Einst eine Hoffnung, jetzt eine Plage

24 Götterbäume sollen in Brinkum verschwinden

Götterbäume wie dieser in Brinkum standen bei der Gemeinde mal hoch im Kurs, sollen nun aber verschwinden.
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Götterbäume wie dieser in Brinkum standen bei der Gemeinde mal hoch im Kurs, sollen nun aber verschwinden.

Mitarbeiter des Baubetriebshofs sind in den kommenden Monaten wieder in Sachen Baumarbeiten unterwegs. Grund ist die Herstellung der Verkehrssicherheit an Gemeindestraßen und öffentlichen Anlagen. Nach Auskunft von Henning Winter vom Fachdienst Hoch-, Tief- und Landschaftsbau stechen zwei Maßnahmen heraus: das Ehrenmal an der Wulfhooper Straße / Ecke Zum Sportplatz und der Platz Rubinstraße / Mondsteinstraße im Wohngebiet Briseck.

Stuhr – Infolge des Klimawandels hat der alte Baumbestand an der Wulfhooper Straße laut Winter in den vergangenen trockenen Jahren stark gelitten. Eine mächtige Buche sei total abgestorben und müsse entfernt werden.

Außerdem habe die Beurteilung durch einen zertifizierten Pfleger ergeben, dass drei weitere Bäume so stark geschädigt seien, dass sie ebenfalls gefällt werden müssten. „Das soll ab nächster Woche passieren und wird voraussichtlich drei bis vier Tage dauern“, sagt Winter. Für die Dauer der Arbeiten müsse der Baubetriebshof das hölzerne Tor zum Ehrenmal abbauen, damit dies nicht beschädigt werde.

Mit Neupflanzungen will die Gemeinde bis zum kommenden Jahr warten. „Dies im Schatten alter Bäume zu machen, ist schwierig“, sagt Winter.

Im Wohngebiet Briseck nimmt der Baubetriebshof eine der vier Grünflächen in Angriff, den sogenannten Platz D an der Rubinstraße /Mondsteinstraße. Dort hatte die Gemeinde laut Winter vor „zehn, zwölf Jahren“ Götterbäume gepflanzt.

Es handele sich um eine aus China stammende und in Südeuropa sehr verbreitete Art. Auf der Suche nach alternativen Bäumen sei die Gemeinde seinerzeit auf den Götterbaum gestoßen, da dieser den Klimawandel besser bewältige, erzählt Winter. Doch der Baum habe sich „bei uns zu gut entwickelt. Er breitet sich in anderen Gebieten sehr unkontrolliert aus und verdrängt die einheimische Vegetation“. Bodendeckerpflanzen zum Beispiel würden in seiner Nähe eingehen. „Da es nicht mehr so wie früher friert, haben die Samen eine gute Überlebenschance.“

Am Ehrenmal in Wulfhoop sind laut Gemeinde vier Bäume so stark geschädigt, dass sie weichen müssen.

Erst im vergangenen Jahr hat die Europäische Union ein Handelsverbot für diese Baumart beschlossen.

24 Götterbäume möchte die Gemeinde in den kommenden Jahren schrittweise ersetzen. In jedem Jahr, sagt Winter, sollen acht von ihnen Tulpenbäumen aus den USA weichen. „Die breiten sich nicht aus.“ Nach drei bis vier Jahren zeige sich, ob es ein neuer Baum schaffe.

Trotz des Fehlgriffs mit dem Götterbaum wird die Gemeinde wohl auch zukünftig auswärtige Arten ausprobieren, die dem Klimawandel trotzen. Die vergangenen drei Jahre seien von längeren Trockenphasen und höheren Temperaturen geprägt gewesen, sagt Winter. Da der Boden kaum Wasser aufnehme, hätten Flachwurzler wie Birken und Buchen Probleme. In den Städten komme hinzu, dass sich das Pflaster aufheize. „In der Wildnis von Heiligenrode und Moordeich mögen heimische Arten funktionieren, im städtischen Bereich muss man umdenken.“

Die Entwicklung bedeute einen erhöhten Pflegeaufwand für die Gemeinde. „Vor 20 Jahren“, erinnert sich Winter, „haben wir kaum gewässert. Inzwischen fangen wir im April an und gießen das ganze Jahr durch.“

Der Rathausmitarbeiter kündigt an, auch an anderen Stellen der Gemeinde Stuhr Bäume wegzunehmen. Weitere Schwerpunkte gebe es zurzeit aber nicht.

Von Andreas Hapke

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