie.
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Ein Unterwasserbild der Künstlerin, entstanden während der Corona-Pandemie.

Zu ihrer ersten Einzelausstellung überhaupt lädt die Stuhrer Künstlerin Gerlinde Koschade für den 7. Oktober ein. „Alle Bilder haben etwas mit mir zu tun und drücken meine Emotionen aus“, sagt Koschade. Ungefähr ein Drittel der Werke sei während der Pandemie entstanden. 

Stuhr – Gerlinde Koschade ist schon seit einer gefühlten Ewigkeit Künstlerin. Von Beginn an zum Beispiel war sie Mitglied des 1987 gegründeten Vereins Machart, und trotzdem – oder gerade deswegen? – steht ihr jetzt eine Premiere bevor: Koschade lädt zu ihrer ersten eigenen Ausstellung ein. „Ich wollte mal etwas für mich machen“, sagt die Malerin. Die Präsentation trägt den Titel „So oder anders“ und ist ab Donnerstag, 7. Oktober, im oberen Foyer des Stuhrer Rathauses zu sehen.

Laut Andrea Mehlhop vom Team Stuhr Kultur hätte die Ausstellung bereits vor einem Jahr präsentiert werden sollen. Doch Corona hat auch die ambitionierte Künstlerin ausgebremst.

Im Herbst 2021 stellt Gerlinde Koschade fest, dass es eine ganz andere Ausstellung geworden ist. „Das ist ja mit vielen Dingen so gegangen“, sagt sie. Auch mit ihrer Kunst, die nun dazu dient, sich und ihre Gefühlswelt vorzustellen. „Alle Bilder haben etwas mit mir zu tun und drücken meine Emotionen aus“, sagt Gerlinde Koschade. Sie habe Abschied genommen von der ursprünglich geplanten Retrospektive.

Kunst folgt keinem vorgegebenen Konzept

Corona hat die Künstlerin nicht davon abgehalten, das Schöne im Alltag zu entdecken. „Man findet es immer und immer wieder“, sagt sie und nennt das Beispiel eines Bretts auf der Baustelle des Nachbarhauses. Durch die Putz- und Farbenreste sei es ständigen Veränderungen unterworfen gewesen. Zum Schluss habe sie das Brett zu einem Kunstwerk gemacht.

„Diese Freiheit im Denken und in der Kreativität meine ich, wenn ich davon spreche, etwas genau so oder anders zu machen”, spielt die Künstlerin auf den Titel der Werkschau an. Sie würde ein Bild am nächsten Tag niemals so malen wie am Tag zuvor.

Katastrophen, Familiäres, Gesellschaftliches, Veränderungen im Alltag, das Zeitgeschehen – damit hat sich Koschade zuletzt auseinandergesetzt. Dabei folge ihre Kunst keinem vorgegebenen Konzept, heißt es in der Pressemitteilung. Vielmehr nehme sich die Künstlerin die Freiheit, diese Themen in ihrer ganz persönlichen Wahrnehmung auszudrücken. In einem Gemälde über die Pandemie etwa spiegelten sich Veränderung und Ungewissheit, Einschränkungen und Ängste wider.

Gerlinde Koschade wurde 1946 in Frankenberg/Eder geboren und hat Ausbildungen zur Herrenschneiderin und Krankenschwester absolviert. Ihre ersten Aquarellkurse besuchte sie 1970 in Gießen. Sie ist nicht nur Gründungsmitglied von Machart, sondern seit 2013 auch Mitglied im Verein Kunst in der Provinz.

„Es wird nicht langweilig“

In all den Jahren ihres kreativen Schaffens habe sie ihren Stil „nicht großartig“ verändert, sagt Koschade. „Klar kommen Erfahrungen dazu, und mal experimentiert man, es gibt auch Collagen. Doch vorwiegend arbeite ich mit Acryl.“

Nach Auskunft Koschades sind ungefähr zwei Drittel der ausgestellten Werke vor Ausbruch der Pandemie entstanden. Auch deshalb sei „So oder anders“ eine vielseitige Präsentation. „Es wird nicht langweilig“, verspricht die Künstlerin.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 7. Oktober, 18 Uhr, spricht der Bremer Kunstkritiker und Kulturjournalist Rainer Beßling die einführenden Worte. Eine Einführung ist auch für Donnerstag, 14. Oktober, 18 Uhr, vorgesehen, allerdings ohne Beßling. An beiden Tagen besteht die Möglichkeit zum Austausch mit der Künstlerin. Eine Anmeldung an kultur@stuhr.de ist erforderlich. Die Plätze sind begrenzt, der Eintritt ist frei. Im Rathaus sind die Hygiene-Richtlinien (3G) und die Abstandsregelung zu beachten. Besucher müssen außerdem eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Information

Die Ausstellung „So oder anders“ ist bis zum 5. November zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen: montags und dienstags von 9 bis 16 Uhr, donnerstags von 9 bis 18 Uhr sowie mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr.

Von Andreas Hapke

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