„Er hat uns einfach überzeugt“

Carapinha Hesse ist FDP-Fraktionschef

Alexander Carapinha Hesse

Stuhr - Von Andreas Hapke. Die Stuhrer FDP hat die Weichen für die Zukunft gestellt: Mit sofortiger Wirkung übernimmt Alexander Carapinha Hesse den Posten des Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat. Jan-Alfred Meyer-Diekena bleibt Stellvertreter, der bisherige Chef Timm rückt ins dritte Glied.

Mit Amtsmüdigkeit der „grauen Eminenz“ (Meyer-Diekena über Timm) hat dieser Schritt nichts zu tun. „Ich bin ja wieder im Kreistag, und da haben wir erhebliche Aufgaben zu bewältigen. Krankenhaus, Breitband – alles Dinge, die die Menschen in den Städten und Gemeinden unmittelbar betreffen“, erklärte Timm im Rahmen des FDP-Weihnachtsessens im Hotel Bremer Tor. Er habe die Fraktion lange genug geführt, sei manchmal auch in Doppelfunktion tätig gewesen, also auch als Ortsvereinsvorsitzender. Diesen Posten bekleidet unverändert Meyer-Diekena.

Laut Timm haben sich die Liberalen bereits nach der Kommunalwahl im vergangenen Jahr darauf verständigt, „in der Fraktionsspitze etwas zu verändern“. Meyer-Diekena findet es „wichtig, dass die jungen Leute die Chance bekommen, sich zu präsentieren und den Parteiweg positiv zu beeinflussen“. Oder wie es Vorstandsbeisitzer Rainer Mewe formuliert: „Wir machen mit 70, 80 Jahren Politik für unsere Enkel. Dann können wenigstens mal die Eltern dabei sein.“

Selbstsicheres Auftreten 

Ursprünglich sollte der 33-jährige Carapinha Hesse zunächst nur das Amt des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden bekleiden. Dass er diesen Zwischenschritt nun nicht mehr gehen muss, liegt auch an seinem selbstsicheren Auftreten, sowohl in der Öffentlichkeit als auch in den politischen Gremien. 

Die letzten beiden FDP-Anträge zur Einführung eines Erzieherstipendiums in Stuhr und zur Aufstockung der Wochenarbeitszeit der Gleichstellungsbeauftragten trugen bereits seine Unterschrift. Dass er als FDP-Kandidat im Bundestagswahlkampf das drittbeste Ergebnis bei den Erststimmen in Niedersachsen eingefahren hat, dürfte die Entwicklung zusätzlich beschleunigt haben. „Er hat uns einfach überzeugt“, fasst Mewe zusammen.

Der Zögling löst den Mentor ab, könnte man meinen. Mit Timm hat Carapinha Hesse bereits im Sparverein, im Förderverein Gut Varrel, im TuS Varrel und im deutsch-französischen Partnerverein zusammengearbeitet. Jetzt ist er erstmals sein Chef. Für Timm war das schon früh klar: „Ich habe ihn mir im Kinderwagen angeschaut und gedacht: Das ist der richtige Mann.“

Überrascht davon, „dass es so schnell geht“, zeigte sich Carapinha Hesse beim traditionellen Weihnachtsessen. Von der Kommunalwahl über die Bundeskandidatur hin zum Fraktionsvorsitz sind gerade einmal 15 Monate vergangen. So lange ist der Varreler noch nicht einmal Mitglied der Liberalen. Für den Gemeinderat war er parteilos für die FDP auf Stimmenfang gegangen. Erst Anfang Januar dieses Jahres trat er bei.

Politische Heimat gefunden

„Ich wollte mir erst einmal ansehen, wie die so arbeiten“, begründet er. Bereits nach wenigen Monaten habe er gemerkt, „dass ich hier meine feste, politische Heimat gefunden habe. Das ist eine super Zusammenarbeit. Ich habe schon viel gelernt.“ Außerdem finde er es „charmant“, in einer kleinen Fraktion mitzuwirken. „Dann hat das eigene Wort mehr Gewicht.“

Er wolle Politik machen, die sich aus der Realität ergebe – so wie es der Fall sein müsse auf kommunaler Ebene, wo die Menschen am direktesten davon betroffen seien. Carapinha Hesse nennt die Arbeitszeit der Gleichstellungsbeauftragten als Beispiel: „Das hat sich aus ihrem Tätigkeitsbericht ergeben. Die Grünen haben sich ja über unseren Vorstoß gewundert, weil er nicht typisch FDP ist.“ 

Er jedenfalls wolle auch weiterhin Anträge stellen, die nicht auf den ersten Blick in die Schublade der Liberalen passen. Als langfristiges Ziel gibt Carapinha Hesse an, „dass sich bei der nächsten Kommunalwahl mehr Menschen für Politik interessieren und bestenfalls für die FDP Partei ergreifen“.

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