Rettungsdienst des Landkreises zieht erste Bilanz 

150 Einsätze in 14 Tagen: Viel Arbeit für die „Kollegen in Blau“

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Die Mitarbeiter der Rettungswache und ihre prominenten Gäste: (v.r.) Sandra Oostinga, Timo Hilpert, Daniel Lange, Christian Wellmann, Malin Drewes, Celia Bramkamp, Kathrin Kohne, Christof Lux, Dienststellenleiter Sven Aufderheide, Dirk Seifert (Leiter des Einsatzdienstes der Rettungsdienst GmbH), Stuhrs Erster Gemeinderat Ulrich Richter, DRK-Kreisgeschäftsführerin Ulrike Hirth-Schiller, Landrat Cord Bockhop und Maik Karock. 

Brinkum - Von Andreas Hapke. Die Realität richtet sich nicht nach Presseterminen. Da wollte der Landkreis gestern die jüngst vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) übernommene Rettungswache in Brinkum samt neuem Personal und neuem Fahrzeug vorstellen, da war das Auto mit Dreier-Besatzung unterwegs zu einem Einsatz. Überhaupt hat die neue Truppe gut zu tun, wie aus den Zahlen von Landrat Cord Bockhop hervorgeht.

Seit dem 3. Juli betreibt die Rettungsdienst Landkreis Diepholz GmbH die Wache an der Hermannstraße. In dieser Zeit sind die Mitarbeiter 150 Mal ausgerückt, im Schnitt also mehr als zehn Mal pro Tag. „Die Kollegen in Blau werden gebraucht“, stellte Bockhop fest. Nach den Ferien erwartet der Dienststellenleiter Sven Aufderheide noch mehr Arbeit. Er kam aus Bruchhausen-Vilsen, wo er als Schichtgruppenleiter tätig gewesen war, nach Brinkum.

Generell stiegen die Anrufzahlen kontinuierlich, sagte Bockhop. Er sprach von rund zehn Prozent pro Jahr und damit von einer Rate, „über die sich jeder Sparbuchbesitzer freuen würde“. Kaum liege ein Gutachten zu einem Konzept vor, könne die nächste Expertise in Auftrag gegeben werden. „Das ist ein Wettlauf wie der zwischen Hase und Igel, den wir nicht verlieren wollen.“

Mit der personellen und materiellen Ausstattung alleine sei das „Optimum“ in Stuhr noch nicht erreicht, betonte der Landrat. Jetzt muss noch ein neuer Standort her, um sowohl die Gebiete im Westen der Gemeinde schneller zu erreichen als auch die beiden Autobahnabfahrten zu bedienen.

„Suche nach Standort abgeschlossen“

Die Gemeinde hatte dem Kreis ihre Unterstützung bei der Planung und beim Bau des Gebäudes zugesichert. Wo es einmal stehen wird, wollte Bockhop aus verhandlungstaktischen Gründen nicht verraten. Nur so viel: Irgendwo zwischen Stuhrbaum (Autobahnbrücke) und der Moordeicher Landstraße soll die Wache angesiedelt sein. Schon nach der Ratssitzung im Mai berichtete diese Zeitung, dass die Gemeinde wohl nach einem Standort in Alt-Stuhr Ausschau hält.

Geht alles seinen normalen Gang, könnte die neue Rettungswache in der ersten Jahreshälfte 2019 in Betrieb gehen. „Die Suche nach dem Standort ist abgeschlossen“, sagte Bockhop. Jetzt gehe es darum, die in Frage kommenden Flächen auf ihre Eignung hin zu überprüfen. Mit dem ersten Spatenstich könne es im kommenden Sommer etwas werden. Danach müsse das Gebäude bis zum Winter dicht sei, um es im Frühjahr 2019 fertigzustellen. „Doch erstmal sind wir froh, hier zu sein“, erklärte Bockhop. Die Bereitschaft des DRK bleibe auf jeden Fall im aktuellen Haus, so Kreisgeschäftsführerin Ulrike Hirth-Schiller.

Entscheidender Punkt: qualifiziertes Personal 

Laut Klaus Speckmann, Fachdienstleiter Sicherheit und Ordnung beim Landkreis, habe es auch andernorts Umstellungen gegeben: neue Wachen in Wehrbleck und Leeste, ein neues Fahrzeug in Drentwede, Ausweitungen an Standorten des DRK. Für Brinkum sei qualifiziertes Personal der entscheidende Punkt gewesen.

Es zusammenzustellen, sei heutzutage keine leichte Aufgabe, sagte Bockhop. Mit dem Wegfall des Zivildienstes fänden weniger Männer Zugang zu Pflege-, Rettungs- und Sanitätsberufen. „Da hat man sich auf einen Schalg Potenzial abrasiert. Heute müssen wir zum Beispiel an Schulen für diese Berufe werben.“

In der Wache an der Hermannstraße verrichten jetzt zehn Frauen und Männer ihren Dienst. Sie arbeiten im Schichtbetrieb von 7 bis 19 Uhr und von 19 bis 7 Uhr. Drei von ihnen sind Notfallsanitäter, fünf Rettungsassistenten und zwei Rettungssanitäter. Der Rettungsdienst Landkreis Diepholz hat sie aus Brinkum (1), Bruchhausen-Vilsen (3) und Drentwede (2) zusammengezogen. „Alle anderen haben wir neu eingestellt“, sagt Speckmann.

„Tolle Truppe“ hat gut zusammengefunden

Es sei eine „tolle Truppe“, die bereits gut zusammengefunden habe. Chef Aufderheide hatte zuvor als Schichtgruppenleiter in Vilsen gearbeitet.

Zu 80 Prozent sind die Helfer in der Gemeinde Stuhr unterwegs, etwas seltener in Weyhe und Barrien, in ganz seltenen Fällen auch über die Kreisgrenzen hinaus in Bremen und Delmenhorst. Für das ganze Jahr sprach Speckmann von 2 500 plus x Einsätzen der Brinkumer Wache.

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