„Einsatz für eine gerechte Gesellschaft“

SoVD Brinkum-Seckenhausen feiert 70. Geburtstag

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Auch Bürgermeister Niels Thomsen gratuliert dem Sozialverband Brinkum-Seckenhausen zum Geburtstag.

Brinkum - Bunte Luftballons flatterten am Samstagnachmittag am Zaun rund um das Lohmannhaus: Der Ortsverband Brinkum-Seckenhausen im Sozialverband Deutschland (SoVD) feierte seinen 70. Geburtstag, während der Dachverband zeitgleich bundesweit auf sein 100-jähriges Bestehen zurückblickt.

Durch den Zusammenschluss mit Seckenhausen vor wenigen Monaten zählt die Ortsgruppe nun 400 Mitglieder. Grund genug, sich Gäste einzuladen, und die kamen zur großen Freude der Vorsitzenden Waltraud Schweers aus Politik, Verwaltung und Mitgliedern reichlich in die Begegnungsstätte.

Dank an die Pfleger der Kriegsgräber

„Gäbe es den SoVD nicht, müsste man ihn erfinden“, betonte Schweers den hohen Stellenwert der Organisation in der heutigen Zeit sozialer Unsicherheit und Armut in einem reichen Land wie Deutschland.

Klug habe der damalige Reichsbund gehandelt, der erst 1999 zum Sozialverband SoVD umbenannt wurde, sich im Nazi-Regime aufzulösen und sich somit nicht vor den ideologischen Karren spannen zu lassen, erklärte Bürgermeister Niels Thomsen. Der Blick zurück zeigte aber auch private Erfahrungen, die der Bürgermeister mit seiner Oma gemacht hatte. Sie war Bäuerin, die nach dem Krieg mit den Kindern alleine da stand. Auf den Reichsbund ließ die Oma nichts kommen. Sie klebte noch Marken ins Mitgliederheft und schätzte die Unterstützung in ihrer Lebenslage. Dankbar zeigte sich Thomsen in seiner Rede vor allem für die Pflege der Kriegsgräber auf dem Brinkumer Friedhof. „Das läuft alles ohne Regelung durch Mitglieder des SoVD.“

Die zweite Kreisvorsitzende Ursula Tebelmann überbrachte die Glückwünsche zum 70. Geburtstag. Ihr Blick zurück zeigte einen langen beständigen Weg eines zunehmend modernen Dienstleistungsverbands, der stolz auf sich sein dürfe. Gemeinsam statt einsam, laute das Motto, und beim SoVD seien das keine leeren Worte, das soziale Miteinander werde in die Tat umgesetzt. „Wir setzen uns für eine gerechte Gesellschaft ein, und Sie sind alle ein Teil davon“, sagte Ursula Tebelmann und dankte allen Beteiligten für ihre Arbeit.

„Wir trinken nicht nur Kaffee“

Besonders bewegend waren die Worte von Gudrun Klomburg, der stellvertretenden Bürgermeisterin und SPD-Ratsfrau in Stuhr. Zwar sei auch ihre Oma im Reichsbund gewesen, aber die Enkelin habe ein völlig falsches Bild im Kopf gehabt. „Das ist nur etwas für Rentner“, habe sie gedacht. Als aber eine junge Tante vom SoVD schwärmte, schaute Gudrun Klomburg, Mutter eines schwerbehinderten Sohns, genauer hin. Alleine habe sie in den 1980er-Jahren für die Inklusion gekämpft, sich mit viel zu komplizierten Gesetzen geplagt, bevor sie schließlich ein offenes Ohr im SoVD gefunden habe und dort Mitglied wurde.

Überkonfessionell und politisch neutral halte der Verband den Hilfesuchenden den Rücken in vielerlei Hinsicht frei, wenn es wie bei ihr um die Pflege eines Angehörigen gehe. „Klappern Sie“, forderte Klomburg auf, für den SoVD Reklame zu machen und neue Mitglieder zu gewinnen.

„Wir trinken nicht nur Kaffee, wir haben viel auf dem Programm“, lud Schweers Interessierte ein, jeden vierten Donnerstag im Monat um 15 Uhr im Haus Lohmann vorbeizuschauen.

ak

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